Tuesday, January 29. 2008
Neben der Spur ...
... bin ich seit dem Wochenende. Ob es nun an dem sich stetig ändernden Wetter liegt - heute kalt, alles morgens befroren, morgen sonnig und für den Mantel zu warm - , ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass ich müde und eigentlich zu nichts zu gebrauchen bin. Irgendwie fühlt es sich wie November-Blues, aber auch nicht so richtig. Weil - traurig oder verstimmt bin ich nicht. Aber ich finde ziemlich viel nervig, was sonst an mir abprallt.
Dazu kommt mein persönliches Entsetzen über die Wahl in Hessen. Am Samstag waren wir durch einen geschickten Fahrfehler von mir mitten in Frankfurt gelandet und haben so etliche Wahlplakate sehen müssen, die einfach nur erschreckten. So kann man über den Herrn Koch denken, was man will (ich persönlich mag ihn nicht und halte ihn für eine Art Feudalherrn von eigenen Gnaden ...), aber so primitiv gegen eine Partei in den Wahlkampf ziehen, in dem man einen einzelnen Menschen so harsch und unterhalb der Gürtellinie angreift, das hat meine ebenfalls nicht allzu gute Meinung über Frau Ypsilantis nicht gebessert, wobei ich durchaus an ihr schätze, dass sie zu ihrer Meinung steht und selbst dem allgewaltigen Herrn Schröder die Stirn bot (bin aber trotzdem gespannt, wie sie die versprochene Bildungsreform finanzieren will ... und anderes). Auch die Republikaner mit ihren 'weg mit den Minaretten'-Plakaten waren ein Schlag in die Magengrube ... aber der größte Schlag war denn doch das Ergebnis der Wahl. Egal wer, aber einer hätte doch einen klaren Wählerauftrag erhalten müssen, sollen. Nun geht es also richtig los im Stammland der SPD ... ob nach vorn, mag bezweifelt werden!
Aber auch in Niedersachsen ... ich weiß ganz ehrlich nicht, wie ich mich der negativen Gefühle gegen die 'Linken' erwehren soll. Wenn ich den wortgewandten Herrn Gysi sehe und höre, dazu das saarländische Oskarlein - meine Güte, was erhoffen sich eigentlich deren Wähler??? Ist alles vergessen, was beide Männer in der Vergangenheit taten? Und mehr als heiße Luft ist da aus meiner Sicht nie gewesen.
Ja, ich glaube, dass dieser Wahlsonntag viel mit meiner Schlafstimmung zu tun hat! Denn ich glaube, dass da irgendwo auch Resignation mit dabei ist. Solange die Mehrheit leeren Worthülsen hinterher hechelt, solange wird sich nichts ändern. Markige Worte gegen den finnischen Handyhersteller nun in NRW - was soll denn das??? Sollen sie doch z. B. einfach ihre Subventionsgesetze ändern: wer einmal in den EU-Topf gegriffen hat, bekommt in den nächsten 50 Jahren nichts mehr daraus - aber jetzt ein Wirtschaftsunternehmen verdammen, weil es alle Vorteile, die die Politik ihm bietet, auch ausschöpft? Nö .......... Und überhaupt, war es denn nicht vorhersehbar, dass mit Aufnahme der wirtschaftlich desolaten osteuropäischen Länder mit ihren Billiglöhnen exakt das passiert, was jetzt passiert? Wir könnten doch nur dagegen setzen, das unsere Arbeitskräfte bereits das Können haben - und dass unser Land sich für Investoren lohnt, weil es hier niedrige Steuern und absolut wenig Bürokratie gibt, also Dinge, von denen wir ebenso weit weg sind wie vom Mond!
Weg bin ich jetzt auch ... schlimm mit mir. Aber morgen, da geht es endlich wieder auf Blogtour! Ich freu mich drauf!
Sunday, January 27. 2008
Viel Gegend um Bad Orb ...
... haben wir am Samstag gehabt. Und weil das Wetter so gar nicht besonders schön war und alle Bemühungen, etwas zu finden, was sich anzuschauen lohnte, fehlschlugen, sind wir eben durch diese Gegend gefahren und haben geschaut. Na ja, meine Schwester und ich haben geschaut und Anni und Freund sind eben jung und verliebt ...
