Tuesday, April 14. 2009
Umweltbewußtsein ...
Wolfgang hat mit seinem Kommentar zur 'kaputten' Schüssel soooo recht! Auf Deibel-komm-raus wird produziert, was das Klima hergibt. Und dann wird konsumiert, weil die fleissige Werbebranche suggeriert, dass nur die neueste Entwicklung wirklich umweltfreundlich ist - vom Auto über das Waschmittel bis hin zu ich-weiß-nicht-was-noch-alles. Und es wird fleissig aussortiert, oft mit dem Gefühl, noch Gutes zu tun, weil ja alte Zeitungen, alte (oder zu enge ...) Kleidung, Brillen und vieles andere mehr in freundlichst aufgestellten Containern landen, die zu einem minimalen Prozentsatz wirklich da ankommen, wo sie unserer Meinung landen sollten und zum wesentlich höheren Prozentsatz Geschäftemachern die Taschen füllen.
Wenn ich meine Kosten für ein Auto berechne, dann denke ich ja auch daran, Versicherungen, Steuern etc. auf das Jahr umzulegen. Warum wird dann beim Auto nur an die Abgase gedacht und nicht an die immensen Umweltbelastungen bei seiner Herstellung? Weil es nicht in den Kram passt ... so einfach sehe ich das! Rubelchen muss rollen, egal, auf welchen Wegen. Und wenn der Weg nicht passt, wird halt ein Umweg genommen ...
So sehe ich das übrigens momentan auch bei dem Werbespot einer Kartoffelverwertungsanlage (hach, schönes Wort!). Nur Deutsche haben Geschack, nur deutsche Kartoffeln genügen diesem deutschen Geschmack ... huiiii, Kartoffeln sind ja braun! Und das Rubelchen rollt bei Werbefirma und in den Kassen der Sender, die das ausstrahlen und zum Ausgleich mal fix Moderatoren kicken, die sicher unbedacht belastete Begriffe nutzten ...
Sunday, April 12. 2009
Frohe Ostern!
Ich wünsche allen, die hier lesen, harmonische und sonnige Stunden zu diesen Feiertagen!
Wie immer habe ich ein gespaltenes Gefühl - man freut sich über die Feiertage, doch den eigentlichen Sinn haben sie doch verloren. Natürlich fiel mir heute früh auf, dass die Kirchenglocken der nahen katholischen Kirche wieder läuteten und ich sagte eigentlich mehr zu mir selbst: ach, sind sie wieder aus Rom zurück ... Recht verwunderte Blicke meiner Familie trafen mich. Keinem war aufgefallen, dass die Glocken seit Donnerstagabend schwiegen, keiner wußte, warum. Nun weiß ich allerdings auch nicht, weshalb die Glocken am Abend des Gründdonnerstags nach dem Abendmahl ausgerechnet nach Rom fliegen müssen. Aber dass sie mit dem Abendmahlsgottesdienst eben am Gründonnerstag wie die Orgel ihr Schweigen beginnen und erst zum Auferstehungsgottesdienst wieder aus Freude über das Ereignis mit dem Läuten beginnen (wie die Orgel mit ihrem Spiel), doch, das wußte ich noch aus fernen Zeiten ... es gibt da auch eine Geschichte dazu. Vielleicht kennt sie Jemand???
Auf jeden Fall feiere ich gern Feste um ihres Anlasses Willen. Wie z. B. eine Hochzeit oder einen Geburtstag. Aber mit diesen gesetzlich vorgeschriebenen Festen habe ich dann doch meine Problemchen, denn heute wissen die meisten Feiernden eben nicht, was oder wen sie da feiern.
Aber egal! Sind halt nur Gedanken, die auch nicht besonders schwer wiegen und die jeder mit sich selber ausmachen muss. Nur - gehört nicht auch - nennen wir es - das Brauchtum mit zu den Werten, die verloren gingen? Zu den Werten, die eine gewisse Stabilität in unser Leben brachten?
Sunday, April 5. 2009
kaputt?
Eine alte Frau besaß 2 Schüsseln - eine wunderschöne und eine alte, oft gebrauchte, die bereits einen Sprung hatte. Mit beiden Schüsseln ging die Alte jeden Morgen an den nahen Bach und holte frisches Wasser für den Tag. Die heile Schüssel lieferte fast den gesamten Tagesbedarf an notwendigem Wasser, während aus der alten Schüssel während des Transportes fast die Hälfte auslief.
Nach einigen Monaten sprach die Schüssel mit dem Sprung: lass mich doch hier. Ich schäme mich so, dass es mir nicht gelingt, das ganze frisch geschöpfte Wasser heim zu bringen ...
Die alte Frau lächelte ihre alte Schüssel an und sagte: hast du nicht gesehen, welch wunderschöne Blumen am Wegesrand wachsen, genau auf der Seite, auf der ich dich immer heim trage? Dort habe ich Blumensaat in die Erde getan und du hast sie jeden Tag mit Wasser versorgt, so dass nun dort die wunderschönsten Blumen stehen, von denen ich jeden Tag einige zu uns ins Haus holen kann, wo sie uns soviel Freude bringen ...
