Friday, June 25. 2010
'Aufgepasst ...'
... blökt es aus dem uns nur zu bekannten Ding, das uns mit der ganzen weiten Welt verbindet. Und ein auf Ur-Bayer getrimmtes Dreibein zeigt mit seinem nackten Finger auf den unschuldigen Nutzer und fordert die Erkenntnis ein, das mobil klar sein muss für weniger als 10 Eurönchen im Monat.
Abgesehen davon, dass schon kleinsten Kindern beigebracht wird, dass nicht mit nackten Fingern auf angezogene Leute gezeigt wird, ist es einfach unverschämt, friedliche Leute einfach so aus einem sich unvermittelt öffnenden Zusatzfenster anzugehen. Aber gutes Benehmen hat der Kerl eh nicht, sonst würde er ja auch seinen Hut absetzen ... tut man schließlich so in geschlossenen Räumen. Selbst Frau Salesch legt in ihrem Gerichtssaal darauf Wert. Ab er auch die hat es nicht mehr mit gutem Benehmen und befleissigt sich zunehmend eines Genuschels, was ungeübte Zuschauer dieses Sendungsformates sich nur so erklären können, dass es eh egal ist, was die Dame sagt, weil ihre Fans sicherlich nach den Jahres alles bereits wissen, was sie zu sagen hat (so sie was überhaupt zu sagen hat ...).
Da liest frau einen interessanten Artikel in irgendeiner online-Zeitung und - schwupps - rollt da irgendein Automobil über die Zeilen. Dankenswerter Weise macht es allerdings keine Vollbremsung, was eventuell zu Buchstabensalat führen würde, sondern wartet geduldig, bis frau endlich das kleine Kreuz gefunden hat, mit dem es in seine imaginäre Garage entschwindet und so den Blick wieder ungehindert auf den eigentlich interessierenden Artikel frei gibt.
An die elektronische Post kommt frau momentan nicht ohne Hinweis auf das handelnde Blatt. Keine Möglichkeit, irgendwo mit einem Klick zu sagen: ich les dich ja schon, bei mir öffnest du kein neues Erkenntnisfenster! Auch der Aufforderung zum Kauf bestimmter Babywindeln kann ich nicht nachkommen - unsere Katze lehnt das Tragen der Dinger rigoros ab und darum irgendwoher ein Baby beschaffen, nur damit die Werbung Erfolg hat?
Ganz besonders leid tut mir immer die Kuh in der kleinen Plastikflasche. Was tut da eigentlich der Tierschutz gegen? Kaum von dem Wicht aus dem Kühlschrank geholt, muht das arme Tier und will raus. Aber nein, der Witzbold hält dann auch noch die Öffnung zu!
Auch habe ich keinen Goldschmuck zum Verkaufen an diverse Anbieter, deren Unseriösität in einem Magazinbeitrag letztens sogar bewiesen wurde. Und ... und ... und ... kurz, momentan nervt mich die Werbung mal wieder gewaltig. Weil sie zum größten Teil mir vermittelt: Ihr Verbraucher seid eh alle dumm und diesem Zustand müssen wir uns anpassen. Mag ja sein. Aber müssen die uns dann sooo deutlich vor die Augen führen?
Tuesday, June 22. 2010
Von Fleckenmitteln und anderen Segnungen ...
... des Hausfrauenlebens zu berichten, ist wie das Tragen der Eulen nach Athen. Bisher hatte ich mich stets geweigert, gesonderte Mittelchen anzuwenden, weil es doch irgendwo nicht ins frauliche Hirn rein passte, dass ein Zusatzgedöns das ohnehin schon porentief waschende Pulver noch tiefer in nicht vorhandene Wäscheporen eindringen soll. Schlichtweg als Geldschneiderei auf dem Weg zur Verbraucherverdummung habe ich das stets angesehen. Bis gestern. Da habe ich alles auf einmal gekauft. Weil meine arme Maus stolz mit ihren neuen Sachen in die Schule gegangen war. Und dort erfuhr, dass im Anschluss an den Unterricht Kulissenmalerei für das Schulfest stattfinden würde. Schlau wie sie nunmal ist, fragte sie, ob die verteilten Maleranzüge auch wirklich dicht seien - von wegen niegelnagelneuer Sachen, die sie angesichts des nicht-mal-4-Minuten-Schulweges gut und gern gegen älteres Zeugs austauschen könnte. Neinnnnnnnnnnn, die Anzüge seien dicht ...
Pustekuchen und von wegen - leuchtend gelbe Acrylfarbe auf reinweißem Shirt aus feinstem Stoff mit Perlenkante und auf schwarzer Sommerjeans! Och, wenn das direkt gewaschen wird, geht das raus. So die kunstbeflissene Lehrerin ... Also porentief gewaschen! Die nichtvorhandenen Poren haben sich wahrscheinlich kaputt gelacht unter ihrer neuen gelben Haut. Also das Zusatzmittelchen rein und zurück in die Waschmaschine. Im nächsten Waschgang kam dann der Helfer aus der lila Dose für reinweiße Wäsche dazu. In der nächsten Runde dann der Teufel aus des Doktors Antifleckenküche ...
