Monday, December 31. 2007
Wir ...
wünschen einen guten Rutsch und ein Jahr 2008, dass so manche Wünsche und Erwartungen erfüllt und Raum und Zeit lässt für mehr Miteinander und viel mehr Nähe und Menschlichkeit ...
Artenschutz nun auch für uns Menschen
Gestern wollte Frau Buntstrumpf sich mal wieder ein paar neue Schuhe holen. Aber weil ihre Füße nicht mehr so recht wollen, dachte sie vorsorgend und eilte in die Praxis von Dr. Knochenbieg. Doch das war arg leichtfertig! Denn so mal eben ein Rezept für neue Einlagen sich am Tresen von der netten Arzthelferin ausstellen lassen, da hatte Dr. Knochenbieg harte Barrieren vorgebaut. Doch der Reihe nach:
Frau Buntstrumpf drückte den Klingelknopf und die Tür zur Praxis öffnete sich. Als sie flugs durcheilen wollte, knallte sie mit dem Kopf gegen eine sauber geputzte Scheibe, hinter der ein arg streng aussehender Herr saß und sie prüfend musterte. Den Mantel solle sie mal direkt ausziehen und dann hier fix den Bogen ausfüllen - und er schob ein bedrucktes Blatt Papier durch einen kleinen Schlitz. Brav hängte Frau Buntstrumpf ihren schweren Wintermantel an den einzigen Haken, der noch frei war und wollte eben das erste Kreuzchen setzen hinter: 'Haben Sie heute geduscht?' Was bitte ging das denn die Arzthelferin an, von der sie ja nur das Rezept haben wollte? Dann las sie weiter die Fragen von 'Wann haben Sie das letzte Mal ordentlich Pediküre betrieben?" bis 'Waschen Sie Ihre Unterwäsche bei 90 Grad oder bei niedrigeren Temperaturen?'. Das ging ja nun wahrlich viel zu weit und sie klopfte an die immer noch sehr saubere Glasscheibe, die sie von dem komischen Mann in dunkler Uniform trennte. Was denn die ganze Fragerei solle, wollte sie von ihm wissen. Und freundlich, aber bestimmt erklärte ihr der Mann, dass die Regierung ja begonnen hätte, bestimmte Menschengruppen unter besonderen Schutz zu stellen als so eine Art Artenschutz. Und genau dies sei auch das Anliegen von Dr. Knochenbieg, der ja bekanntlich ein sehr weitsichtiger Arzt sei. Und darum wolle er verhindern, dass sich in seinen Praxisräume Viren und Bakterien ungehindert verbreiten und sogar vermehren und von Mensch zu Mensch wandern würden. Und darum müssten eben genau die Fragen beantwortet werden, damit er, der Mann hinter der Glasscheibe entscheiden könne, durch welche Tür denn nun ein Patient auch die Räume betreten dürfe.
Frau Buntstrumpf schaute dahin, wo früher eine glatte weiße Wand mit einem hübschen bunten Bild dran gestanden hatte. Das Bild war weg und es gab nun drei Türen: 'Dusche normal', 'Komplettdesinfektion' und 'Ultraschallreinigung'. Der Uniformierte sah ihren Blick und meinte, dass die Ultraschallreinigung wie bei den Brillen funktioniere und man da komplett angezogen aufs feinste gesäubert würde. Aber sie wäre eben arg teuer gewesen und sei deshalb nur für Privatpatienten, außer man zahle als Pflichtversicherter 5 Eurönchen extra - aber dafür würde man sich ja auch die chemische Reinigung des Kleides sparen. Frau Buntstrumpf bekam einen roten Kopf - hatte der Mensch doch tatsächlich den Kaffeefleck auf ihrem Kleid entdeckt. Aber sie hatte ja auch unterwegs nicht den Mantel ausziehen wollen ... Irgendwie war ihr alles zu dumm und sie nahm ihren Mantel vom Haken, murmelte, sie würde das Rezept dann eben telefonisch ordern und verschwand aus dem Blickfeld des wichtigen Mannes.
Die Lust auf neue Schuhe war ihr mal wieder vergangen. Aber zur Beruhigung ein Tässchen Kaffee in der Konditorei 'Hüftspeck', die wollte sie sich gönnen. Sie öffnete die Tür und stieß direkt mit der Nase auf das Schild 'Zum Schutz unserer Gäste vor unseren Gästen bitten wir Sie, die Hände gründlichst zu desinfizieren und einen Mundschutz zu tragen. Bitte bedienen Sie sich links unten aus dem Kasten' ...
