Tuesday, November 27. 2007
Lebensspruch - Lebensmotto?
Viele von uns gehen durch ihr Leben, einzig verbandelt mit dem Spruch, den Pastor oder Priester oder - im besten Falle - die Eltern zur Taufe heraus gesucht haben. Ich muss gestehen, ich hatte mir in jungen Jahren darüber überhaupt keine Gedanken gemacht und nahm es als gutes Omen, dass mein Taufspruch eben schon der Konfirmationsspruch meines Vaters war und auch bei der Hochzeit meiner Eltern ins Stammbuch geschrieben wurde. So war es eben ...
Irgendwann begann meine Vorliebe für Aphorismen, Zitate - auch Gedichte. Und ich kann es heute nicht mehr sagen, wo ich exakt den Spruch fand, von dem ich genau wußte: das ist meiner, den mache ich mir zueigen, danach will ich leben ... Ich schätze, dass wir mit Sicherheit unser 20jähriges Jubiläum bereits hinter uns haben!
Selbst in sehr dunklen Stunden hat er mir weiter geholfen, mich auf den Boden der Tatsachen gestellt und mir vor Augen geführt, dass es mir im Endeffekt immer noch sehr gut ging/geht ...
| Ich habe geweint, weil ich keine Schuhe hatte, bis ich einen traf, der keine Füße hatte. |
| Giacomo Graf Leopardi |
Monday, November 26. 2007
Die deutschen Comedians ...
... sind fantastisch! Habe ich gelesen. Und das sogar mehrfach! Und ich bin am Zweifeln. Ja, fast würde ich zur Selbstzerfleischung neigen, würde ich nicht sehr viele Mitmenschen kennen, die sich ebenfalls fragen, ob ihnen ihr Humor abhanden gekommen ist.
Da füllt einer das Olympia-Stadion in Berlin. Das kann ich ja noch verstehen, denn - gehe ich mal nach seiner Aussprache - er ist Lokalmatador. Und mit der berühmten Berliner Schnauze hatte ich schon als Kind Probleme. Heute habe ich mit dem Dialekt absolut keine Schwierigkeiten mehr, aber mit dem Humor zumindest dieses eines einen Menschen. Nein, das stimmt nicht, denn da geistert auch noch so ein weibliches Individuum durch die Fernsehlandschaft, angeblich aus der berühmt/berüchtigten Plattenbausiedlung im ehemaligen Ost-Teil unserer Bundeshauptstadt. Auch bei ihr versagt mein Humorverständnis gänzlich. Insgesamt finde ich beide nur laut, aufdringlich und lästig. Und ihre vermeintlichen Pointen sind meist zu hoch - oder zu tief, je nach Betrachtunsweise - angesiedelt (wieder für mich!).
Ein anderer bekam sogar einen Fernsehpreis dafür, dass er im gestreiften Bademantel an der Theke einer Imbiss-Stude im Stehen mit der Bierflasche rumwedelt und seinen persönlichen Humor mit Tiefgang auf die Fernsehnation niederprasseln lässt. Wenn ich aus Versehen da mal zu später Stunde auf diese hohe Kleinkunst deutscher Comedy zappe, dann verspüre ich eigentlich nur den dringenden Wunsch, das Kerlchen zu schnappen, gründlichst zu duschen und in Jeans und Pullover zu stecken ... Aber das Problem hat sich erledigt, seit er für sich festgestellt hat, dass er nicht zu blöd ist, Werbegelder zu kassieren und von einem Elektronikmarkt dafür auch noch ausgestattet wurde mit Kleidung unterschiedlichster Art - vom feinen Damenkostümchen hin zum Hippie-Schlabberlook (bei dem ich wieder an die überfällige Dusche denke ...).
Eigentlich bin ich froh, dass sich all diese Darsteller selbst Comedians nennen. Denn für mich passt meist zu ihnen, dass das Klatschen ob des Niveaus ihrer Pointen unbedingt aus der Dose kommen muss ... Und es erübrigt sich von allein, dass frau sie suchen muss in der Reihe der Humoristen, die sie schätzt, angefangen bei Heinz Erhardt bis hin zu dem großen Meister Loriot. Ja, auch über Otto konnte ich lachen und kann es teilweise auch heute noch.
Pastewka und Kerkeling - sie halten meinen kritikbereiten Augen und Ohren auch Stand. Sie haben das gewisse Augenzwinkern sich selbst gebenüber ... ansonsten muss ich mich heute ganz einfach mal neudeutsch outen: gemessen am wohl Massengeschmack bin ich humorlos. Und das tut mir noch nicht mal weh!