Ich war enttäuscht!!!! Nein, nicht von Anni .... aber von einer so bekannten Kurstadt. Da hatte ich wahrlich etwas anderes erwartet! Immerhin bekam ich im Zeitschriftenladen einen genialen Tipp bzgl. des Essens - allerbeste Hausmannskost mit hausgemachten Semmelknödeln, Reibekuchen aus frischen Kartoffeln und dem heißen Tipp der Wirtin, dass in Bad Orb gar nichts los sei und in er Umgebung auch nicht - "da müsse ma scho noch Frangfurd fahre ..."
Nee, das wollte ich mir nun doch nicht antun. Denn in Frankfurt war eine Demonstation angekündigt, die in irgendeinem Zusammenhang mit der Desaster-Wahl stand. Und nach Zoo und Palmengarten oder nach Fressmeile mit Shopping und so stand uns eigentlich so gar nicht der Sinn. Allerdings nützt auch der beststehendste Sinn nichts, wenn nichts da ist ...
Von allen Dingen das Wichtigste: dem Teenie-Kind gefällt die Kur und sie hat sich gut darauf eingestellt.Gesprächstherapien, um einerseits Vergangenes zu bewältigen, vielleicht sogar die Alpträume los zu werden, in denen immer wieder das Krankenhaus eine große Rolle spielt und der Tod, und um andererseits Morbus Wilson als festen Bestandteil ihres Lebens zu akzeptieren. Dann viel körperliche Bewegung, um wieder belastbarer zu werden - Schwimmen, Hallensport und Wandern, wobei letzteres sogar Spass macht, ich glaube es kaum, diese Worte aus diesem Mund gehört zu haben ... Und Gestaltungstherapien, was ihr natürlich sehr viel Freude bereitet. Dazu die Freizeit, meist ohne Fernsehen (was sie ohnehin mehr als selten schaut) mit Sauna, Gesellschaftsspielen und so abenteuerlichen Sachen wie Wäsche waschen ...
Jaaa, gerade beim letzteren staunte ich nicht schlecht. Denn eigentlich wird die Wäsche abgegeben von den Jugendlichen und wird dann in der großen Trommel gewaschen. Das findet nun mein Kind ekelig, weil ja vielleicht ihr zartes Unterhöschen neben die dumme Unterhose von diesem oder jenem Typen landen könnte. Und darum hat sie sich umgehört und erfahren, dass junge Erwachsene ab 18 Jahren selber waschen dürfen. Eigentlich klar, dass sie da nun die Möglichkeit gefunden hat, mitzuwaschen ...
Sogar das Essen schmeckt - und da zeigt sich das für mich bisher einzige erkennbare Manko: die Klinik ist auf übergewichtige junge Menschen spezialisiert. Und entsprechend wird wohl gekocht ... also nimmt Anni trotz normalem Essen ab. Der 'Wiege'-Schwester hat sie wohl für ein dickes Abnehm-Lob ein "Hallo, gucken Sie mich doch mal an ..." an den gedankenlosen Kopf geworfen. Aber recht hat sie, denn sie nähert sich der 50 kg-Marke bedenklich und das liegt bei 169 cm Körperlänge nun nicht gerade im Normalbereich. Zusätzlich möchte sie sich allerdings nichts kaufen - weil ja dann die Herzchen ihrer Mitkurenden bluten lassen würde ... auch wieder wahr!
Auf jeden Fall bin ich mit einem sehr guten Gefühl wieder heim gefahren. Und auf dem Rücksitz einen jungen Mann, der vor Eifersucht fast platzte - und meinte, Anni hätte sich aber arg verändert. Ich habe ihn getröstet und gemeint, er solle mal die Kurzeit abwarten und wie sie dann daheim wäre ... ich habe ihm nicht gesagt, dass Anni wieder Anni wird: raus aus beschaulichen Bahnen hin zu jung und lebenslustig und neugierig auf ihre Zukunft!
Friday, January 25. 2008
Kein Thema heute
Das hier wollte ich Lucki antworten:
"na ja, lieber Lucki, ich finde es schon unheimlich toll, dass wir die Eurönchen raus rücken für Kat und Co. und sonstigen Klimaschutz, damit die dreckschleudrigsten Autos z.B. munter in fernen Ländern rumgurken können (wohin sie verschifft werden ...). Wenn das Klima da unsere Anstrengungen sieht, dann sagt es ganz bestimmt: och, die haben viel für mich getan, da mach ich doch gleich mal nen heißen Bogen um das Ländchen ... leicht sarkastische, dennoch liebe Grüße von Ulrike"
Also, am Warten kann es nicht liegen, liebe Mari ... Aber macht nix, antworte ich hier und greife immer so irgendwie ein Thema auf - Endlosschlaufe ... Oder lieber nicht, könnte ja langweilig werden!
