Wednesday, October 29. 2008
(Z)weil (D)u (F)ernsehjournalist ...
... im öffentlich-rechtlichen Bereich bist, darfst du nicht alles sagen, lieber Normen O.! Bitte lies nur dumm die Blätter ab und enthalte dich deiner eigenen Meinung ... wo kämen wir denn da hin, wenn hier jeder Hansel, der vom Gebührenzahler finanziertes Brot is(s)t, einfach frei seine Meinung sagt? Und wenn diese dann sogar noch zutreffend sein sollte, dann ist das öffentlich-rechtliche Geschrei umso größer.
Allerdings bin ich ernsthaft am Überlegen, wie man es hätte schöner sagen können. Ist der Ausflug des Herrn S., nunmehr höchster Bayer, nach Berlin mit kurzer Ministeramtszeit wirklich ein Seitensprung gewesen - weg vom schwarzen heimischen Herd (dem, hinter dem brav seine Angetraute wartete; warum eigentlich 'hinter' - wie kommt sie dann an die Bedienschalter???)? Immerhin hat die Zeit doch gelangt, eine relativ junge Dame von seinen männlichen Qualitäten so zu überzeugen, dass sie das nun das gemeinsame Kind allein großziehen kann. Dabei ist sie weder blond noch blauäugig ... also war es denn wohl ein ziemlich weiter Sprung von Herrn S., der ja exakt in der Zeit dann auch noch die Damen und Herren Pressevertreter mit trauter bayrischer Familieneinigkeit überzeugen konnte ... für mich persönlich das höchste an Verlogenheit, was sich ein öffentlicher Mensch leisten kann! Aber nun ist der Herr S. ja zurück in das Bundesland zurückgesprungen und da dort die Uhren eh anders gehen, ist wohl alles, was in Berlin passierte, vergeben und vergessen. Wäre es, hätte der sympathische Normen O. nicht gestern diese ach so freche Bemerkung gemacht ...
Ganz ehrlich, mir ist es vollkommen wurscht, mit wem Herr S. oder andere Damen und Herren ihre Freizeit wie auch immer verbringen. Aber dann sollen sie gefälligst dazu stehen und nicht weichgespült und verträumt glauben, dass sie - da ja in Amt und Würden - einen Freibrief hätten, der ihnen erlaubt, alles zu tun und anderen verbietet, sich darüber zu äußern ...
Aber vielleicht war es ja gar nicht die Bemerkung an sich, die den Sender, bei dem man sich ja eh das zweite Auge ständig zuhält, so empört. Sondern mehr die Art, dass sie auch noch etwas hintergründig und vielleicht sogar etwas witzig war. Denn das geht bei den staubtrockenen Nachrichten schon mal gar nicht ... ernste Miene und gekonntes Vorlesen und bitte keine Eigenmächtigkeiten. Und wenn dann als Moderator doch etwas freie Formulierungskunst zugelassen ist, dann hat sie sich an 'staubtrocken' gefälligst zu orientieren!
Etwas mehr freie Meinung, etwas mehr Wortwitz - oh ja, da könnte man mal wieder das zweite Augen riskieren bei so einem erfrischenden Moderator wie Norman O. ...
Tuesday, October 28. 2008
Große Geschenke verteilt das Leben ...
... eigentlich nicht in Hülle und Fülle. Aber das Leben selbst - es ist doch eigentlich das größte Geschenk, das wir erhalten ... und dann gibt es da noch die Gesundheit, die man besonders in und nach kranken Zeiten besonders bewußt bemerkt und für die man dann sehr dankbar ist. Oder die haltbare, auf Vertrauen aufgebaute Zweisamkeit mit dem Partner, die man zu oft gar nicht als Geschenk wahr nimmt. Oder - wie in meinem Fall - ein absolutes Kind (was vielleicht mancher anders sehen mag, aber auf mich als Mutter bezogen, konnte gar kein liebenswerteres Mädel aus dem großen Froschteich zu mir kommen als sie ...). Und dann gibt es noch so viele mittelgroße und kleine Geschenke, die für viele Selbstverständlichkeiten sind. Aber es sind Geschenke.
Ebenso wie es Geschenke sind, die wir zum Geburtstag oder gar zu Weihnachten erhalten. Auch da gibt es große Unterschiede. Das liebevoll selbst gebastelte Geschenk, das das Herz wärmt. Oder das gekaufte, dem man sofort anmerkt, wieviel Mühe sich der Gebende gemacht hat, es auszusuchen. Und dann natürlich das tolle Geschenk, das man erhält, weil man an diesem Tag etwas zu erhalten hat und dass man getrost direkt in irgendeine hintere Ecke verbannen kann mit dem Gedanken: hätte ich stattdessen das Geld bekommen, hätte ich mir wenigstens das und das dafür holen können ...
