Thursday, January 29. 2009
noch einmal aufgegreifen ...
und noch einmal Mut machen möchte ich ... zum Wohle der Menschen, denen es im Moment nicht so gut geht bzw. denen es zur Zeit sehr, sehr schlecht geht.
Ja, ich kenne es auch, dieses verdammte Gefühl der Hilflosigkeit, wenn die schlechte Nachricht unvermutet kommt und ich bin zig Kilomenter entfernt und kann nicht einfach sagen 'komm' und die Arme weit öffnen ... Und dann sitze ich vor diesem seelenlosen Kasten und möchte Trost spenden und alles, was ich da so eintippe, liest sich so banal, so bedeutungslos, so wenig trostreich ...
Ja, ich kenne es auch, dieses verdammte Gefühl der Hilflosigkeit, wenn die Katastrophe passiert und ich die schlechte Nachricht hinaus schreibe und telefoniere - und vergeblich warte, dass bestimmte 'Freunde' oder Verwandte (!!!) sagen 'komm' und die Arme weit öffnen ...
Und darum ja auch mein kleiner Aufruf, eben die Menschen nicht allein zu lassen ... und da bedarf es keiner großen Worte, schon gar keiner hohler Phrasen, die man ohnehin aus jedem Kalender mit Lebensweisheiten kennt! Nein - denn der, der gerade Schmerzen empfindet oder Trauer oder eben im schwarzen Loch versinkt, der kann zwischen Zeilen lesen und spüren: da ist jemand, der an mich denkt, seine Hände für mich faltet und für mich Gott/Göttin/Engel (oder eben seinen Ansprechpartner irgendwo ...) um Hilfe bittet. Und da ist Jemand, den darf ich ansprechen und dem darf ich von meinen großen Sorgen erzählen - bei diesem Menschen dürfte ich sogar weinen, wenn er hier bei mir in der Nähe wäre!
Ja - und seit ich es selbst erlebt habe, wie wichtig dieses Gefühl ist, dass da ein Mensch für mich da ist, seither denke ich nicht nach, sondern reagiere ... denn ich weiß, dass in dieser Lage die ersten Gedanken die richtigen sind, weil sie ehrlich sind. Und allein darauf kommt es an!
Monday, January 26. 2009
es gibt Post, ...
..., die man nie erhalten haben möchte. Ich spreche da nicht von unliebsamen Rechnungen, Mahnungen oder Finanzamtsschreiben. Auch nicht von den Briefen, denen meist ein Foto beigefügt ist, auf dem der Fahrer meist deutlichst zu erkennen ist. Nein, ich rede von der Post, auch von der email, bei der man den Absender liest und sich freut 'fein, ... hat wieder geschrieben'. Man öffnet diesen Brief, diese mail - und erstarrt. Und die eigene persönliche Welt bekommt einen grauen Schleier ...
Für sich, sein persönliches Umfeld, seine Freunde und Bekannten möchte man doch stets, dass sich die Welt gleichmäßig dreht - Höhen werden gern angenommen, Tiefen ausgeklammert, die Möglichkeit von Katastrophen schlichtweg negiert - im Lebensprogramm nicht vorgesehen! Um so unvermittelter treffen sie, machen fassungslos und - schlimmer! - hilflos. Worte, Phrasen fallen ein - ja, natürlich besteht Hoffnung, solange man hofft und so weiter. All die schlauen Worte, mit denen Betroffene in schweren Lebenssituationen zugeschüttet werden, obwohl sie sie längst selbst verinnerlicht haben, wahrscheinlich schon bei der vorletzten erlebten Katastrophe und die sie Freunden vielleicht sogar mal selbst mit auf den Weg gegeben haben.
Fest steht doch nur eins - der Absender ist in sein persönliches schwarzes Loch gefallen ... und man selbst steht am Rande, will helfen, trösten, umarmen, nahe sein. Oder wählt die zweite mögliche Variante in dieser Hilflosigkeit: man bedauert und geht ... das ist so als ob man in das schwarze Loch noch Sand oder Erde wirft! Und diese Brocken tun weh!
Darum sollte man da schon die kleine Hürde nehmen, nicht wegschauen, nicht weghören - sondern ganz einfach nur sagen: 'Hallo, ich bin da, wenn ich gebraucht werde und ich will gern alles tun um gerade dich aus deinem schwarzen Loch zu befreien, dir wenigstens vom Rand aus die Hand reichen, damit es dir leichter fällt, es wieder zu verlassen ...'