Ist es nun das stets neue, vermeintlich gute Geschirr oder das alte gebrauchte, das uns hilft, kleine und große Freuden zu haben? Und - ist es nur das Geschirr oder trifft diese Geschichte womöglich auch auf andere Lebensbereiche zu? Ich meine, diese kleine Erzählung erinnert uns sogar daran, dass der Gebrauch auch 'alter' Vorstellungen und Lebensgewohnheiten unser Leben wieder lebenswerter machen könnte ...
Einen schönen Sonntag!
Wednesday, April 1. 2009
Ja, wer hat den Monat geklaut?
Die Frage ist gut, liebe Vivi! Und es war so vieles - eigentlich begann es mit dem blöden Gefühl, das sich jeden Morgen verstärkte, wenn ich Richtung Nachbarstädtchen in die Zeitarbeitsfirma gefahren bin. Die Firma, die die Qualifizierungsmaßnahme durchführte und die selber Leute sucht ... und deren Chefin mich eben für diese Filiale einstellen wollte. Und in der der freundliche tunesische Leiter mir erzählte, wie nett und wie geeignet ich wäre und so weiter. Und ich war ja auch bereit, mein Bauchgefühl zu ignorieren und auch die mehr als schlechte Bezahlung für diesen Knochenjob - Hauptsache, wieder Arbeit!
Nach 3 Wochen fuhr ich hin - nee, eher schleppte ich mich hin mit dem Gedanken: schon wieder! Und: na, wenn es dir jetzt schon so geht, wie dann in einem Jahr? Und dann kam das Hammergespräch - ich hörte von der Chefin, dass der Herr Tunesier gesagt hatte, dass ich arrogant sei und dass ich einen stinkenden Körpergeruch habe und so weiter .... es hat mich umgehauen! Klar hat es in dem Büro ab und an gestunken und ich hatte mich über den Faule-Eier-Geruch beschwert - ohne jede Reaktion von ihm ... ach lassen wir das! Geschichte!
Denn es schloss sich ein Praktikum in einer anderen Zeitarbeitsfirma an. Einer, die dem Land NRW, Arbeitgeberverbänden, Gewerkschaft und Kirche gehört. Traumhaft!!! Gepflegte Umgebung, sehr nette Mitarbeiter, offene Worte ... Nun ist die Qualifizierungsmaßnahme vorbei - und ich mache dort noch ein Praktikum, direkt mit der Agentur für Arbeit abgestimmt. Und ich hoffe wirklich, dass es gelingt, der Zentrale für diese Niederlassung noch eine Arbeitsstelle zu entlocken. Denn dort würde ich wirklich sehr, sehr gerne arbeiten!
Aber all das hätte mich nicht zum Schweigen gebracht - es war Morbus Wilson, der wieder zeigte, wie sehr er meine Anni im Griff hat. Und der unbarmherzig zeigte, wie sehr wir auf uns gestellt sind - mangels Erfahrung der Ärzte. Weil der noch behandelnde Herr Privatdozent nicht greifbar war und die anderen Ärzte trotz gutem Willen überfordert waren angesichts undefinierbarer Hautausschläge etc. Als die Gelbfärbung der Augäpfel begann, dämmerte es bei mir - die Dosierung des Penicillamins reicht nicht, um das Kupfer aus dem Körper zu leiten. Da Anni aber nicht zugenommen hat und die Dosierung sich nach dem Körpergewicht richtet, musste es am Essen liegen - so meine Schlußfolgerung. Und es wurde Schokolade gestrichen - eines der kupferhaltigsten Lebensmittel, wie ich nun herausgefunden habe ... Dazu auf eigene Kappe noch aus der Anfangsphase vorhandene Cortisontabletten und nach 3 Tagen war der Spuk beendet. Aber er hat halt wieder fast einen Monat gedauert ...
Nun wird der überfällige Schritt geplant - von sich aus kam Anni mit dem Wunsch, das Schuljahr wiederholen zu können. Sie braucht Luft, um Stoff aus den letzten Jahren in Ruhe aufholen zu können. Sie braucht Luft für sich selbst! Und ich werde alles versuchen, ihr diese Luft zu den bestmöglichen Bedingungen zu verschaffen. Also ist das Ziel: freiwillige Wiederholung aus gesundheitlichen Gründen ... ich hoffe, es klappt!
Und darum heute früh einfach nur Worte hier geschrieben: seht, ich bin wieder da. Und: genießt jeden Tag und seid vor allen Dingen euch selber treu ... Fazit aus 4 Wochen Schweigen!
Lebe ...
TANZE - als würde Dich niemand beobachten !
LIEBE - als wärst Du niemals verletzt worden !
SINGE - als ob Dich niemand hören könnte !
LEBE - als sei der Himmel auf Erden !
Souza



Kommentare
Thu, 03.05.2012 17:07
Liebe Ulrike! Endlich seit [...]
Wed, 02.05.2012 20:55
Danke lieber Wolfgang - es hat [...]
Mon, 30.04.2012 14:27
Ich denke heute ganz doll an [...]