Aber kann man sich bitte mal vorstellen, dass man im Frühjahr Besuch bekommt und der klaut die absolute Lieblingsvase. Um sie bei seinem nächsten Besuch im Spätherbst als großzügiges Gastgeschenk zu überreichen ... Ich glaube, da würde jeder von uns direkt an die Decke gehen. Und das doch wohl mit gutem Recht! Und doch lassen wir uns seit Jahren einlullen am letzten Oktoberwochenende von allen möglichen Medien mit der erfreulichen Nachricht: dieses Wochenende erhalten wir eine Stunde geschenkt ... bitte??? Da erhalten wir endlich die geklaute Stunde zurück, die vielen Menschen (und anderen Geschöpfen!) die innere Uhr komplett zum Durchdrehen bringt!
Eine geschenkte Stunde, das ist etwas ganz anderes! Etwa, wenn meine vielbeschäftigte Freundin sich aus ihrem Alltag ausklinkt - um eben diese Stunde nur mir zu widmen. Oder wenn ich mit lieben Bekannten mich treffe und wir einfach nur das Beisammensein, die Zeit füreinander genießen ... einander geschenkte Zeit - wertvolle Zeit, die nicht sinnlos im Einerlei verrinnt - ein wunderbares Geschenk!
Da wir ja alles so fein neudeutsch denglischen - für diese eine Stunde, die so vollkommen unsinnig da einmal hin und dort einmal hergeschoben wird und im Herbst so toll als Geschenk gefeiert wird, könnte man es doch auch mal machen ... mal überlegen ... Geschenk = gift; Zeit = time; also: gift time? time gift? Ach nein, das wäre ja englisch, und ich will ja denglisch. Ergo: Giftstunde???
Saturday, October 25. 2008
nee, nicht die Technik ...
... war gestern unergründlich, liebe Helga - ich war es! Irgendwie kam ich so gar nicht zum Zuge, weder hier im Blog noch im realen Leben ... ich kam mir in einigen Situationen so vor wie der dumme August, ok - die dumme Auguste. Wobei die absolute Krönung war, dass ich ein Wäschestück nicht in die Wäschetonne warf, sondern in die Toilette - ich konnte es noch retten! So wie ich nun Maris guten Ruf (und den ihres lieben Andi) rette, indem ich zugebe, dass mir heute auch klar wurde, was ich gestern vermurkst hatte: ich hatte das erste Fragment nicht als Entwurf, sondern direkt bei 'Veröffentlichung' gespeichert. Logisch also, dass es dann auch brav im Blog stand ...
Schade, dass man so vieles nicht auch zunächst als 'Entwurf' machen kann! Und bei manchen Gesetzgebungen wären manche Gesetze und Verordnungen auch lieber Entwürfe geblieben - so wie nun die Verpflichtung der deutschen Nationalbibliothek zur Aufbewahrung des deutschen Internets ... die Verordnung steht, die Leute sind überfordert und wissen gar nicht, wie sie es umsetzen sollen und ob sie nun auch wirklich jede kleine private Seite abspeichern müssen. Und dann stelle man sich die riesigen Speichermengen mal vor - ob wir kleine Blogger (so sie sie denn einig werden, ob auch die gespeichert werden müssen oder sollen oder wollen oder so) uns dann an den Kosten beteiligen dürfen für die Ehre, auch in 100 Jahren noch zu lesen zu sein oder ob es nur mal wieder die Steuerzahler trifft, die den Politikerwahnsinn zu zahlen haben.
Das Leben insgesamt als Entwurf ... ein schrecklicher Gedanke! Obwohl, so manche Sache nochmals machen zu können mit der Erfahrung von heute, das hätte was. Zumindest gedanklich, in der Realität sicherlich nicht. Denn dann wäre das tägliche Grüßen des Murmeltiers nicht mehr weit. Dank hervorragender Wissenschaftler von Politkers Gnaden insbesondere in Lieschens Königreich ...
Friday, October 24. 2008
Doch nicht so ganz des Volkes ...
... Wille, Frau A.Y.? Dazu gefunden auf den Internetseiten des Nachrichtenmagazins focus ein Link. Aber was ist denn eigentlich des Volkes Wille? Meiner? Deiner? Denn ein 'Unserer' scheint es kaum mehr zu geben. Aber das ist die logische Konsequenz daraus, dass das 'Uns' und 'Wir' ausgedient zu haben scheint - jeder sich selbst der eigene Feind? Ich glaube nicht, dass es schon so ausgeprägt ist. Und ich glaube auch, dass noch eine Umkehr möglich ist! Jaaa, das positive Denken ... Aber zu irgendwas muss doch der ganze Mist im Moment gut sein! Wie unüberschaubar alles inzwischen geworden ist, zeigt doch eigentlich sehr deutlich das Nachlassen des Rufes nach mehr Staat bei den Banken - seit es gerade die staatlichen Banken sind, denen horrendes Mißmanagement gelungen ist ...