Sunday, November 25. 2007
Tiefe Schatten, liebe Felicitas, ...
... umwölken meine Stirn. Denn es ist unfassbar, was ich eben lesen musste und was mich vollkommen unvorbereitet traf: Liechtenstein und San Marino stehen an, die Weltherrschaft an sich zu reißen! Du glaubst es nicht? Ich auch erst nicht! Aber Du kennst mich ja inzwischen - ich lese eine Meldung, glaube nicht, recherchiere, glaube doch oder lach mir eins ins Fäustchen und mein innerer Lieblingshund wedelt entzückt mit dem Schwänzchen.
Aber heute ist alles anders. Denn auch das glanzvolle Inselkönigreich, aus dem nun wohl doch irgendwer irgendwann jetzt das Stöppselchen gezogen hat, ist nicht mehr zu finden: von Großbritannien keine Spur mehr! Es scheint jedoch hauptsächlich den Norden nach unten gezogen zu haben, denn England gibt es noch und Wales auch.
Liebe Felicitas, teilst du mein Entsetzen? Aber es wird noch größer werden - Vatikanstadt kann ich auch nicht finden auf der Liste, die die Welt bedeutet; auf der alle großen und kleinen Nationen sich vereinigt haben, um eben die Weltherrschaft zu übernehmen. Sie werden erbittert kämpfen, ganz gewiß. In den einzelnen Ländern wird es zu riesigen Produktionsausfällen kommen, weil diese Kämpfe den überwiegenden Teil der Bevölkerungen aus dem normalen Alltagsleben heraus heben werden - weg von Schreibtischen, Maschinen und geregeltem Tagesablauf, hin auf weiche Couchen oder harte Kneipenbänke und zu ungeregeltem Leben, in dem selbst die Nahrungsaufnahme zur Nebensächlichkeit mutieren wird.
Ja natürlich rede ich von den nächsten Fußballweltmeisterschaften, das hast du richtig erkannt, meine liebe Felicitas. Noch schöner, noch besser sollen sie werden, noch heißer. Wobei letzteres ja vermutlich schon allein durch den Austragungsort Südafrika eintreffen wird. Allerdings ist das auch noch nicht sicher, weil eben nicht sicher ist, dass da auch genügend Platz zum Spielen sein wird. Da sehe ich persönlich allerdings das kleinere Problem: das Land ist umgeben von wunderbaren Küstenstreifen; da könnten sie doch den Sand mal etwas platt machen und die Zuschauer könnten sich zu den Pinguinen auf den Felsen gesellen ...
Nun werden ganz sicher viele Länder auch diese Weltmeisterschaft überstehen - wenn auch so ziemlich am Rande des Ruins der Nerven von normalen Menschen, wie meinereine nun mal ist. Aber nun stell dir doch bitte San Marino vor! Das Land wird handlungsunfähig, kein Mann mehr am Schalter, um die heiß begehrten Briefmarken abzustempeln, weil ja wohl angesichts der Bevölkerungszahlen alle halbwegs bewegungsfähigen Einwohner auf den Fußballfeldern antreten müssen. Bei Liechtenstein dürfte es etwas besser aussehen; da schätze ich, dass sie sogar noch die Reservebank besetzen werden können.
Aber was ist mit Großbritannien los? Wales und England??? Warum die? Warum dann wir nicht Sachsen, Bremen, Brandenburg, Bayern und Co.??? Also tatsächlich Land unter bei den Schotten? Oder haben die sich abschottet - verzeih mir den kleinen Kalauer, aber er musste einfach sein!
Und warum nicht Vatikanstadt? Klar, dass der Papst da nicht mitstürmen kann - irgendwie hat ja das Alter bei Fußball doch auch gewisse Grenzen gesetzt. Aber die ganzen netten jungen Priester ... warum dürfen denn die nicht mit wehenden Soutanen diesem kleinen verrückten Ball hinterher sprinten? Für Ruhm und Ehre ... Ansonsten mischt doch dieser Staat auch kräftig mit in der Welt - warum ausgerechnet nicht im Fußball??? Wäre doch sicher für uns 2 ein Augenschmäuschen!
Und all die neuen Länder! Liebe Felicitas, da muss ich mir den Atlas vorholen und gucken, wo die überhaupt liegen. Und wie die früher hießen und unter welche Flagge die eigentlich mal gespielt haben - und vielleicht bald wieder spielen werden ... Aserbeidschan und so. Hab ich das richtig geschrieben? Wenn nicht, muss ich mir das einprägen?
