Saturday, September 22. 2007
Schwersüchtige ...
... bekommen ihr Heroin quasi auf Krankenschein in bestimmten Räumlichkeiten. Wer bezahlt das eigentlich? Doch wohl wir alle entweder über die Solidargemeinschaft Krankenkasse oder aber als poppelige Steuerzahler. Da kann frau wohl nichts machen. Aber Gedanken darf sie sich machen, ob denn da nicht gleiches Recht für alle zieht???
So sollte künftig jede dritte Kneipe in einer Stadt über mindestens 3 Räumlichkeiten extra verfügen, meint frau. In einem Räumchen gibt es gegen entsprechende Verordnung die Schnäpschen für die betroffenen Süchtigen, im zweiten Zigaretten und Co. Tja, und das dritte Zimmer sollte denn etwas dunkler sein und vielleicht rötlich schimmernd mit Spiegeln (hat mir mal jemand erzählt, dass es dort so aussehen soll ..., heee). Denn was den Heroinabhängigen zugestanden wird, das sollte doch wohl auch Alkohol-, Tabak- und Sexsüchtigen recht und billig sein.
Das Argument, dass mit der Maßnahme die Heroinabhängigen von Straftaten abgehalten werden sollen, mit denen sie sich das Geld für das Teufelszeugs beschaffen, lässt frau hier nicht gelten! Denn die Mutter, die im Supermarkt stiehlt, weil sie und ihre Kinder nahrungssüchtig sind, wird bestraft ... Wo ist da die Relation??? Denn essen müssen wir - und hat die gedachte Frau es sich ausgesucht, in diesem, unserem Lande, in dem der Wohlstand dafür sorgt, dass immer mehr Familien unterhalb des Existenzminimums leben müssen ... Und es wird noch schlimmer kommen, denn staatlich verordnet, müssen die Energiekonzerne ihre Kosten senken. Und wo wird das geschehen? Na klar, beim Personal ... Und es wird den gleichen Effekt haben wie bei den Krankenkassenbeiträgen - sie werden steigen und steigen ...
Eins ist nämlich sicher: auch wenn es sonst nicht so recht fundiert bergauf geht, bei den Preisen, da klappt es. Weil wir Deutschen in den letzten Jahrzehnten verwöhnt wurden mit niedrigen Lebensmittelpreisen. Hat so ein Krawattenträger posaunt. Frau hat sich da allerdings schon gefragt, wo der denn war beim Austausch der Währungseinheit vor den Preisen in fast allen Geschäften. Oder kann sich hier außer frau noch jemand erinnern, was vorher ein großes, süßes Brötchen kostete? Auf jeden Fall keine 1,88 Märkchen ... (frau schluckte, dass sie dafür gestern 99 Cent auf den Tresen legen sollte!).
Mal abgesehen von meiner Raucherei - ich bin ganz schön süchtig. Nach einem Land, in dem es wieder Freude macht zu leben ... Gibt es das vielleicht auch bald auf Rezept???
erste Herbstgedanken
Der Sommer, der eigentlich so richtig gar keiner war, neigt sich seinem Ende zu. Und ich bin geneigt, denn doch einem schönen Herbst die Tür zu öffnen (wenn denn einer vor der Tür stehen sollte ...). Neben dem Frühjahr ist der Herbst für mich die schönste Jahreszeit. Die länger werdenden Abende laden ein, wirklich zu Familienabenden zu werden. Kerzen werden wegen ihres Duftes angezündet. Und nicht, um die Illusion zu verbreiten, Mücken zu verjagen ... Und es werden Spiele hervor gekramt, die im Sommer gar nicht angeschaut werden.
Ganz besonders mag ich es, wenn dann doch nicht richtig gespielt wird, sondern einfach gesprochen wird. Nicht das Erzählen der täglichen Erlebnisse - das ist generell bei uns am Abendbrottisch üblich. Nein, das einfache Reden, das Hängenbleiben an einem Thema ... so richtig vom Hundersten ins Tausendste kommen.
