Monday, July 30. 2007
die letzten Tage ...
... flogen nur so vorbei. Lustlos, sehr müde oder so. Irgendwie halt kraftlos. Ich schätze, dass jetzt mein Ich seinen Tribut für die letzten Monate fordert, in denen ich auf Hochtouren lief, keine Nacht richtig schlafen konnte und irgendwie wie aufgeputscht funktionierte. Der Müdigkeit gebe ich nach und versuche, so viel wie möglich zu schlafen. Und weitergehende Gedanken versuche ich, einfach mal auszuschalten.
Ganz sicher bin ich dankbar, dass mein Mädchen "nur" Morbus Wilson hat. Aber so langsam wir klar, dass das unter Medikamenten mögliche normale Leben gar nicht so normal sein wird. Mal fix zwischendurch eine Hauptmahlzeit - geht nicht. Weil ja erst Medikamente eine Stunde vorher rein müssen. Daran kann man sich gewöhnen. Lebensversicherung? Wird wohl kaum möglich sein. Aber gut, da kann man sich was anderes überlegen. Da wirft eine eventuell später erwünschte Schwangerschaft viel mehr Probleme auf wegen der Medikamentennebenwirkungen. Und so weiter und so fort. Und irgendwie wird dann mal klar, dass für uns das Wörtchen normal eine neue Bedeutung gewonnen hat. Und dann ist es mit dem festen Vorsatz, mal alles auszuschalten, schon wieder vorbei. Und im Kopf und im Herzen tickert es ...
Tuesday, July 24. 2007
eine mail ...
... bekam ich heute. An sich ja nichts Aufregendes oder Besonderes. Doch diese war es. Denn sie kam unerwartet, nach langem Schweigen. Und sie knüpfte genau an vielen meiner derzeitigen Gedanken an. Besonders die "Nestbeschmutzer" sind mir aufgestossen - positiv! Denn das ärgert mich schon seit ewigen Zeiten! In epischer Breite sind die Deutschen stets und ständig dazu in der Lage ...
Nehmen wir doch mal als aktuelles Beispiel den Radsport mit seinen Dopingskandalen (nicht, dass dies etwa in anderen "Sport"arten groß anders wäre ...). Da fährt ein nordischer Landsmann an der Spitze, der in seiner Heimat sang- und fast klanglos eben wegen dieser Dopinghandhabung gesperrt wurde für das Nationalteam. Aber hier fährt er lustig weiter und die Veranstalter interessiert es - zumindest nach außen - nicht das Böhnchen. In unserer Presse: Fehlanzeige bis maximal zur kleinen Meldung ... dafür aber die dicke Schlagzeile über den deutschen Ex-Profi und dass man nun endlich auch auf ein ausländisches Konto von ihm zugreifen kann.
Abgesehen von meiner persönlichen Meinung, dass der menschliche Körper nur bis zu einer bestimmten Grenze Höchstleistungen bringen kann und nachgeholfen werden "muss", wenn Veranstalter, Sponsoren und auch die Zuschauer immer mehr fordern: warum wird immer nur auf den Einheimischen rumgehauen, während ein Ex-Tour-Fahrer aus dem gelobten Land jenseits des großen Teiches weiter als Ausnahmesportler gefeiert wird?
Eben - weil wir es so gewohnt sind, dass innerhalb unseres Landes auch immer nur auf uns eingehauen wird! Wir lassen es sogar zu, dass wir als fremdenfeindlich eingestuft werden, nur weil auch wir wollen, dass unsere Kultur erhalten bleibt. Und schauen deshalb auch zu, wie Kreuze von den Wänden unserer Krankenhäuser entfernt werden, während Ärztinnen mit Kopftuch durch eben diese Zimmer laufen.
Nestbeschmutzer? Fremdenfeindlichkeit? Ich sage zu beidem ein deutliches Nein! Wir sollten wirklich stets über unseren Tellerrand schauen und endlich erkennen, dass auch andere Länder eben diese Probleme haben. Aber deren Einwohner hüllen sich deswegen nicht in Sack und Asche. Recht haben sie ...
Monday, July 23. 2007
Quälend ...
