Friday, September 29. 2006
Das Wochenende ...
naht und damit der Ferienbeginn in NRW. Für mich bedeutet das, dass wir Richtung Hartmannsdorf starten und fast zwei Wochen dort sein werden. Willkommene Zeit für mich, über alles nochmals in Ruhe nachzudenken. Und mal wieder in Ruhe zu schreiben ... vielleicht eine kleine Geschichte, die über den Urlaub auf Bornholm erzählt. Weil meine Anni mir gestern etwas sagte, dass mir zu denken gab!
"Ich möchte dich wieder immer so erleben wie auf Bornholm, so unbeschwert und so fröhlich, Mami ..."! Dabei glaubte ich immer, ich hätte mich so gut unter Kontrolle. Aber sicher - im Alltag fehlen die blendenden Ideen wie etwa einer 15jährigen klar zu machen, dass Möwen auf Feldern wachsen. Oder einem Langohr mit seltsam gestreiftem Fell den Namen "Tiger" zu verpassen und den armen Miturlaubern anschaulich zu erzählen, wie "Tiger" Ameisen zerfleischt ... Ganz ehrlich: sowohl meine Anni als auch meine Freundin hatten Mitleid mit den Ameisen. Und ich am Ende auch ...
Ein lohnendes Ziel, wieder unbeschwert sein zu können. Ich werde hart daran arbeiten!
Ach so, und bevor ich es vergesse, es gibt auf Bornholm auch Felder, auf denen Krähen wachsen ... fast so wie in Sachsen. Nur wachsen dort die Greife!
Wednesday, September 27. 2006
Idomeneo ...
Mozarts nahezu unbekannte Oper macht Furore ... Nicht etwa weil die Musik so herrlich ist. Oder weil sie, fast in Vergessenheit geraten, endlich wieder auf den Spielplan einer deutschen Bühne gesetzt wurde. Nein, weil sie von einer feigen Intendantin wieder abgesetzt wurde. Weil es sein könnte, dass gewisse Hüter des Islam an Worten aus den Jahren um 1790 Anstoss nehmen könnten. Wie sie ja auch an Worten aus dem 15. Jahrhundert Anstoss nahmen, die der Papst zitierte ...
Wo bitte leben wir eigentlich??? In einer ausgelagerten Region der Türkei??? Oder des Irak oder eines ähnlichen Staates??? Nein!!! Wir leben in einem Land mit einer sehr alten und gewachsenen Kultur. Einer Kultur, auf die wir stolz sein können. Und es auch sein sollten. Und die auch wir zu verteidigen haben gegen Übergriffe anderer Kulturen.
Wenn wir uns heute beugen und alte Texte u. ä. verleugnen, dann verleugnen wir uns morgen selbst!
In Berlin hat ein Dialog begonnen. Möge er damit enden, dass jeder Mensch das glauben kann und darf, was er persönlich für richtig hält. Ohne Wenn und Aber!!!
Tuesday, September 26. 2006
normaler Alltag ...
... ist heute wieder. Aber was ist heute schon normal und was ist eigentlich Alltag? Ein Tag wie eben jeder andere auch, ohne Höhen und Tiefen ... ??? Nein, das gibt es nicht!
Für die Tiefen sind die anderen zuständig. Meistens. Einmal Nachrichten schauen und es gibt nur noch Tiefen! Für mich persönlich müssen es noch nicht mal die Nachrichten sein - ein Druck auf den Einschaltknopf des Fernsehers und ungeahnte Tiefen öffnen sich. Oft hilft da noch nicht mal mehr der Sprung in die Dritten oder hin zu Arte oder ähnlichen Sendern. Aber das ist ein anderes Thema, dass ich einfach auch nur mal so lachen möchte auf etwas Niveau ...
Gut, das sind die nahezu alltäglichen Tiefen. Aber die Höhen ... die Augenblicke, in denen es warm ums Herz wird, vielleicht sogar die Augen etwas feucht glänzen. Eben die Augenblicke, für die wir meist selbst zuständig sind. Weil wir sie nur erleben, wenn wir unsere Sinne dafür schärfen. Unsere Ohren spitzen - um auch das leise "ich habe dich lieb" zu hören. Unsere Augen und unser Herz weit öffnen für die Kleinigkeiten wie z. B. die Spatzenfamilie, die sich hurtig herunter gefallener Fritten bedient. Oder die letzten Bienen, die sich noch über den bald verblühten Balkonblumen versorgen. Ach, es gibt so viele Höhen - unzählige am Tag! Und sie helfen gut über Tiefen hinweg - wenn wir es zulassen.