Fragen über Fragen türmen sich schon jetzt auf - dabei finden die alles so beeinflussenden Kämpfe doch erst 2010 statt. Und vorher soll doch noch geklärt werden, wer das Zepter in Europa schwingen wird. Und da ist bisher nur eins ganz sicher: the most important English players not ... Nein, Felicitas, ich werde nicht rot vor Scham, weil ich mich freue, dass auch das Inselchen mit Machtgelüsten eines Kontinents sein schweres Fußballpäckchen zu tragen hat - hab ich genauso viel Mitleid mit wie mit den heroischen Fußballstars vor heimischen Fernsehern in unserem Lande, die ihre Felle davon schwimmen sehen, weil die 11 Hanseln da in dem kleinen Kasten sie nicht würdig vertreten und ein schlappes Unentschieden erreichen (ich würde nur gern den 11 Hanseln gönnen, die maulenden Besserwisser mal scheuchen zu dürfen ...).
Und im übrigen, liebe Felicitas, sollte nicht in Zeiten der Globalisierung eine andere Form der Gruppierung gefunden werden? Nicht Land gegen Land, sondern, hmmmmmm - wie machen wir das denn? Vielleicht Wirtschaftszweig gegen Wirtschaftszweig: die Banker der Welt gegen die Automobilhersteller der Welt; die Lokführer der gesamten Eisenbahnwelt gegen die Stewards aus der Luftwelt ... ach, das ist ein gutes Stichwort, liebe Felicitas: Luftwelt ... heiße Luft, und zwar sehr viel heiße Luft um eine absolute Nebensächlichkeit wird produziert. Und gebraucht, um die Masse Mensch träge auf der Couch zu halten!
Bis bald, liebe Felicitas - ich schreibe dir jetzt wieder öfter, versprochen!
Saturday, November 24. 2007
Dinge, die wir nicht begreifen ...
... haben auch nicht zu existieren! Das ist es, was den Menschen wohl voran treibt, alles und jedes erforschen zu müssen. Und das erschreckt mich oft! Warum kann nicht mal etwas hingenommen werden, weil es einfach so ist wie es ist!
Mich interessiert es zum Beispiel überhaupt nicht, ob Leben auf dem Mars mal war, ist oder jemals sein wird ... Auch halte ich es für überhaupt nicht wichtig, die Frage zu klären, ob der Mensch außerhalb der ihm zugedachten Welt überlebensfähig wäre im Falle des großen Knalls. Und es interessiert mich auch nicht, was sich so alles in den unwahrscheinlichen Tiefen unserer Ozeane verbirgt ...
Hingegen würde ich es schon für wissenwert halten, ob nicht der ganze Schrott, den etliche Nationen inzwischen hoch geschossen haben, viel mehr unsere Atmosphäre belastet als die vielen kleinen bunten Autos auf unseren Straßen (alle Autos dieser Welt sollen 0,03 Prozent des gesamten CO2-Ausstosses ausmachen ... - oder waren es 0,3 Prozent?). Und: wie viele Menschen hätte man vor dem Hungertod mit all dem Geld retten können? Wievielen Ländern der sogenannten dritten Welt hätte mit diesem Geld eine überlebensfähige Infrastruktur gegeben werden können? Wieviele Kriege hätten genau mit diesem Geld verhindert werden können, weil die Schere zwischen armen und reichen Ländern etwas hätte geschlossen werden können?
Je mehr der Mensch erforscht, umso mehr Menschen wenden sich dem Unerforschlichen zu. So ist mein Eindruck ... Ich finde immer mehr Menschen, die sich auf den alten Weg gemacht haben, die für sich den Weg zurück zur Natur suchen und vor allen Dingen versuchen, ihren persönlichen Einklang mit ihr zu finden.
In irgendeiner Quizshow gab es die Frage: wenn die Existenz der Welt ein Kalenderjahr betragen würde, wie lange gäbe es dann den Menschen? Die richtige Antwort war: seit dem 31.12., abends ... Da für mich der Abend so um 19 Uhr beginnt, wären das 5 Stunden! Bin ich mal großzügig (was ja nicht oft vorkommt ...), dann frage ich mal: wer sind die Menschen, dass sie sich anmaßen, in max. 6 Stunden all das begreifen zu wollen, was innerhalb eines Jahres auf der gesamten Welt, in allen Ozeanen und auf den umliegenden Planeten geschehen ist, geschieht und geschehen wird - und damit nicht genug, denn sie wollen ja innerhalb dieser 6 Stunden auch noch eingreifen und den Lauf unserer Welt beeinflußen, verbessern und sonst was - was noch? Ach ja, selber neues Leben erschaffen und die Ewigkeit finden ...