... war der Stand vor der Kühltheke. Eben dem Regal, wo frau es an heißen, schwülen Tagen eigentlich sehr gut aushält. Wenn sie nicht beschlossen hätte, sich etwas Gutes und Gesundes zu kaufen. Da frau natürlich auf ausgewogene Ernährung achtet, aber nicht so die Verfechterin von Körnern und Co. ist (das Frühstück mögen die Hühnchen bitte alleine picken ...), fiel ihre Wahl auf Yoghurt-Drinks. Und nun stand sie da. Es wurde langsam zu kühl! Aber sie hatte die Qual der Wahl. Was wollte sie sich denn nun antun? Besser gefragt: welchem ihrer vielen Körperteile war vorrangig zu helfen? Dem Darm? Hmmm, grundsätzlich nicht schlecht. Nur was nehmen? Das japanische Rezept - ganz schön teuer, die winzigen Fläschchen. Aber die Europäer haben es ja nachgemacht. Also, bleibt nur die Frage nach dem Hersteller. Einer fällt ja grundsätzlich weg. Der, der den kleinen Hunger stillt und sich das Plattmachen von Arbeitsplätzen noch subventionieren lässt, der wird von frau grundsätzlich nicht bezahlt, möge er in seine Ecke sonst was stecken. Aber es gibt ja noch genügend andere Fläschchen.
Und mitten in der Entscheidung, ob Erdbeer oder Vanille oder Tropenfrucht, da sah frau das Optimale. Ein Fläschen - und sie sah die Pfunde förmlich von den Hüften purzeln. Egal der Preis - hiermit würde sie ihrem gesamten Körper helfen, denn: weniger Pfunde, weniger Arbeit für all die Organe, weniger Last für die Füße. Kurz: genial!
Das ist nun Wochen her. Und frau stolperte nicht einmal über irgendein gepurzeltes Pfund. Und doch: dem Geist scheint das Fläschchen geholfen zu haben! Denn die Erkenntnis kam: ausschließlich von diesem Getränk sich ernähren. Das könnte helfen - frau wird absolut mager, weil sie sich angesichts des Preises eh nichts anderes mehr leisten könnte. Und weil frau das nicht will, kauft sie nicht ein Fläschchen mehr und isst weiter ausgewogen, von allem etwas weniger und lässt die Pfunde weiter grammweise verschwinden!
Friday, July 20. 2007
Der Gedanke
per email erhalten und zum Wochenende mal hierher geschrieben. Weil ich meine, dass hierzu Gedanken in einer freien Minute wirklich nicht fehl am Platze sind ...
Der Gedanke schwebte über die Erde und suchte einen Platz, um auszuruhen. Er ließ sich auf einer Blüte nieder. Doch sie schwankte nur im Winde und überschüttete ihn mit Blütenstaub. So verließ er sie.
Er fand eine Ameise. Doch sie hielt plötzlich inne. So wie sie vorher unermüdlich gesammelt und geschleppt hatte, so verfiel sie in ein endloses Grübeln, rührte sich nicht mehr und verhungerte.
Der Gedanke flog weiter und fand ein Wesen, welches auf dem Boden hockte und lustlos Dinge anstieß, aufhob und sie wieder fallen ließ.
"Nimm mich auf!", sagte der Gedanke. "Als Belohnung werde ich dir die Lust schenken, die Freude und den Genuss."
So zog der Gedanke in das Wesen ein und nannte es Mensch. Der Mensch sah sich um, und alles, was er fand und tat, bereitete ihm Lust. Er freute sich an den Blumen. Er genoss den Anblick der Wolken. Er liebte es, umherzugehen und innezuhalten. Er aß mit Freude, und trank das Wasser mit Lust.
Doch er genoss es auch, die Blumen zu zertrampeln, das Wasser zu verschmutzen und die Tiere zu fangen und zu quälen.
Da gebot ihm der Gedanke Einhalt: "Ich werde dir den Zweifel geben, damit du bereit bist, über alles, was du tust und über alles, was du lässt, dir Rechenschaft abzulegen."
Doch bald saß der Mensch wieder auf dem Boden, zerrissen zwischen dem, was er tun wollte, und der Furcht davor, etwas zu zerstören, ängstlich bemüht, alles zu vermeiden, was er nicht ausführlich bedacht und vorhergesehen hatte.
"Das ist nicht gut", sagte der Gedanke. "Als ich dich traf, warst du lustlos und ohne Ziel. Doch jetzt weißt du, was Lust ist, und versagst sie dir aus Angst, dein Ziel zu verfehlen. So will ich dir die Hoffnung geben, die dich aus der erstarrten Umklammerung von Lust und Zweifel befreien soll!"