Heute freue ich mich auf morgen - da geht es zum Kind. Wobei Anni schon gemerkt hat, dass eine Kur ihr Eigenleben entwickelt und so eine eigene kleine Welt entsteht. Ich kenne das! Auch ich war mal zur Kur - als ich noch keine 30 war und ich sollte dort zunehmen, ich kann es heute kaum noch glauben (sehnsüchtige Gedanken schwingen da gerade mit!). Mein inzwischen Ex-Mann meinte, mich am Wochenende besuchen zu müssen - und störte so gewaltig. Denn es hatte sich ein netter Kreis gebildet, der samstags und sonntags Ausflüge unternahm - ohne mich. Da war ich irgendwie seltsam sauer - und ich hoffe, dass mein Mädchen das nach unserem Besuch ähnlich empfinden wird. Denn dann ist sie dort angekommen ...
Eigentlich gut, dass der Mensch so abtauchen kann in eine Welt, die so fern des normalen Alltags ist. Ein Abtauchen zum Seele baumeln lassen - wir müssten das viel öfter können. Aber meist sind wir Erwachsenen zu sehr in die Hektik eingebunden und merken gar nicht, was uns da so alles verloren geht. Weil wir viel zu sehr damit beschäftigt sind, möglichst perfekt zu sein ... Ich bin sehr, sehr froh, dass ich doch einiges davon in den letzten Jahren abstreifen konnte. Und ich frage mich heute so manches Mal: wie hast du das alles nur gebacken bekommen - das Kind, der mehr-als-60-Wochenstunden-Job, den Haushalt und den Garten und die Vereine ... wobei ich das Wichtigste ja noch habe: das Kind. Zumindest der Chemnitzer Kunstverein fehlt mir; tja, und den Haushalt werde ich wohl oder übel bald wieder haben. Aber die Tage vergehen totz wesentlich weniger Pflichten auch sehr schnell - enthalten aber auch so wunderschöne Stunden mit einem Buch und der geliebten klassischen Musik. Und das habe ich früher sehr vermisst, diese ruhigen Stunden auf meinem Inselchen 'privat'. Und egal was noch kommt, ich werde sie verteidigen, das habe ich mir geschworen!
Thursday, January 24. 2008
Einmal kann ich antworten ...
... auf Kommentare. Und dann bin ich Spam - seht Ihr meine Sturzbäche von Tränen???? Und ich weiß, dass die Eine, die dafür das passenden Taschentuch hat, ebenso ratlos ist wie ... ja, wie Wer? Ich bin mit dem technischen Hintergrund eh überfordert wie das Huhn, das sich sein Federkleid auf der Nähmaschine nähen sollte! Aber ich glaube, wenn ich mir den Satzaufbau so ansehe, dass ich doch mich meine ...
Karl-Heinz wird Großeltern (natürlich zusammen mit seiner Frau!). Das freut mich ungemein. Und als Mädchen-Mama finde ich es besonders fein, dass es ein Mädelchen wird! Ich wünsche hier mal so allen werdenden Müttern und Vätern und Großeltern alles Liebe und: genießt die Zeit, die Euch noch ohne den Nachwuchs bleibt, denn sie kommt wahrlich nicht wieder. Aber die neue Zeit wird herrlich werden ...
Und Wolfgang hat mal wieder meine Gedanken fortgefürt zu den Zuständen in diesem, eben unserem Lande ... Ich glaube einfach, dass wir als Volk zu verkrustet sind. Gewerkschaften meinen, jedes Übel lasse sich mit Lohnerhöhungen aus der Welt schaffen; Politiker meinen gleiches von höheren Steuern - und Mann und Frau Volk erwarten für jede Problemlösung Hilfe von Vater Staat und Mutter Nation.
Verdienstorden verteilt der Staat an hohe Wirtschaftsbosse, wenn sie in den Ruhestand endlich gehen, nachdem sie Tausende von Arbeitsplätzen in eben diesem Staat vernichtet haben und so ihr persönliches Konto gut auffüllen konnten, weil sie damit ja den Profit der Anteilseigner gut steigerten - im Rahmen eines modernen Sklaventums auf dem Rücken der verbleibenden Arbeitnehmer, die nun aus purer Angst Überstunden um Überstunden leisten ...