Unüberschaubar ist für mich heute auch dieser Eintrag - da stand nun einen halben Tag ein Fragment, weil ich irgendwie nicht zurecht kam und dann keine Lust mehr hatte und es für heute Abend speichern wollte. Und eben sehe ich, dass ich dann auch noch falsch abgespeichert hatte und nun die Hälfte schon im Blog stand. Ist wohl nicht mein Tag heute ...
Weil: eigentlich wollte ich nämlich noch wo ganz anders hin und einfach fragen: ist es z. B. der Wille des Volkes, dass nun auf dieser angeblich so spleenigen Insel irre 'Wissenschaftler' Wesen aus dem Erbgut von Mensch und Tier züchten dürfen??? Da geht es doch auch wieder nur um die Interessen einzelner ... ehrgeizige Wissenschaftler und skrupellose Geldverdiener und Politiker, die sich die Sensation mit Wählerstimmen bezahlen lassen wollen. Kann sein, dass ich da noch eine Gruppe vergessen habe. Oder auch zwei ...
Volkes Wille ist also etwas ganz fiktives, was sich bestimmte Leute so zurecht biegen - wie sie es gerade gebrauchen? So wie etwa die Mutter mit ihrer 10köpfigen Familie, die sie fragt: wer will heute Mittag Erbsensuppe? 8 Kinder sagen: idegitt ... der Vater hat einen wichtigen Termin und ißt auswärts - und Mutter ist von ihrem Vorschlag begeistert und kocht ... ihr ureigenstes Süppchen.
So ist das wohl nun mal: wir löffeln alle brav die Suppe aus, die uns einzelne einbrocken!
Thursday, October 23. 2008
Kritik aushalten, ...
... ist nicht Jedermanns Sache. Kritisieren da schon eher. Nur - meine ich - sollte man Kritik mit Verstand üben und sich vorher überlegen, ob die eigene Leistung überhaupt die Basis geschaffen hat, den Mund aufzumachen. Dies umso mehr, wenn denn die Kritik gleich über Fernsehsender bzw. Zeitungen groß an die Öffentlichkeit gebracht wird.
Da gibt es in dieser Woche so einige Beispiele. Ich ziehe mal den Michael B. heran. Und die Frau Elke H. Beides ganz sicher verdiente Leute auf ihrem Gebiet. Aber nichts ist doch so vergänglich wie die Leistung und der Ruhm von gestern. Der Herr B. streicht weiterhin sein dickes Geld ein, dass er sich in vergangenen Tagen durch vergangene Leistungen gesichert hat und fordert Respekt vor eben diesen Leistungen ... hmm, mit etwa dem gleichen Recht könnte wahrscheinlich der Herr Uwe S. aus Hamburg dann heute seine Aufstellung in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft verlangen?
Frau Hs Büchersendung hab ich immer gern gesehen, auch wenn mir ihre Art nicht besonders liegt. Aber wenn sie sich schämt, für das zweite öffentlich-rechtliche Programm zu arbeiten, tja - dann soll sie doch bitte froh sein, dass ihr das keiner mehr zumuten will und sie vor die Tür gesetzt hat, die sie selber mit einem Knall geschlossen hat ... Ganz sicher gibt es noch mehr Leute, die Bücher lesen und dem breiten Publikum dann vorstellen können. Und die froh darüber sind, dies tun zu dürfen - ihr Hobby auch noch bezahlt zu bekommen.
In beiden Beispielen mögen die Betroffenen sogar recht haben, bei Herrn B. weiß ich es nicht (weil ja kein Fußball-Fan ...), bei Frau H. teile ich sogar die Ansicht, dass das Fernsehprogramm grottenschlecht ist! Nur: macht nicht auch hier der Ton die Musik??? Kritisieren kann ich auch in leisen Tönen, geschickt verpackt. Und mit Vorschlägen, wie es besser zu machen wäre ... eben: konstruktive Kritik üben, die hilft, Mißstände zu beseitigen.
Aber das ist halt heute so: je gröber desto besser - je rüder der Ton desto mehr Gehör - je öffentlicher desto schmerzender ... Klare Worte, gesprochen zum Gegenüber, Auge in Auge, sind schwerer, aber menschlicher. Und die Antworten könnten dann dazu beitragen, dass beide Seiten einsehen: ja, der andere hat vielleicht doch nicht so ganz Unrecht. Und es könnte der Beginn einer gemeinsamen Anstrengung sein, etwas Besseres zu schaffen. In der Fußballwelt, in der Fernsehwelt, in der Welt an sich. Auch in ihren kleinen Teilbereichen Familie, Arbeitswelt, zwischenmenschliche Beziehungen ...
| Es ist leichter, Kritik zu üben, als recht zu haben. |
| Benjamin Disraeli |



Kommentare
Thu, 03.05.2012 17:07
Liebe Ulrike! Endlich seit [...]
Wed, 02.05.2012 20:55
Danke lieber Wolfgang - es hat [...]
Mon, 30.04.2012 14:27
Ich denke heute ganz doll an [...]