Und so richtete sich der Mensch wieder auf, sammelte und baute, plante und schuf sich eine Welt, von der er hoffte, dass sie ihm zur Lust gereichen werde. Er sammelte Blumensamen, säte und hoffte, sich an ihrem Duft und ihrer Schönheit zu laben, er ersann Speisen und Spiele. Doch er konnte die Zeit nicht vergessen, wo er nur Lust empfand, wo alles, was er tat, ihm Freude bereitete, wo er die Welt genoss, ungetrübt und nicht angenagt von Zweifel. Die Hoffnung schwand, dass es, so sehr er sich auch mühte, je wieder so sein würde. Der Zweifel drohte, die Hoffnung wieder zu ersticken, und der Mensch schien immer mehr in Trübsal zu versinken. Jedes Misslingen schien ihm ein Zeichen, jeder Schmerz brannte sich ihm in die Seele und jedes Scheitern ließ ihn verzweifeln. Die Hoffnung erkrankte und verwandelte sich in Sehnsucht.
Da schaute ihn der Gedanke ein letztes Mal an und sagte: "Ich werde dir eine letzte Gabe schenken. Du sollst vergessen können, damit die Hoffnung nicht stirbt und die Freude ungetrübt sein kann."
Und der Mensch vergaß den Gedanken.
Thursday, July 19. 2007
vielleicht mal ein Märchen ...
Der kleine Wicht schlummert seit einiger Zeit in einem extra Ordner hier auf dem PC. Heute habe ich ihn mal wieder vorgeholt. Und ich stelle den Anfang seiner Geschichte hier mal rein. Und werde es wohl selbst öfter lesen. Weil ich überlege, ob ich sie fortführen soll, die Geschichte vom Hutzel Putz ...
Hutzel Putz sprang über die Wiese. Er freute sich über den Sonnenschein, über den Marienkäfer, der gerade eben den langen Grashalm erkletterte und über das Briefchen ins seinen Händen, da freute sich Hutzel Putz ganz besonders!
Heute früh hatte ihn Otto Grashüpfer gebracht. Der war der Postbote. Und immer wenn er wichtig anhüpfte, dann konnte Hutzel Putz sicher sein, dass er mindestens einen netten Brief bekam. Manches Mal brachte Otto Grashüpfer gar kleine Pakete. Die waren dann entweder von Oma Ella Putz oder von Mama Sonja Putz. Und gefüllt waren sie mit lauter Leckereien wie Pollenkeksen oder Nektarlutschern.
Aber heute hatte Otto Grashüpfer ein Brieflein gebracht, ein ganz feines ... Hutzel Putz war nicht schlecht erstaunt. Denn als Absender stand da: Elvira Sonnenstrahl – hach, die liebe kleine Elfe Elvira, die da hinten zwischen Waldrand und Blumenwiese in einer kleinen heimeligen Mooshöhle wohnte. Und die so schön singen konnte – es wurde Hutzel Putz immer ganz warm ums kleine Herzchen, wenn er nur an Elvira Sonnenstrahl dachte! Und nun hatte sie ihm geschrieben!
Hutzel Putz suchte sich einen Stein, der fein mit Moos bedeckt war, so dass er auch ordentlich bequem dort sitzen konnte. Und dann besah er sich das Brieflein in seiner Hand. Aus feinstem Efeublatt war der Umschlag, den Hutzel Putz nun ganz vorsichtig öffnete. Drinnen lag ein rotes Mohnblütenblatt, auf dem geschrieben stand:
„Lieber Hutzel, heute kommt meine Mutter. Und sie bringt meinen großen Bruder Fritz Donner mit. Und deshalb möchte ich all meine lieben Freunde einladen, mit mir ihre Ankunft zu feiern. Kommst Du auch bitte so um 20 Uhr zu meinem Moosheim, gleich zwischen Waldesrand und Blumenwiese? Ich freue mich auf Dich. Deine Elvira“
Hutzel Putz konnte sein Glück nicht fassen. Elvira Sonnenstrahl hatte ihn tatsächlich eingeladen, weil er ihr Freund war. Und er hatte immer gedacht, dass sie ihn gar nicht so richtig bemerken würde unter all den Bewohnern des Waldes und der Wiese. Er sprang von seinem Stein auf und tanzte voller Freude den Pollenflügler, eben den Tanz, den kleine Putzelwichte bei großer Freude so tanzen.



Kommentare
Thu, 03.05.2012 17:07
Liebe Ulrike! Endlich seit [...]
Wed, 02.05.2012 20:55
Danke lieber Wolfgang - es hat [...]
Mon, 30.04.2012 14:27
Ich denke heute ganz doll an [...]