Und ein unschätzbarer Vorteil wird sein, dass auch Teenie-Tochter dann (hoffentlich) keine Lust mehr hat, den Nachmittag draußen zu verbringen. Denn das erhöht meine Chancen auf ruhige Abende ungemein. Weil sie sich im Hause mehr mit ihren Schulaufgaben beschäftigt. Und so die Wahrscheinlichkeit sehr hoch sein wird, dass sie sie auch vollständig erledigt. Und nicht abends beim obligatorischen Gute-Nacht-Sagen mit bettelnden Augen aus dem Bett schaut und sagt: kannst du nicht für mich im Internet ... Natürlich kann ich. Aber ich kann auch herrlich darauf verzichten! Denn, ganz ehrlich, es kostet ganz schön Nerven, nach der Geschichte der jamaikanischen Nationalhymne zu forschen. Zu meinem Glück habe ich tatsächlich dank google die HP eines Jamaikaners gefunden und erfahren, dass das per Wettbewerb gelaufen ist und im Juli 1962 auch noch die Musik zum Text gefunden wurde, so dass sie am 5. August, dem Unabhängigkeitstag, tatsächlich gespielt werden konnte ... Somit haben die Hausaufgaben meiner Tochter mit eben dieser Nationalhymne gemeinsam, dass sie kurz vor knapp fertig werden/wurden ...
Mal schauen, vielleicht wird auch noch das eine oder andere fertig. Hoffentlich bald meine Hutzel Putz-Geschichte und vielleicht sogar mal wieder ein paar Briefe an Felicitas ... die vielen kommenden Abende werden es zeigen. Und Gedanken stehen in meiner dicken schwarzen Kladde schon viele. Irgendwie freue ich mich dieses Jahr richtig auf den Herbst!
Wednesday, September 19. 2007
Schuld! Schuld?
Im allgemeinen sollte man ja meinen, das Senatoren des US-amerikanischen Kongresses über eine gewisse Intellligenz verfügen und auch über einen gesunden Realitätssinn. Dachte ich immer ...zwar manches Mal mit Zweifeln, aber gutwillig habe ich sie doch oft zerstreuen können. Und mich nur noch gewundert!
Mit dem Wundern ist es nun vorbei. Denn bar jeglichen Menschenverstandes - behaupte ich nun einfach mal - hat doch da tatsächlich so ein Volksvertreter Klage eingereicht. Gegen Gott. Auf Unterlassung von Wirbelstürmen, Naturkatastrophen und ähnlichen Unbill. Mit dem Ziel, eine Einstweilige Verfügung zu erwirken ...
Nun wollen wir uns doch mal vorstellen, er bekommt tatsächlich den gewünschten Titel. Wie lässt er ihn dann zustellen?
Der einfachste Weg dürfte sein, das Papierchen dem nächstbesten Priester in die Hand zu drücken und ihn aufzufordern, es doch bitte seinem Chef zu geben. Hmmm ... klar, er nimmt den Titel, steckt ihn in den Umschlag und schreibt drauf: "Papst, mitten in Vatikanstadt". Dann hat der Papst das Problem ... und weil er ja unfehlbar ist, findet er dann die Lösung. Oder?
Nun könnte allerdings auch ein anderer Weg gegangen werden. Nämlich der offizielle über die NASA. Die natürlich auch nicht die genaue Zustellungsadresse kennt. Aber die hätte immerhin die Möglichkeit, einen Sonderauftrag zu erfüllen; "Projekt "Adressermittlung von Herrn Gott, irgendwo im Weltenall". Neue Raumschiffe müssten natürlich konzipiert werden, neue Roboter, weil kaum ein Mensch die weite und aufwändige Reise bei klarem Verstand überleben dürfte. Und weil das alles natürlich das Budget der Weltraumbehörde sprengen dürfte, könnte sie ja zunächst eine Anleihe beim Justizminister machen, da die Zustellung von richterlichen Entscheidungen wohl in dessen Ressort fallen dürfte. So gäbe denn der Justizminister all sein Geld den Weltraumforschern und könnte eigentlich seinen Aufgaben nicht mehr nachkommen und er müsste alle Justizangestellten und Richter und so entlassen, was unweigerlich Anarchie im großen Land über dem großen Teich zur Folge haben dürfte. Aber egal, Hauptsache, die gesuchte Adresse wird gefunden und die Einstweilige Verfügung kann zugestellt werden!
Das Geschichtchen könnte ich nun fort führen bis in die Unendlichkeit, wissend, dass ich kein Ende finden könnte. Nur die Überlegung bleibt, was denn nun diesen Herrn Senator zu seiner - oberflächlich gesehen - unsinnigen Klage gebracht haben könnte. Der Wunsch nach mehr Milliarden für die Weltraumerforschung - auf dass der oben schon herum sausende Müll noch mehr werde und vielleicht sogar so zu Hurrikan und Co. wesentlich beiträgt? Oder nur der profane Wunsch, auch mal seinen Namen in der Weltpresse gedruckt zu sehen??? Oder der Wunsch nach einer neuen persönlichen Umgebung mit dick gepolsterten Wänden?