Eins muss ich doch dem edlen Shirt lassen - der feine durchsichtige Stoff hat alles ertragen, die Perlen glänzen wie frisch drauf genäht. Leider auch die gelbe Acrylfarbe ... Da ist die Jeans aus anderem Stoff! Sie hat sich von der gelben Farbe getrennt und es leuchten nunmehr lauter weiße Stellen. Ganz ehrlich, mit gelb sah das netter aus!
Blieben also nur 2 Dinge zu tun: erstens sich selber auf die Schulter schlagen, dass in der Vergangenheit kein Cent für die diversen Zusatzmittelchen ins Geschäft getragen wurde und zweitens der Schule den Schaden melden. Mal gucken. Ich bin skeptisch. Weil das Schadensformular so ein häßliches Gelb hat ...
Sunday, June 20. 2010
Stundenlang gesehen ...
... habe ich gestern die Hochzeit des Jahres. Was allerdings wohl eher den 10 Kilogramm Spargel geschuldet war, die ich schälen musste. So etwas kann frau nicht tun ohne jedwede Berieselung aus dem Kasten mit den Bildern aus der weiten Welt. Allerdings muss ich gestehen, dass es mir gefallen hat (ja, die Masse an fertig geschältem Spargel dann auch ...)
Können wir uns vorstellen, dass irgendjemand in unserem Lande ein persönliches Freudenfest veranstaltet - und wir alle nehmen daran teil? Aber dort oben im kühlen Norden, dort standen die Menschen zu zigtausenden in den Straßen, jubelten, feierten gemeinsam. Sie gaben das Bild eines in sich geeinigten Volkes. Jeder war dem anderen nahe, der Freudefunken sprang über. Gelernte Staatsoberhäupter gaben eine prächtige Kulisse für eine Liebe, die spürbar war, die sichtbar wurde - die übersprang und Lichter in Herzen anzündete.
Beneidenswert, nicht wahr? Ein Volk, dass auch in schweren wirtschaftlichen Zeiten Gallionsfiguren hat, die zeigen: wir sind da als Garanten des Bestehens, des Weitergehens, der Hoffnungen.
Bei uns wird sich wortreich geschlagen um die Nachfolge unseres Staatsoberhauptes - eine Politikum ohne auch nur ein Staubkörnchen Nutzen für ein Wir-Gefühl der Bürger. Im Gegenteil - gerade die bevorstehende Wahl wird zielstrebig genutzt, das gemeine Volk zu spalten.
Wir? Wer ist das?
Friday, June 18. 2010
Es liegt was in der Luft, ...
... so sagt doch der Volksmund, wenn Frauen den Friseur besuchen. Gestern war es bei mir soweit. Nach fast 2 Jahren war ich es leid, täglich einer Frau zu begegnen, die ihre Haare streng nach hinten trug und so etwas an sich hatte, was so gar nicht zu ihr passte. Gerade als ich überlegte, ihr ein grundsätzliches Spiegelverbot zu geben, kam die Idee: eigentlich könnten die Haare mal wieder ab. Es hat sich gelohnt! Gerade noch so lang, dass sie im Bedarfsfall nach hinten gesteckt werden können - dann, wenn ich dieses freche Frauenzimmer, was da jetzt aus dem Spiegel grinst, nicht mehr ertragen kann.
Und nun überlege ich, was es eventuell noch bedeuten könnte, dieses 'Haare ab'. Ein erschreckendes Beispiel: ich habe heute früh um 6 Uhr angefangen, die Fenster zu putzen. Nun ist das bei mir immer so, dass ich Anflüge von Putzwut direkt ausleben muss, damit sie nicht zu schnell entschwinden für längere Zeit.
Nun ist es so, dass ich seit einigen Tagen bemerke, dass meine Gedanken wieder kreisen. Und zwar um mich! Ich scheine aufgehört zu haben, wie ein hypnotisiertes Kaninchen mein Kind nach möglichen Veränderungen genauestens zu beobachten. Nicht mehr der häufige Blick in die Augen nach gelblichen Veränderungen, nicht mehr das Stirnrunzeln beim herzhaften Biss in ein Stück Schokolade. Wieder mehr das teils amüsierte Zuhören beim täglichen Schulbericht. Freude darüber, dass in den letzten 3 Monaten nur 4 Fehltage zu verzeichnen waren. Freude darüber, dass sie wieder schimpfen kann wie ein mit Kanonenkugeln gefütterter Spatz. Kurz: die permanenten Sorgen sind in die 2. Reihe getreten!