Monday, September 25. 2006
Keine Herbstmail ...
... gab es von mir dieses Jahr. Zwei Gründe - viele Adressen sind auf meinem PC gespeichert. Und der steht momentan nun mal exakt 576 km von mir entfernt ... Und dann fiel mir einfach nichts ein. Zu sehr ist der Kopf belastet gewesen. Nun ist die Entscheidung für mich gefallen - ich will nicht mehr die Zusammenarbeit mit dem Ex. Und der Kopf ist nach einigen Stunden vollkommen frei - befreit!
Wie immer, wenn man eine Entscheidung getroffen hat, von der man eigentlich weiß, dass sie überfällig ist. Weil sie auch nur in dieser einen Form getroffen werden kann. Und muß!
Es ist ein eigenartig Ding ... der Kopf weiß etwas, aber da tief drinnen sagt etwas: fasse Vertrauen, es wird - Menschen können sich ändern! Und wenn dann noch eine absolut positive Lebenseinstellung dazu kommt, dann ist man (ich) geneigt, jedem Menschen noch eine zweite und dritte und vierte Chance zu geben. Aber wenn nur hohle Worte kommen, nur heiße Luft, dann gewinnt letztendlich zum Glück der Kopf ...
Und doch: zu irgendetwas war es gut. Helga kommentierte es so richtig heute früh! Bei all dem Ärger - immerhin hat dieser Mensch den letzten Anstoss gegeben, wieder zurück in die Nähe der Familie zu gehen. Mein Onkel stürzte und ich war da und konnte helfen. Kann ihm nun jeden Tag helfen, etwas Lebensqualität zu gewinnen, in dem wir Laufen üben. Und ich kann meine Schwester etwas entlasten, die sich die Jahre über rührend um meine Mutti gekümmert hat neben ihrer Arbeit als Tagesmutter "der besonderen Art" - einem Rund-um-die-Uhr-Job. Kleine Nebeneffekte ... nun muß nur noch der große "Knall" kommen! Zunächst kommt jedoch die Normalität. Und darum gibt es zumindest an dieser Stelle ein Herbstgedicht von Emanuel Geibel, das ich so mag:
Herbstlich sonnige Tage
| Herbstlich sonnige Tage, mir beschieden zur Lust, euch mit leiserem Schlage grüßt die atmende Brust. O wie waltet die Stunde nun in seliger Ruh’! Jede schmerzende Wunde schließet leise sich zu. Nur zu rasten, zu lieben, still an sich selber zu baun, fühlt sich die Seele getrieben und mit Liebe zu schaun. Jedem leisen Verfärben lausch ich mit stillem Bemühn, jedem Wachsen und Sterben, jedem Welken und Blühn. Was da webet im Ringe, was da blüht auf der Flur, Sinnbild ewiger Dinge ist’s dem Schauenden nur. Jede sprossende Pflanze, die mit Düften sich füllt, trägt im Kelche das ganze Weltgeheimnis verhüllt. |
Wortbruch ...
Aber eigentlich wundert es mich nicht wirklich. Es hatte ja schließlich seinen Grund, dass wir damals auseinander gingen. Und doch hatte ich ein gutes Bauchgefühl, dass er es ernst meinte mit der Arbeit. Und so nahm ich es als Grundlage, wieder zurück in die Aachener Ecke zu gehen.
Nun schwebt alles. Meine Gedanken rotieren - was kann ich sonst hier machen. Die Arbeitsmarktlage ist ja auch hier nicht rosig. Alte Kontakte sind hin. Und doch ist mein Bauchgefühl gut bis sehr gut. Als würde ich hier den Schlüssel finden, der mich wieder ein Stückchen weiter bringen wird. Die Zuversicht ist ungebrochen ...
Zurück geht es nicht mehr. Der Schulwechsel für meine Tochter ist vollzogen, nach 4 Wochen gewöhnt sie sich an das vollkommen andere Schulsystem, findet Gefallen an der Nähe zur Familie (ich übrigens auch ...).
Die Gedanken kreisen, suchen den Schlüssel. Sie werden ihn finden!!!



Kommentare
Thu, 03.05.2012 17:07
Liebe Ulrike! Endlich seit [...]
Wed, 02.05.2012 20:55
Danke lieber Wolfgang - es hat [...]
Mon, 30.04.2012 14:27
Ich denke heute ganz doll an [...]