Nachtrag: Haben wir heute den Tag der unsinnigen Politiker???
Eben las ich, dass eine bayrische Landrätin so ganz ohne Lack und Leder vorschlägt, die ersten sieben Jahre der Ehe als Probezeit gelten zu lassen ... Was kommt als nächstes? Die ersten 7 Jahre des Lebens zur Probe? Oder nach 7 Jahre Tod die Einstweilige Verfügung bzgl. des Rechts auf Leben? Irgendwie bin ich zu blöde für all das ... !!!
Monday, September 17. 2007
Wetterfühlig ...
... bin ich geworden. Aber erst, seit wir vor rund einem Jahr wieder hier in Eschweiler sind. Nun würde es mir wohl etwas weniger ausmachen, wenn da mal etwas Kopfweh wäre. Aber es ist eine bleierne Müdigkeit, die mich einfach beherrscht. Und das mag ich gar nicht, weil ich dagegen kaum ankämpfen kann. Ist so nicht ganz richtig, denn irgendwie mache ich es schon, ärgere mich aber über die dauernde Gähnerei! Dann schimpfe ich mit mir und bin nörgelig und ärgere mich dann wieder, dass ich es bin. Und so weiter und so fort. Dabei sollte ich doch ganz froh sein, denn es geht mir wieder langsam besser, nach dem ich am Freitag ein wohl bereits verdorbenes Hühnerbeinchen geknabbert hatte. Es war mir einige Zeit danach gar nicht gut. Und am frühen Nachmittag hatte es mir dann so richtig die Beine weg gehauen - ich legte mich etwas hin. Und aus diesem Etwas sind dann fast 5 Stunden zunächst geworden - und ich habe nichts, aber auch gar nichts mitbekommen, so fest muss ich geschlafen haben ...
Aber vielleicht ist diese Müdigkeit auch einfach nur ein Vorbote des nahenden Winterschlafs? Auch die Menschen fingen ja nach der Ernte an, sich auf die dunkle Jahreszeit einzustimmen. Dieser eigentlich natürliche Rhytmus änderte sich dann erst mit der Erfindung der Elektrizität und damit verbunden natürlich der Glühbirne. Fortan konnte auch nach Einbruch der Dämmerung weiter geschafft werden ... Ist das nun Segen oder Fluch?
Ich glaube, es ist beides. Nur haben wir nicht richtig begriffen, dass wir auch die Neuerungen der Zeit sinnvoll annehmen und nicht immer direkt aus dem Vollen schöpfen sollten. Denn wer hindert einen dran, bereits um 22 Uhr das Licht auszuknipsen? Oder eher? Oder die ganz andere Schiene: weshalb für jeden Weg das Auto nehmen und nicht mal das halbe Stündchen per pedes durch die Einkaufswelt? Und das nicht etwa aus Umweltgründen, sondern ganz einfach für den eigenen Körper!
Alles muss immer bequemer werden. Und auch wenn ich jetzt Haue bekomme: z. Z. beobachte ich mit sehr gemischten Gefühlen die unendliche Zunahme der Rollatoren auf den Gehwegen. Nicht bei den Gehbehinderten, für die diese Gehhilfe sicherlich ein wahrer Segen ist und ihnen mehr Mobilität beschert. Nein, bei Menschen, die zwar älter sind, aber noch vor einigen Wochen recht gut durch die Gegend wieselten. Da schiebt auf einmal der eine oder die andere so ein bequemes Wägelchen vor sich her, stützt sich ab, obwohl der eigene Körper er/sie noch sehr gut trägt. Machen die sich eigentlich gar nicht klar, wie sehr sie zu ihrer eigenen Hinfälligkeit beitragen und ihre Muskeln entlasten und erschlaffen lassen, wo doch eigentlich das Gegenteil gewünscht wäre ... Für die schweren Einkäufe gibt es schließlich den Hackenporsche! Aber der ist auch mühsam zu ziehen, wenn er schwer beladen etwa noch einen kleinen Berg gezogen werden muss. Ist aber gut ...
Eigentlich birgt jede Neuerung einen starken Rückschritt in der menschlichen Entwicklung. Ein breites Feld, zu dem es für mich unzählige Beispiele gibt und ich deshalb hier zumindest heute gar nicht damit anfangen will. Denn eigentlich möchte ich nur auf eines aus: einfach mal wieder in sich hören, was der eigene Körper im Moment für Bedürfnisse hat ... und sie ihm dann geben. Sei es ein natürlicher Schlafrythmus (werde ich in Angriff nehmen!!!) oder auch mal ein flotter Spaziergang oder so ... Und: nicht immer alles mitmachen, nur weil es neu und angeblich In ist!