Es sind wenige, die so reagieren. Ich habe es selbst erlebt und höre es so von Betroffenen ... Darum einfach mal heute eine Bitte: hört hin, wenn Jemand weint - auch wenn es kaum zu hören ist! Und streckt einfach nur die Hand aus - irgendwann hat Jemand wieder die Kraft, sie zu ergreifen ...
Saturday, January 24. 2009
Lehrer haben dünne Nervenkostüme ...
... in der heutigen Zeit - hmmmmmm. Ich auch!!! So wird es nun ein Gespräch zwischen Anni und ihrer Kunstlehrerin geben, moderiert von der Vertrauenslehrerin der 11. Jahrgangsstufe. Nun gut - wahrlich und sicherlich nicht der Weisheit letzter Schluss, aber doch einen Versuch wert!
Es mag auch am gestrigen Tag gelegen haben, dass ich sehr sanft und sehr kompromissbereit war. Die Beerdigung stand an und der Druck war da, ob sie auch meinem Onkel gerecht werden würde angesichts des bisherigen Verhaltens seines Sohnes. Aber vorher war noch ein kurzer Arztbesuch angesagt und meine Schwester fuhr mich - schon genervt, da ihr morgens in der Waschanlage ein Scheibenwischer abgerissen worden war. Wir fuhren auf den kleinen Parkplatz, auf dem erwartungsgemäß kein Parkplatz frei war und sie rollte langsam vorwärts - als das österreichische Fahrzeug rückwärts sich näherte. Und ich sagte 'der wird doch nicht ...' als er schon Gas gab und mit voller Wucht auf uns auffuhr. Also nicht auf uns, aber eben auf das Auto ... also Polizei, denn das Auto hat gerade mal 6 Wochen auf dem Buckelchen und der Unfallgegner eben Ausländer - das kann ja wohl mit den Versicherungen schon mal Ärger geben, wie man ab und an liest. Die beiden jungen Österreicher taten uns schon leid, sie sich auch.
Die Beerdigung war dann ruhig und würdig - trotz der beiden Elvis-Songs. Aber sie passten! Bei 'Love me tender' sah ich meinen kleinen Onkel glücklich tanzen, ein gutes Bild! Er hatte mir noch im Krankenhaus gesagt, dass das 'seine' Musik war, weil sie in der schönsten Zeit seines Lebens gespielt wurde ...
Der Sohn, der den Weg ans Krankenbett nicht gefunden hatte, dann alle Welt mit seinen Anrufen nach dem Einschlafen seines Vaters bombadiert hatte - er gab ihm auch nicht das letzte Geleit. Und wir sind fassungslos!
Tuesday, January 20. 2009
der Tropfen, der fehlte ...
... ist nun gefallen und hat das Eimerchen zum Überlaufen gebracht. Am Freitag haben Anni und ich Termin beim Herrn Direktor. Zum Thema 'Kunstlehrerin' ...
Ich hatte ja im Sommer den Versuch gemacht, die seltsame Zensurengebung der Dame zu verstehen. Und die Sache dann doch nicht weiterverfolgt - denn 3 Jahre noch bevorstehender Unterricht lassen Vorsicht walten! Damit ist Schluß!
Meine Forderung ist ganz einfach! Immer wenn sie die Schüler von Annis Kurs anschreit und anfaucht von wegen 'ihr Dummen' oder 'ihr Spinner' oder andere Nettigkeiten von sich gibt, dann soll sie den Zusatz sagen 'mit Ausnahme von Ann-Kathrin' ... Denn mein Kind ist weder dumm noch doof noch spinnt es rum! Und mein Kind wird in wenigen Monaten 18 und hat dann die gleichen Rechte und Pflichten wie ich, wie der geneigte Leser und auch wie die Kunstdame. Und hat es nicht nötig, sich von einer wild gewordenen angeblichen Pädagogin beleidigen zu lassen. Und ich als Mutter möchte auch nicht von dieser Frau beleidigt werden! Denn auch das hat sie getan - als ich vor etlichen Wochen den Termin mit ihr absagte mit der Begründung 'ich musste Ann-Kathrin letzte Nacht wieder ins Klinikum bringen', da hat sie sich anschließend vor die Klasse gestellt, gefragt, wo denn Anni schon wieder sei - und dann lamentiert, dass ich es ihr bei unserem Telefonat nicht gesagt habe - was ich denn für eine Frau sei, die ihr das verschweigen würde! Bitte??? Aber ich war damals still - von wegen: 3 Jahre stehen mit ihr noch aus.