Aufsichtsratsposten verteilen die Wirtschaftsbosse an Politiker, deren sich ihre Partei nicht ohne weiteres entledigen kann ... Verzahnungen noch und nöcher. Und immer stärker wird die Verkrustung, immer unbeweglicher der Moloch Deutschland!
Und im fernen Australien wird ein Star der Z-Garde aus dem gemütlichen Dschungelleben gerissen, weil er wohl den verbotenen Gruß und die verbotene Strophe privat gesungen hat. Eigentlich finde ich es recht lustig, dass er polnischer Staatsangehöriger ist ... aber auch das ist für mich Verkrustung ... im kleinen Fall mit Knallgetöse reagieren, im großen Fall ...???
Heeee - ich wollte das doch alles gar nicht schreiben. Aber egal, nun steht es und es bleibt. Wird schon irgendeinen Sinn ergeben - hoffe ich!
Wednesday, January 23. 2008
Aus dem Staub hat er sich gemacht, ...
... der Staub, genauer der Feinstaub! Und das pünktlichst zur Einführung von Fahrverbot und Co. Da kann frau mal wieder nur staunen. Und kommt ins Grübeln.
Da gab es doch mal eine Massenhysterie - die Eier seien schuld, dass so viele Menschen krank würden. Und Nudeln wären noch schlimmer, weil sie ja auch Eier enthielten oder so ähnlich. Und die Schokolade. Da kann sich frau noch sehr genau an die Auflösung erinnern, nämlich dass der Genuss wahnsinnig gesundheitlich schädlich war, wenn denn der Mensch irgendwie an die 1.000 Kilogramm pro Tag verzehrt hätte ... Und so weiter!
Immer wieder beherrschen Themen das Weltgeschehen, werden hoch gepuscht - und lösen sich irgendwann in Luft auf. Oder machen sich klammheimlich aus dem Staub ... wie eben der Feinstaub. Wovon soll eigentlich abgelenkt werden, fragt sich frau da seit etlicher Zeit. Was ist los, wer hat ein Interesse daran, die Menschen mit verschiedensten Themen zu belasten, die wohl doch nicht so belastend wären, gäbe es da nicht irgendwen, der sie belasten will. Und wohl ablenken ...
Frau findet es nämlich wesentlich bedenklicher, was sich da so zusammenbraut überall auf der Welt. Und frau meint auch, dass wir gar nicht mehr in einer Demokratie leben, wenn Menschen nicht mehr sagen dürfen was sie denken. Politiker dürfen zum Beispiel gar keine eigene Meinung mehr haben, es sei denn, es ist die ihrer Partei. Allerdings dürfen sie ungestraft unser Grundgesetz mit Füßen treten und so manches Mal gegen ihr eigenes Gewissen mit Parteidisziplin für so manchen Unsinn stimmen ...
Eigentlich gibt es da nur eine Lösung ... wirklich den eigenen Stiefel leben. Das essen, was einem schmeckt. Und das vernünftig, ausgewogen und in dem einfach mal unterstellten Bewußtsein, dass sich keiner freiwillig ins Grab essen will. Und selber denken, frei von reißerischen Meldungen, weil irgendein Forscher in Hinterposemuckel mal wieder eine glorreiche Entdeckung gemacht haben will (man denke da mal an die sensationellen Klon-Erfolge im fernen Asien, die so schöne Windeier waren ...). Sich nicht umnebeln lassen von dschungelfeuchtigkeitsdurchtränkter Fernsehunterhaltungsluft und sich nicht die Hände versauen an der Druckerschwärze mancher Gazetten.
Da will frau doch mal anmerken, wie dankbar sie ist, dass sie dank des weltweiten Netzes so einige Leute hat kennenlernen dürfen, die viel ebenso sehen und mit denen sie regen und so manches Mal auch kontroversen, aber immer bereichernden Gedankenaustausch führen darf, der ihr so oft neue Denkanstösse schenkt und sie auch manches Mal ihre Meinung revidieren lässt ...



Kommentare
Thu, 03.05.2012 17:07
Liebe Ulrike! Endlich seit [...]
Wed, 02.05.2012 20:55
Danke lieber Wolfgang - es hat [...]
Mon, 30.04.2012 14:27
Ich denke heute ganz doll an [...]