Sunday, September 16. 2007
Zwei Sorten von dämlich ...
... gibt es für mich. Nämlich die Art, die Wolfgang so treffend in seinem Kommentar beschrieben hat; eben die Personen weiblichen Geschlechts, die ihre Teetasse nur mit gespreiztem Fingerchen in der wohl manikürten Hand balancieren und kaum in der Lage sein dürften, auf ihren italienischen Schühchen mehr als 100 Meterchen den eigenen Körper durch die Gegend zu schaukeln. Wobei dieser seltene Fall denn auch meist die Begleitung eines Herrn gleicher Coleur erforderlich macht, damit die abenteuerlichen Höhen der Schuhabsätze nicht auch vordergründig zum direkten freien Fall führen. Allerdings muss ich gestehen, dass ich so etwas mit einem gewissen Vergnügen betrachte, denn ich lästere gern (in der absoluten Gewißheit, dass dies andere eben über mich tun ...)...
Die zweite Dämlichkeit betrifft nicht nur Mann und Frau, sondern zeugt von dem Verfall der vorhandenen Allgemeinbildung seit Jahrzehnten. Via TV wird uns vorgeführt, wie sehr sich erwachsene Menschen nicht scheuen, ihr Nichtwissen mit Kindern zu vergleichen. Klar sind die Kinder mit ihrem aktuellen Schulwissen besser - aber: wissen sie das eben Gelernte auch noch in einem Jahr??? Wobei allerdings der Vorname unseres Herrn Bundespräsidenten uns fast jeden Tag irgendwo anspringt - und dennoch ist er etlichen Erwachsenen nicht geläufig. Und das finde ich genauso erschreckend wie die Tatsache, dass Getreidesorten nicht mehr unterschieden werden können und anderes mehr!
Ich gestehe, dass ich - wenn ich überhaupt mal Fernsehen schaue - ein Fan von Sendungen bin, in denen Wissen gefragt ist. So hat "Wer wird Millionär?" bei uns schon zu feinen Abenden geführt, in denen wir nicht nur Lexika und Atlanten gewälzt haben, um mehr über das eine oder andere zu erfahren. Und selbst jetzt die Vergleichssendung zwischen Erwachsenen-Wissen und Kinder-Wissen hat mir doch zumindest die interessante Erkenntnis gebracht, weshalb Pinguine weiße Bäuche und schwarze Rücken haben! Relevanter fand ich jedoch, dass die Kinder hier um Geld für ihre Schulen gespielt haben - Pausenhofverschönerung mit Klettergerüsten etc. finde ich da zwar hinsichtlich der Aufsichtspflicht ganz schön gewagt, aber noch o.k. Aber wenn die Kinder selber dafür sorgen müssen, dass ihre Geräte für den Sportunterricht erneuert werden können, dann kann ich nur mal wieder den Kopf schütteln über dieses Land, das mein Land ist! Und das wohl wirklich zu oberflächlich ist, dass es meint, dass allein Diskussionen um Pisa und Bildungsnotstand eben denselben beheben ...
Um richtig lernen zu können, wird richtiges Handwerkszeug benötigt. Und eine Umgebung, in der sich die Kinder auch wohl fühlen. Dazu dann Pädagogen, die ihre Lehrtätigkeit nicht nur als Broterwerb ansehen, sondern denen es auch ein Anliegen ist, den ihnen anvertrauten kleinen Menschen auch fundierten und anhaltendes Wissen zu vermitteln, dann wäre schon mal die halbe Miete für deren späteres Leben und damit für die Zukunft unseres Landes bezahlt. Solange da nicht ein vernünftiges Gerüst auf ein sicheres Fundament gestellt wird, sollte man sich nicht so viele Sorgen um Kinder im Krippen- und Kindergartenalter machen. Denn selbst bei bester Förderung werden sie in unserem heutigen Schulsystem wohl eingehen wie die kleinen Primelchen ... und eines Tages vor die TV-Kameras treten und nicht wissen, ob denn der Weizen nun die langen Grannen hat oder die Gerste!



Kommentare
Thu, 03.05.2012 17:07
Liebe Ulrike! Endlich seit [...]
Wed, 02.05.2012 20:55
Danke lieber Wolfgang - es hat [...]
Mon, 30.04.2012 14:27
Ich denke heute ganz doll an [...]