Jeder, der sich ernsthaft bemüht, weiß, wie schwer es ist, die eigene Mitte erst zu finden - und sie bei allen Irrungen und Wirrungen des persönlichen Lebens auch zu halten, wieder zu finden, in Balance zu halten zum Geschehen. Aber das gibt dann auch eben jene Zufriedenheit, die es möglich macht, zu glauben - das Unerklärliche hinzunehmen, zu akzeptieren, dass da wohl doch was ist, was dem Menschen an sich immer wieder zeigen wird, was er wirklich ist: ein Staubkörnchen (und nicht der Sandsturm, wie so manche glauben!).
Friday, November 23. 2007
Pünktlichst zum Wochenende ...
... wird es wieder kalt und es regnet - vorbei das bis gestern hier herrschende Spätherbstwetter (sogar mit milder Sonne!!!). Aber das macht nichts, denn wir haben November. Ja, ich weiß, ist eine erstaunliche Erkenntnis von mir - wahrscheinlich wäscht November-Regen das Hirn frei ...
Bis morgen am späten Vormittag habe ich kindfrei - sie ist auf einem Streitschlichter-Seminar. Ich finde das wunderbar! Nicht, dass es sich meine Tochter zur Aufgabe machen will, sich in Streitereien ihrer Mitschüler einzumischen, nein, ihre wieder beginnendes Engagement für die Schule ist es, was mich in Hochstimmung versetzt. Und die Erkenntnis, wie sie nun mit ihrer Krankheit umgeht. Normal, nichts dramatisierend und ausschlachtend, wo es sich anbietet!!! Jaaa, sie kam doch tatsächlich gestern mit dem Zettel, den sie ja nun bei sich tragen muss und auch den Betreuern geben muss (passieren kann ja immer was ...), und bat um Ergänzung ...
Eigentlich steht da eine Information über Morbus Wilson drauf, die Namen der behandelnden Ärzte und die nächste ärztliche Anlaufstelle, wenn unterwegs was ist. Ja, und die Medikamente, die sie nehmen muss. Und die, gegen die sie allergisch reagiert ... Und seit gestern steht nun auch noch drauf, was sie auf keinen Fall essen sollte. Klar, Innereien wie Leber und Austern und Leitungswasser, weil das die kupferhaltigsten Sachen sind, die wir zu uns nehmen. Aber alles andere darf zumindest einmal wöchentlich genossen werden. Und da liegt der Hase schon im Schmortopf ... es gibt nämlich eine Menge Sachen, die mein gutes Kind einfach nicht mag. Und von denen jeder vernünftige Mensch sagt: iss, das ist gesund! Salat zum Beispiel. Und Fisch in jeder Form (außer diesem geschnetzelten Zeug, auch Fischstäbchen genannt ..) ...
Ich sah die von ihr aufgestellte Liste und musste grinsen. Und nun stehen die ungeliebten Dinge alle mit auf dem wichtigen Info-Zettel - vernünftig zusammen gefasst und begründbar. Ein Willkommensgeschenk an meine Tochter für ihre Tapferkeit - und ihr Bemühen um Normalität!
Wir werden übrigens im Dezember nach Marburg fahren. Im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums werden dort weitgehend unbekannte Krankheiten erforscht. Und Anni soll mit aufgenommen werden. Ich erhoffe mir dadurch für sie in den weiteren Jahren Erleichterung, z. B. bei der Arztsuche hier in der Nähe. Denn sie wächst aus der Kinder- und Jugendmedizin ja langsam (eigentlich zu schnell ...), aber sicher heraus. Und welchem Arzt ist es zuzumuten, für eine einzige Patientin sich mit einer komplexen Krankheit auseinanderzusetzen? Am Klinikum in Aachen gab es bisher wohl zwei oder drei Fälle bisher - aber die gibt es nicht mehr ... Und mit der Uniklinik Marburg hätte dann ein williger Hausarzt kompetente Ansprechpartner ...



Kommentare
Thu, 03.05.2012 17:07
Liebe Ulrike! Endlich seit [...]
Wed, 02.05.2012 20:55
Danke lieber Wolfgang - es hat [...]
Mon, 30.04.2012 14:27
Ich denke heute ganz doll an [...]