Monday, April 28. 2008
Zentrale Prüfungen ...
..., mit dem Thema beschäftige ich mich nun seit Wochen. Auf web-Seiten hab ich Infos zusammengesucht und war auf entsprechenden Schulveranstaltungen - nur die Antwort auf meine Frage, was denn der Unsinn soll, die hab ich nicht gefunden!
Ich rede/schreibe hier von den Prüfungen, die in NRW am Ende der 10. Klasse den Schülern blühen. Da werden in den 3 Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch Prüfungsaufgaben aus dem Kultusministerium an die Schulen verteilt, die exakten Daten festgelegt und das genaue Procedere vorgeschrieben. Ein wahres Schmankerl!
In der ersten Stunde des betreffenden Tages hat Unterricht wie gewohnt zu erfolgen. Dann kommt eine längere Pause, dann die Prüfung - und anschließend ist normaler Unterricht zu erteilen. Handys und Taschen am Prüfling sind verboten (das verstehe ich sogar!). In Mathematik sind Taschenrechner und Formelsammlung erlaubt, in Deutsch hat die Schule ausreichend Wörterbücher nach dem neuesten Stand bereit zu stellen und in Englisch? Nichts ... (hieraus möchte ich mal schließen, dass die Muttersprache nicht möglichst perfekt beherrscht werden muss, weil ja Rechtschreibung und Grammatik nachgeschlagen werden dürfen, aaaber Englisch ...).
Nun mag es gut sein, dass die Mittlere Reife nicht mehr automatisch mit dem Abschluß der 10. Klasse erteilt wird. Aber bitte - Schüler, die das Abitur machen wollen - warum werden die einem zusätzlichen Prüfungsstress ausgesetzt? Dank Pisa-Studie gibt es Lehrstandserhebungen in diversen unteren Klassen, was ja auch zusätzlichen Stress verursacht ... Seit 2007 nun eben auch noch diese Zentralen Prüfungen. Was wollen die Leute vom grünen Tisch da eigentlich überprüfen? Sicher vordergründig das Wissen der jugendlichen Kinder. Aber das kann ja maximal so groß sein wie das, was die Lehrkräfte vermittelt haben. Und da herrschen ganz sicher große Differenzen von Lehrer zu Lehrer, von Gymnasium zu Gymnasium und erst recht von Real-, Ganztagsschulen zu Gymnasien. Und alle bekommen exakt eben diese Zentralen Fragen. Und wenn sie Pech haben, wurde das Thema nur gestreift und sitzt nicht und aus der Traum ...
Wann bekommen denn die Lehrer ihre Zentralen Prüfungen nach den Pisa-Studien? Werden auf die geänderten Anforderungen 'geeicht'? Damit sie es an ihre Schüler entsprechend weitergeben können? Oder: wann wird am grünen Tisch auch mal an die Kinder gedacht - einfach mal eben ein paar Aufgaben aus dem Ärmel schütteln, das kann es nicht sein! Erst recht nicht, wenn bereits bei der Aufgabenstellung Fehler impliziert werden, die das Lösen unmöglich machen (nach den Erfolgen 2007 soll sich dies beim Zentral-Abitur in diesem Jahr wiederholt haben ...).
Nach all den Jahren rettungslosen Verpennens sollte jetzt auch die Zeit sein, alles genauestens zu überdenken und zu bedenken! Wobei vielleicht der Gedanke, dass zunächst die Lehrer sich den neuen Anforderungen zu stellen haben, bevor die Kinder mal wieder als Versuchskaninchen mißbraucht werden, auch nicht gleich zu verwerfen wäre.
So langsam komme ich zu der Überzeugung, dass einige der heranwachsenden Generation mit Recht die Nase voll haben von der Schule. Und wenn ich allein bei meiner Tochter an den Kuddel mit Deutsch denke - alte Rechtschreibung, neue Rechtschreibung, Rückkehr zur alten Rechtschreibung und geänderte neue Rechtschreibung -, dann wundert es mich ehrlich, dass sie nicht so langsam nach Schmerzensgeld schreit ...
Wednesday, April 23. 2008
wunderbare Momente
Gestern wurde Anni von ihrem Freund gefragt, ob sie jemals schon so richtig unglücklich gewesen sei ... und wie aus der Pistole geschossen kam: an dem Tag, an dem ...
Ich hatte viel erwartet - die vielen schlimmen Erlebnisse während der akuten Morbus Wilson-Phase, der Gang über die Regenbogenbrücke unserer Tiere, der Tod meines Vaters, eine Sechs in Mathematik oder sonst was. Aber das???
Ich sah natürlich sofort mein 4jähriges Mädchen vor mir, dass nicht von Hilfeleistungen in der Wohnung abzubringen war. Und ganz ehrlich: an dem Tag nervte sie, einfach weil eben Großputz angesagt war. Der Fensterputzer war da und die beste aller Perlen in Sachsen und ich hatte gerade alle Gläser aus dem Schrank geholt - als dieses ohrenbetäubende Geschrei los ging. Unsere liebe Hilfe stand wie verdattert neben Ann-Kathrin und stotterte schon fast, dass sie es doch nur gut gemeint hätte als sie der kleinen Nervensäge den Staubsauger in die Hand gedrückt hätte ...