Der Tropfen, der nun den Fluß ans Fließen bringt, betraf einen Mitschüler. Dem armen Kerlchen entfuhr bei wohl passender Gelegenheit ein leises 'die spinnt doch'. Und die Dame rannte zum Direktor und der junge Mann musste sich vor versammelter Mannschaft bei ihr entschuldigen ...
Wie gesagt, bald sind sie allesamt 18. Mit gleichen Rechten und Pflichten ...
Das Geheimnis der Erziehungskunst ist der Respekt vor dem Schüler. |
| Ralph Waldo Emerson |
Monday, January 19. 2009
Verhaltensmuster
Heute bin ich wieder tätig und lauter Tätigen. Und eigentlich bin ich sogar etwas traurig, dass mein grippaler Infekt sich davon geschlichen hat und mich nun dem wieder aussetzt, was ich letztlich zwar als große Chance auch weiterhin sehe, was mich aber Nerven ohne Ende kostet.
Da werden Menschen zusammengewürfelt in eine Maßnahme, die unterschiedlicher nicht sein können. Von der schüchternen marokkanischen Frau habe ich vor einigen Tagen berichtet, nicht von ihrem gockelhaften Landsmann, der sich so gern produziert und lauthals mit geschwollenem Kamm kräht. Sein Geschlechtsgenosse, nach seinem Klingelton 'sing, mein Sachse sing' mal wahrscheinlich voreilig als Sachse bezeichnet (sächsische Männer sind alles, nur nicht primitiv!), kräht zwar dankenswerter Weise nicht, dafür pfeift er für sein Leben gern. So ist es mir vollkommen unverständlich, weshalb er es dann nicht lernt ... Aber lieber er pfeift mies als dass er seine zotenüberladenen Reden vom Stapel lässt (einwandfrei nicht sächsisch!!!). Dann haben wir noch eine ehemalige Puffmutter - wirklich! Aber auch da gingen die Geschäfte immer schlechter - Berufswunsch: Neuorientierung - und sie packt es an, handfest, mit lauten Tönen und einem Herzen aus Gold! Dazwischen etliche graue Mäuschen, männlich wie weiblich, und dann wieder kleine junge Großmäulchen, die sich selbst soooo absolut cool finden, dass es wirklich erheiternd sein könnte, wenn man nicht wissen würde, dass sie für ihre unreifen Vorstellungen das gleiche Geld aus dem Allgemeintopf erhielten wie die, die sich hier wirklich eine Zukunftslösung erhoffen und darum brav alle Internetseiten abklappern und auch die aussichtsloseste Bewerbung losschicken.
Was mir nur absolut auffällt, ist das Vokabular der Männer ... einzeln sind sie wirklich meist sehr nett. Aber sind mehr als 3 zusammen, dann sinkt der IQ ins Nichtmehrvorhandensein und unterhalb der Gürtellinie werden dann wohl die Sätze erdacht, die irgendwann das Sprechorgan verlassen. Und das muss ganz einfach ansteckend sein! Unterbrochen werden die Gedankengänge um Thema Nr.1 nur vom Schreien nach Kuchen und Bier ... Ur-Verhaltensmuster von Männerrudeln? Die Ur-Verhaltensmuster von Frauenrudeln nach sich ziehen??? Denn fest steht: ursprünglich müssen Frauen Fluchttiere gewesen sein! Und darum gehe ich jetzt auch einmal ums Haus flüchten - um dann den Nachmittag zu überleben. Hoffentlich! Denn irgendwann werde ich meinen Mund nicht mehr halten können ... so wie gestern, wo mir allerdings nach einem ekelhaften männlichen Rülpser ein sehr lautes 'Schwein' entfleucht ist - sry, ihr lieben Schweinchen!!!



Kommentare
Thu, 03.05.2012 17:07
Liebe Ulrike! Endlich seit [...]
Wed, 02.05.2012 20:55
Danke lieber Wolfgang - es hat [...]
Mon, 30.04.2012 14:27
Ich denke heute ganz doll an [...]