Friday, July 30. 2010
Frau Buntschuh dachte nur: Schade, ...
... schade, schade! Das hätte ich eher wissen müssen! Welch ungeahnte Möglichkeiten hätte ich gehabt, wenn ich gesagt hätte, dass der Metzger Kaltbein mir an die Wäsche gegangen ist. Dann wäre der auch mal gehörige 100 Tage aus seinem Laden verschwunden gewesen und ich hätte nicht ewiglich das verpokelte Kassler von dem kaufen müssen, was der extra verpökelte, nur weil ICH das bestellt hatte.
Frau Buntschuh geriet ins Träumen. Ungeahnte Möglichkeiten eröffneten sich doch hier Frauen, unliebsame dreibeinige Mitmenschen mal für einige Zeit aus dem Weg zu räumen. Vielleicht der Lehrer, der ihrem Sohn immer so miese Zensuren gab? So mal kurz vor der nächsten Klausur ... wäre doch eine Möglichkeit! Oder der fiese Nachbar? Der, der immer behauptete, sie sei eine Klatschbase. So ein paar Wochen Knast täten dem sicher auch mal gut. Eigentlich schade, dass das mit Geschlechtsgenossinen nicht so leicht zu bewerkstelligen sein dürfte. Wäre ja immerhin eine Chance, die Schwiegermutter elegant vor dem nächsten Familienfest los zu werden.
Sie geriet immer mehr ins Grübeln, Überlegen, Planen. Bis sie ziemlich unsensibel von ihrem geliebten Angetrauten gestört wurde, der müde von der täglichen Arbeit, tatsächlich etwas zum Abendbrot von ihr haben wollte. Komisch sah der aus, irgendwie bedrückt. Frau Buntschuh schob die eigenen Gedanken weit weg und sah ihren treuen und ihr so teuren Gemahl an. Der schob den Teller mit dem liebevoll belegten Tomatenbrot zur Seite und stöhnte laut auf. Frau Buntschuh bekam Angst! Da brach es aus ihm heraus. Nur weil er der Azubine Fräulein Nullbock eine schlechte Beurteilung gegeben hätte, wäre sie zum Chef gerannt und hätte behauptet, der Buntschuh hätte sie gestern nach Feierabend auf dem Schreibtisch und so weiter und nun müsse er gleich zur Polizei und die würden ihn wohl dabehalten, weil der der Nullbock angeblich mit der Papierschere und was wisse er denn noch was noch alles ...
Frau Buntschuh geriet außer sich. Unschuldige rechtschaffene Menschen einfach mal so zu beschuldigen, nur um sie für ein paar Tage aus dem Weg zu räumen, um ihnen einen Denkzettel für irgendwas zu verpassen? Nein, das dürfe in einem demokratischen Land nicht passieren. Schon gar nicht, wenn nur 2 Leutchen beteiligt gewesen waren und so ja Aussage gegen Aussage stehen würde ... da könnte ja jede Frau nun einfach mal was behaupten und Deutschland wäre für Wochen männerleer. Oder so ähnlich!
Wednesday, July 28. 2010
Mutter sein - ...
... nicht werden! - ist gar nicht sooo einfach. Und doch zeigt uns das Leben, wie es geht, wenn wir nur in uns hinein hören und nicht vergessen, dass wir letztlich auch nur Töchter sind. Dann dürften wir auch nicht den berühmten Zug verpassen und unsere Erfahrungen zum rechten Zeitpunkt weitergeben. Denn der ist schnell verpasst - und nichts ist unnützer als ein guter Rat, wenn die Sache schon schief gelaufen ist. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass gute Ratschläge von der Mutter an die Tochter vor der Hochzeit so sinnvoll sind wie ein Vollbad für einen Goldfisch.
Nun ist es selbstverständlich, dass kleine Mädchen gern der Mutter nacheifern und auf diese Weise so manches ganz nebenbei mitbekommen. Beseelt von dem Gedanken, dass sie es wissen müssen, bringen wir ihnen automatisch bei, wie was zu reinigen, zu kochen ist. Und wir begleiten sie auf ihren ersten Wegen zu Ämtern, sitzen neben ihnen bei Lehrergesprächen - immer bereit, ihnen mit unserem Erfahrungsschatz beizustehen.
Aber es gibt so viele Dinge, die wir als gegeben erachten oder über die nicht gesprochen wird, weil sie uns selbst peinlich sind. Ich habe jedenfalls nie den Rat bekommen: trainiere deine Beckenbodenmuskulatur regelmässig, das hilft dir im Alter. Oder: nimm die ersten Anzeichen von Haarausfall ernst und geh zum Arzt. Probleme, die anscheinend jede Menge Frauen bedrücken, denn nicht umsonst gibt es massenweise plötzlich Werbung, die sich mit der Lösung dieser wohl belastenden Geschehnisse befasst. Zu einem Zeitpunkt also, wenn es eigentlich schon zu spät ist und sauer verdientes Geld dafür ausgegeben werden muss, ein totgeschwiegenes Lebens'ereignis' wieder in den Griff zu bekommen.