Ohne neue Schuhe und ohne Stärkung durch Kaffee und Sahnetorte kam Frau Buntstrumpf zu Hause an. Ihr Mann eilte ihr entgegen und meinte, er müsse noch ganz schnell ins Städtchen bevor die Geschäfte für dieses Jahr ihre Türen schließen. Er hätte gerade im Radio gehört, das es zum Schutz der Wohnungsbewohner ab sofort Pflicht sei, Iso-Matten vor die Haustür zu legen und etwaige Gäste mit Mundschutz auszustatten ...
Ein fröhliches Jahr 2008 wünscht ohne Mundschutz - trotz Erkältung - allen lieben Menschen hier ganz lieb Ulrike!
Sunday, December 30. 2007
Die Nase tropft ....
... der Rücken tut schon weh vom vielen Liegen. Lesen mag ich irgendwie nicht, also bleibt nur das weltweite Netz. Und auch da ist vieles einfach nur bääähhh ....
Kluge Reden von wegen die Leute verdienen zu wenig, lassen spontan nur den Gedanken im umnebelten Hirn zu: wer, ihr hohen Politiker, hat denn dem Amerikanismus auch in unserer Wirtschaft Tür und Tor geöffnet? Wer trägt für den Werteabbau bei Familie und Co. die Verantwortung? Oder die Proteste gegen eine 'Tatort'-Folge, die ich nicht gesehen habe, weil ich einfach krimigeschädigt bin und darum keine mehr sehe ... und darum nur der Spontaneinfall: bevor sie wieder Empörungswellen schlagen lassen, mögen sie doch bitte beweisen, dass es in ihren Reihen keinen einzigen, auch nicht einen!, Inzestfall gegeben hat oder gibt ... Dazu die Lage im Atom-Land Pakistan - hypnotisiert von der Vorstellung, die Taliban könnten an die roten Knöpfchen kommen, überschlagen sich die Regierenden. Chance für den Iran, als Einmarschziel des großen Weltretters von eigenen Gnaden auf den zweiten Platz zu rutschen ... aaaber: verfügt Pakistan über lohnende Ressourcen???
Könnten den nicht wenigstens in diesen Tagen mal ein paar schöne Nachrichten uns da entgegen flimmern? In Zeiten der Reality-Shows wäre doch auch mal ganz schön, was zu sehen wie 'meine schöne Kinderzeit' (vielleicht von Leuten meiner Generation als Anschauungsmaterial für die Eltern von heute ...) oder 'so habe ich es geschafft' als Mutmacher und Wegweiser ... Aber wahrscheinlich beschränkt sich her der Ideereichtum der Fernsehgewaltigen darauf, welche Eisbärenmami bestochen werden könnte, uns einen zweiten Knut zu liefern.
Ich bin da eigentlich fix zufrieden zu stellen - ein Anruf aus Chemnitz hat für heute genügt und ich werde lächeln im Denken daran wie meine Teenie-Tochter sich ausschüttet vor Lachen über den besten Witz überhaupt: geht ein Keks um die Ecke - und bricht sich einen Zahn ...
Wobei mir einfällt: gestern wurde der 'kalte Hund' angeschnitten, lieber Wolfgang - lecker, besser: superlecker! Danke für das Rezept!!!
Lebenszeichen mal kurz gesetzt ...
... weil es zu halbwegs Passablem nicht reicht - der Erkältungsvirus hat voll zugeschlagen, von jetzt auf gleich. Warum, weiß ich nicht - weiß nur, dass es selten so heftig war. Dabei hab ich noch vor ein paar Tagen gedacht, ich schaffe es ohne nennenswerte Beeinträchtigung. Sonst hilft bei den ersten Anzeichen das eklige warme Bier und so hatte ich auch brav eine große Tasse davon runter gewürgt. Und am nächsten Tag ging es blendend. Und das war es dann - nun häng ich in den Seilen und bin nur froh, dass Anni mit ihren Freunden in Chemnitz den Jahreswechsel unbeschwert begehen wird.
Kaum Weihnachtsgrüße verschicken konnte ich, nun bin ich gespannt, ob es morgen klappt ... aber ich meine schon, dass es aufwärts geht. Drum bin ich jetzt auch hier wieder weg und pfleg und putz mich, damit die widerlichen Viren und Bazillen an mir abgleiten mögen ...