Nun muss ich sagen, dass Anni wirklich ein sehr pflegeleichtes Kind war und eigentlich durch nichts aus der Ruhe zu bringen war. Umso ungewöhnlicher war dieses laute Weinen, gemischt mit Worten, die eh keiner verstand und dass sogar die Nachbarin auf ihrer gut 40 Meter entfernten Terrasse hoch schreckte und herbei eilen ließ ... Irgendwann wurden nun die mittlerweile 4 Erwachsenen immer nervöser, das Kind aber ruhiger. Und das ewige Zeigen auf den Staubsauger wurde begleitet von den Worten: er hat meine Socke gefressen ...
Dem Freund sei Dank - seit gestern nun weiß ich, dass mein Kind damals dachte, dass der Staubsauger nichts mehr heraus rücken würde, was einmal in ihm verschwunden war. Und es war eben ihre Lieblingssocke! Und dass das stimmte, das weiß ich auch noch. Weil die dann gerettete Socke abends mit ins Bett musste!
Monday, April 21. 2008
Ruhe muss ab und an sein, ...
... damit kreisende Gedanken ihr Ziel finden. Und das haben wir nun definitiv - eine behindertengerechte Wohnung muss her, damit der Onkel direkt versorgt werden kann. Arbeitsmäßig wäre es wohl sogar eher eine Erleichterung. Und das nächtliche Fahren durch die Stadt wäre auch vorbei, wenn er wieder gestürzt sein sollte. Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, aber wir sind sicher, dass es klappen wird. Und so werden wir es angehen - eine Parterrewohnung, damit er auch noch mal vor die Tür kommt. Groß genug, damit jeder seinen Bereich hat. Die Suche beginnt von neuem ...
Lediglich eins werde ich vermissen - 2 Eichhörnchen, die nun seit gut einer Woche so nett sind und ein turbulentes Spiel genau vor dem Küchenfenster veranstalten. Exakt zu der Zeit, zu der ich das Frühstück für Anni und mich mache. Heute hatte Anni Glück, denn ich wurde nur knapp fertig, so sehr hatte mich das Treiben der beiden Tierchen fasziniert. Und sehr fröhlich gestimmt!
Besonderen Pfiff bekam das Ganze natürlich noch durch unsere Mausi, die auf die Fensterbank sprang - und gebannt den beiden kleinen Leckerbissen zusah und zu gern durch die Scheibe wollte ... Aber die Rausgeherlaubnis gab es erst, nachdem die braunroten Gesellen in ihrem Baum verschwunden waren ...
Gerade so ein kleines Erlebnis am Morgen bereichert den Tag so immens! Und gibt irgendwie der Seele Nahrung ...
Monday, April 14. 2008
Beginnender Novemer ???
Wenn ich so aus dem Fenster schaue, fröstelt es mich ... dabei habe ich es auch noch geschlossen, weil ich sonst wohl auch noch Kältekrämpfe bekommen würde! Frau Mausi Katze macht noch nicht mal den Versuch, nach draußen zu entwischen und legt sich hin zum kranken Teenie, der mal wieder 'hier, hier' geschrien hat angesichts eines vorbeihuschenden Magen/Darmvirus ... Die Reha hat also hinsichtlich der Stärkung der Abwehrkräfte nichts gebracht. Außerdem nimmt bei ihr wie bei so vielen anderen Menschen die Heftigkeit der allergischen Attaken zu - der nächste Arzt ist also Allergologe ...
Und unser netter Klinikum-Arzt ist in Krankheit entschwunden. Meine nette Bauchstimme sagt, dass es kein Zufall ist, dass er länger krank sein soll und die bisher von ihm kommissarisch geleitete Station einen neuen Chefarzt hat. Könnte es nicht noch weitere Morbus-Wilson-Patienten hier im Umkreis geben, damit sich wenigstens EIN Arzt mit dieser Krankheit beschäftigen würde? Das Düsseldorfer Klinikum kann ich auch vergessen - sie sind spezialisiert auf die neurologischen Symptome. Heidelberg ist für uns wohl das Ziel ... wobei ich nicht ganz verstehe, weshalb sich diverse Uni-Kliniken mit den Symptomen beschäftigen, die Ursache aber wohl mehr oder weniger ignorieren. Sonst bin ich ja fix dabei mit 'ich bin nicht auf der Welt um alles zu verstehen', aber hier will ich unbedingt verstehen!