Irgendwie bin ich neugierig. Ohne sagen zu können, worauf. Klar, heute besonders darauf, ob unsere Balljungen tatsächlich zu neuer Form aufgelaufen sind und einen zweiten Sieg erringen können. Aber das ist es nicht - das draußen, da ist Leben. Und darauf bin ich wieder neugierig!
Ich glaube, ich bin bald wieder in meiner Mitte angekommen ... und wie heißt es so richtig: 'Wer die Mitte sieht, sieht das Ganze!'
Wednesday, June 16. 2010
Die Konstanz ...
... sollen sie halten, unsere Fußballer. Will frau zumindest dem heutigen tollen Interview der bildhaften Zeitung mit unserem Bundestrainer glauben. So sei es frau doch gestattet, sich mal kräftigst zu wundern! Klar, die Weltmeisterschaft findet in einem Land statt, dessen Präsident 4 Ehefrauen sein eigen nennt. Steht diesem blaublütigen Stammeshäuptling nach seiner Tradition zu und ist für frau ok. Aber müssen darum all unserer Fußballer sich nun deshalb an einer einzigen Konstanz festhalten? Mal abgesehen davon, dass frau's üble Fantasie hier Kreise zieht: wäre es zu dieser Art Festhalten nicht besser, man würde die eigenen Spielerfrauen einfliegen?
Bei den Überlegungen habe ich mal schlichtweg vorausgesetzt, dass einfach ein e vergessen wurde und es Konstanze heißen sollte. Denn noch irriger wird ja die Aussage, wenn der Bundestrainer von seinen Balltretern verlangt, dass sie die hübsche Stadt am Bodensee halten sollen! Eine Stadt halten kann man im Falle eines Angriffes. Aber davon hat frau noch nichts gehört, dass da irgendjemand gesagt hat: ich stürme Konstanz. Gut, wenn es ein einziger Stürmer wäre, dann könnten die 11 Kerle da als Abwehrspieler wohl was halten. Gäbe vielleicht doch Sinn?
Insgeheim beschleicht mich jedoch der Verdacht, dass der Herr Bundestrainer gesagt hat, dass die Spieler die contenance halten sollten und der fleissige Reporter nicht wußte, dass das ein schon recht eingedeutschtes französisches Wort ist mit dem Sinn von Haltung, Ruhe bewahren. Und er darum den Spielern die Konstanz zum Fraße vorwerfen wollte ...
Denn eins ist sicher: die Wortschöpfungen dieses Massenblattes sind oft an der Grenze zum schwachsinnigen Blödsinn. Genau wie die Frage: Brauchen wir Ballack noch? Aber die passt wenigstens noch zu heutigen Selbstverständnis unserer oft nur sogenannten Journalisten. Krisen und Probleme werden herbei geschrieben, alles wird hinterfragt von den Damen und Herren dieser Zunft und hinein getragen in das Land. Und so lange wiederholt, bis Krisen und Probleme auch wirklich da sind.
Exakt so haben sie es mit unserem Ex-Bundespräsidenten gemacht - aus dem Zusammenhang gerissen, wurde aus einer unglücklichen Formulierung eine Lawine. Weil er es als entwürdigend fand, hier sich zu rechtfertigen, sich beschimpfen und kritisieren zu lassen, trat er zurück. Abgesehen davon, dass es vollkommen nervend ist, dass nun alle Kommentatoren nach den wirklich wahren Gründen suchen (sie finden sie ohnehin nicht, weil sie klare aufrechte Haltungen nie akzeptieren werden und bei sich selber ohnehin nicht suchen), haben sie ja nun mit dem 30. Juni einen Bolzplatz der besonderen Art für ihre Vermutungen, Mutmassungen und ihr Krisengerede vom 'was wäre wenn und wieso gerade darum?'
Deutschland ist ein Land in einer schwierigen Lage, das in einer Welt eingebettet ist mit lauter Ländern in schwierigen Lagen. Alle Regierungen versuchen, zu retten - obwohl wohl schon sehr viele wissen, dass insgesamt kaum was zu retten sein wird und ein Quasi-Neuanfang die wohl wirklich einzige Lösung darstellen könnte. Kurz - ein generelles Umdenken muss her - aber da schweife ich jetzt ab!
Eigentlich möchte ich wetten, wer das nächste 'totzukommunizierende' Opfer eigentlich ist. Ballack? Merkel? Westerwelle? Guttenberg? Oder haben die werten Journalisten noch andere in ihren Zauberhüten? Warten wir es ab und schauen zu, wie nun unsere Fußballer das Ding mit ihrer Konstanz bewältigen werden!



Kommentare
Thu, 03.05.2012 17:07
Liebe Ulrike! Endlich seit [...]
Wed, 02.05.2012 20:55
Danke lieber Wolfgang - es hat [...]
Mon, 30.04.2012 14:27
Ich denke heute ganz doll an [...]