Sunday, December 23. 2007
Fröhliche Weihnacht überall ... !!! ???
Heute war hier verkaufsoffener Sonntag. Höchst willkommen für so manchen Zeitgenossen, mal in die Stadt zu gehen und endlich mal einzukaufen. Gab es doch vieles, was die Herzen so begehren. Ein Blick in die Einkaufswagen im Drogeriemarkt zeigte mir, dass es dieses Jahr wohl Windeln, Feuchttücher und die allseits so beliebten Papiertaschentücher sein werden, die unter den Tannenbäumen auf ihre neuen Besitzer warten. Daneben werden dann stehen: Schnapsflaschen, Nudeln im Zehnerpack und Massen an Kartoffeln. Wobei ich bei den Knollen am Überlegen bin, ob die ganzen Tüten eingeschlagen werden in buntes Papier oder aber die einzelnen Erdäpfelchen ...
Vielleicht habe ich ja auch etwas nicht mitbekommen, weil ich ja überzeugte Nichtleserin der örtlichen Tageszeitung bin und die ganzen Sachen sind gar nicht als Geschenke gedacht und es handelte sich heute um wichtige Hamsterkäufe, weil nach den Festtagen die Geschäfte nicht mehr öffnen werden?
Denn eigentlich gibt es ja nach dem neuesten Trend zumindest für kleine Mädchen dieses Jahr nur einen Umschlag vom Weihnachtsmann. Darin befindet sich ein Gutschein für einige Wellness-Stunden in einem Spa. Neben Gesichtsbehandlung und Maniküre ist eine Entspannungsmassage mit warmer Schokolade der Hit für verspannte Kinderrücken. Ehrlich, ich habe das gestern im Fernsehen gesehen. Und wenn ich dazu meine Gedanken und Emfindungen schreiben sollte (was ich ja nicht will), dann könnte ich das in 3 Wörtern: dekadent und krank. Aber gut, wenn es denn für die Kinderseele gut ist, dass schon jetzt gegen Falten in 50 Jahren gekämpft wird, dann bin ich einfach nur froh, dass das jetzt erst en vogue ist und nicht schon vor 8 Jahren ...
Ich bin nämlich so richtig altmodisch. Bei uns werden kleine Geschenke gemacht und Wünsche erfüllt, die mal so nebenbei geäußert wurden. Und ganz wichtig: Bücher müssen sein. So richtige, gedruckt auf Papier, die man zum Lesen in die Hand nimmt (während man vorzugsweise auf dem Sofa lümmelt, mindestens eine Kerze brennt und leise Musik läuft) und für die man irgendwann schon fast verzweifelt einen Platz im Bücherregal suchen muss, damit es auch thematisch passend stehen kann. Die erhoffte DVD gab es in den beiden Geschäften nicht, in denen ich vor einigen Tagen geschaut habe. Und platte Füße für einen Film? Nein, danke! Irgendwann ist ohnehin eine Amazon-Bestellung fällig und so eine DVD passt auch gut ins Osternest ...
Aber morgen muss ich nochmal los. Denn der einzige, konkret geäußerte Wunsch meines Kindes muss erfüllt werden: ein Ü-Ei mit einer roten Schleife um den Bauch (zur Erinnerung: Anni ist 16 ...). Da Schokolade nur in geringem Maß noch auf den Tisch des Hauses kommt (weil eben stark kupferhaltig), darf an so einem Tag wie Weihnachten die große Ausnahme gemacht werden. Und darum werde ich also morgen nochmal los und nicht nur die frischen Sachen holen ... wobei eigentlich nur der Salat fehlt. Der für uns und der für Amie (wobei mir jetzt beim Schreiben das erste Mal auffällt, dass wir tatsächlich eine Namensvetterin von Maris toller Hündin haben (aber den Namen hat unser Meersäuchen schon aus dem Tierheim mitgebracht ...).
So, nun werde ich kontrollieren gehen, ob Kind den Tannenbaum auch fein geschmückt hat ...




Kommentare
Thu, 03.05.2012 17:07
Liebe Ulrike! Endlich seit [...]
Wed, 02.05.2012 20:55
Danke lieber Wolfgang - es hat [...]
Mon, 30.04.2012 14:27
Ich denke heute ganz doll an [...]