Nicht verstehen tue ich das ganze Gedöns um den olympischen Fackellauf. Ist diese Flamme schon mal so um die Welt geflogen worden? Ich weiß es nicht! Nun bin ich eh nicht allzu sportbegeistert und kümmere mich ansonsten da auch nicht weiter drum. Aber hier kommt doch Wut in mir hoch. Da werden die Wogen hochgeschaukelt, wenn ein Moderatorenmädchen den Satz 'Arbeit macht frei' wohl unbedarft sagt. Von wegen Nazi-Zeit ... Und nun wird etwas verteidigt von hohen Funktionären des Sports und der Politik, dass die Welt den Nazis und der Olympiade 1936 in Berlin zu verdanken hat. Hinzu kommt, dass die Sportherren aus meiner bescheidenen Sicht schon bei der Vergabe der völkerzusammenführenden Spiele nach Peking wußten, wie dort die Menschenrechte gehandhabt werden, so im Allgemeinen und die der tibetischen Bevölkerung im Besonderen. Oder ist es so neu, dass der Herr Mao Anfang der 50er Jahre diese für China so bedeutungsvolle Land besetzte? Ich finde es übrigens immer regelrecht niedlich, wenn Nachrichtensprecher von der Provinz Tibet sprechen - ein eigenständiges Land, ca. drei Mal so groß wie unser Bundesrepublikchen, dessen Oberhaupt verjagt wurde, damit China seine Quellflüsse besser beobachten kann. Oder die Grenzen zu Indien und Pakistan. Oder sonst was ... Tibet hat kein Öl oder sonstige Schätze, die jenseits des großen Teiches begehrt werden. Also werden von da auch keine heren Worte oder gar Taten kommen, denn der direkte Auftrag von oben an den Herren im weißen Gebäude lautete ja wohl, nur die Welt von Terroristen zu befreien ... Diktatoren und Besatzungsmächte, seid umarmt, wir können noch viel voneinander lernen!
Ich habe das vorhin schon gemerkt: heute schlägt meine boshafte Ader voll durch. Ich sollte mir aus dem Weg gehen!
Saturday, April 5. 2008
Ich bin so schlecht !
Denn ich vergesse Geburtstage permanent. Egal, ob Familie oder Freunde oder Bekannte. Früher war das einfach - da führte meine Sekretärin auch den Kalender und alles war gut. Aber jetzt ...
Klar gibt es einige Daten, die sich eingegraben haben - Kind, Mutter, Schwester(n). Aber alles andere verschwindet und taucht ab und an begleitet von einem fürchterlich schlechten Gewissen meist zu spät wieder auf. Dabei habe ich extra einen Geburtstagskalender ...
Ich habe da mal drüber nachgedacht und irgendwie kam es mir am Geburtstag meiner Mutter vor wenigen Tagen so vor als sei das eine Protesthaltung!? Es klingelte laufend das Telefon - was ich ohnehin als äußerst störend an einem solchen Tag empfinde. Denn es entsteht automatisch Stress - hier die Gäste, da das Telefon. Und beidem kann frau nicht gerecht werden. Also wird hier sich entschuldigt für eine Sache, zu der das arme Geburtstagskind wahrlich nichts kann und dort wird abgewürgt ein möglichst ellenlanges Gespräch, bei dem der Anrufer so nebenbei die Glückwünsche hervor bringt und ansonsten lauter Sachen, die ihn persönlich betreffen ...
Aber mir fiel auf, dass meine Mutter im Gegensatz zu früher nicht mehr aufschrieb, wer denn nun alles gratuliert hatte. Und es kam die Erinnerung an die Handhabung meines Vaters: jeder Anruf wurde notiert auf einem kleinen Zettel. Allein der Zettel regte mich schon immer auf! Weil ein anständiges Blatt Papier der Sache eher gerecht gewesen wäre statt im Endeffekt 6 oder 7 Zettelchen zu haben. Aber wahrscheinlich machte es auch da die Masse ... Der absolute Clou war, dass die Zettel dann auch 'bearbeitet' wurden. Und nur wer es nachher auf die säuberlich sortierte Liste geschafft hatte, wurde im nächsten Jahr auch mit einem Geburtstagsanruf 'verwöhnt' ...
Ich empfand das schon als Jugendliche äußerst befremdlich - und auch heute graust es mich wahnsinnig vor dieser Telefonklingelei. Weil ich diesen Tag wirklich erleben möchte ... Egoistisch, nicht wahr? Und es stimmt auch so natürlich nicht. Weil ich mich natürlich sehr freue, wenn an mich gedacht wird. Aber ich bin halt irgendwo doch sehr konservativ und genieße gerade an solchen Tagen Post. Die gute, altmodische via Papier und gelbem Kasten und die neumodische via Datenautobahn. In aller Ruhe das lesen, was mir liebe Menschen schicken ... Weil das Geschriebene für mich ist ... und ich nicht zum seelischen Abladeplatz für persönliche Negativereignisse gemacht werde von diversen Anrufern ...
Wenn es denn wirklich die Abneigung gegen Vaters Marotte war/ist, dann habe ich Hoffnung, dass ich zukünftig doch den Geburtstagskalender nutzen werde ... Wenn nicht, weiß ich auch nicht und werde weiterhin meine ehrlichen Glückwünsche verspätet senden müssen in dem festen Glauben, dass jeder von uns gute und aufrichtige Wünsche an jedem Tag in seinem Leben gebrauchen kann!



Kommentare
Thu, 03.05.2012 17:07
Liebe Ulrike! Endlich seit [...]
Wed, 02.05.2012 20:55
Danke lieber Wolfgang - es hat [...]
Mon, 30.04.2012 14:27
Ich denke heute ganz doll an [...]