Das überaus Spannende am Muttersein ist, dass frau nie fertig wird mit dem Lernen. Und irgendwann beginnt, von der eigenen Tochter zu lernen. Neue Sichtweisen kommen und stülpen eigene Auffassungen oft um oder geben ihnen neue Facetten. Gerade in der hohen Zeit des absoluten Loslassens merkt frau dies. Sicher hat sie sich all die Jahre bemüht, ihrer Tochter altersgerecht immer mehr Freiraum zuzugestehen. Doch irgendwann ist der Tag X da. Dann mit offenen Armen in den Hintergrund treten und möglichst still zu sein - da muss ich noch an mir arbeiten!
Monday, July 26. 2010
Es ist da ...
Ich mag es nicht glauben: das wichtige Fetzchen Papier ist da, das in der nächsten Woche die Führerscheinprüfung in theoretischer Hinsicht ermöglicht und die Tür zum Autofahrerparadies öffnet. Und nun, wo es da ist, kann ich mich mal wieder nur wundern, mit welcher Unverschämtheit unsere Behörden in unsere Geldbeutel langen:
50 Eurönchen für die Fahrschule, 48 für das Straßenverkehrsamt und 110 für den TÜV - wohlgemerkt: nur für die theoretische Prüfung!
Im Endeffekt verdient die Fahrschule wohl noch am wenigsten an ihren Schülern.
Aber letztlich ist es ja mit allem so: was Vater Staat für uns tut, ist immens teuer. Einen Personalausweis brauchen theoretisch alle. Dank neuester Erfassungsmerkmale sind auch gleich fein die Preise hochgeschnellt. Keiner regt sich darüber auf - nur darüber, dass man auf den Fotos nicht lächeln darf. Den Sinn habe ich noch nicht verstanden, ist mir aber auch egal, weil alle Fotos von mir irgendwie bescheuert sind, egal, ob ich lächle oder nicht ...
Überhaupt dürfen wir gespannt sein, was da ab Herbst auf uns zukommt. Die Idee, den Hartz IV-Empfängern noch 25 qm Wohnraum zuzubilligen, finde ich schon recht lustig. Gibt es überhaupt Wohnungen in diesen Dimensionen? Hier ist es jedenfalls so: je kleiner die Wohnung, umso teurer ... Wie groß ist eigentlich die Zelle für Gewaltverbrecher? Ich meine, ich hätte mal gelesen, dass ein Schäferhund 10 qm braucht für seine artgerechte Haltung. Gibt es so ein Mindestmaß eigentlich auch für Menschen?
Uns gegenüber wohnt ein alleinstehender Mann über 70 auf gut 200 qm. Er hat neben seinem Haus noch ein Häuschen für seine ebenfalls alleinstehende Lebensgefährtin gebaut, geschätzte 130 qm. 2 Leutchen haben Wohnraum, auf den nach staatlichem Ermessen gut 13 Bürger passen, denen meist das Schicksal einen üblen Streich gespielt hat. Weitere böse Streiche müssen da nicht noch sein! Irgendwie tröstlich, dass dieses häßliche kleine stadtähnliche Gebilde im Rheinland kaum Brücken hat, unter die verfrachtet werden könnte ...
Steuern sind ein erlaubter Fall von Raub.Thomas von Aquin (1224 bis 1274)
Sunday, July 25. 2010
Irgendwie vergessen ...
... oder einfach gedacht habe ich, dass meine Anni ja auch hier im blog lesen würde. Dann heute der Kommentar von ihr - und ein großes Lächeln. Ja, wir haben uns lieb: bis zum Mond und wieder zurück und wieder hin und noch viel weiter. Die Geschichte vom großen und vom kleinen Bär, wir haben sie für uns übernommen in der Zeit, in der unbedingt eine Gutenachtgeschichte vorgelesen werden musste und die Bücher nicht schnell genug gekauft werden konnten, damit der Nachschub nicht ausging. Bis zu dem Tag, an dem das Eichelmännchen und eben der große und der kleine Bär bei uns Einzug hielten. Kein Sandmännchen, keine Kassette konnte dieses abendliche Ritual ersetzen. Es waren wunderbare halbe Stunden ... weil es intensiv zusammen verbrachte Zeit war, die hier eben allabendlich zu Ende ging.
Intensiv genutzte Zeit. Vielleicht liegt es daran, dass uns eigentlich nie nach Massenfesten zu Mute ist. Stillstehen, warten, eingepfercht in Massen anderer Leute? Nein, danke! Bereits mit 7 erklärte mir Anni im Disneyworld in Paris, dass sie nicht dort sei, um Schlange zu stehen, sondern: um zu gucken. So verzichtete sie auf fast alle Fahrgeschäfte und jagte mich durch den Park, um dann zu sagen: lass uns schwimmen gehen. Das hatte sie wohl in den Urlauben vorher gelernt, dass nachmittags Hotelpools nahezu menschenleer waren und wir herrlich zu Zweit unseren Unsinn machen konnten. Auch heute noch mag sie - wie ich - gern Treffen mit Freunden, aber in überschaubarem Rahmen.
Angesichts der gestrigen Ereignisse bin ich sehr, sehr froh, dass es mein Kind nicht mit der Masse zieht ...
Friday, July 23. 2010
Nichts weiter gemacht ...
... habe ich heute. Der weg zur eigenen Mitte wird mal wieder gesucht. Einen Meilenstein denn doch gesetzt und mit der Uniklinik Heidelberg telefoniert - und kurzentschlossen den angebotenen Temin 3.November angenommen. Es fühlt sich gut an! 3 Ärzte halten jeden Mittwoch eine Morbus-Wilson-Sprechstunde mit dem Schwerpunkt der Auswirkungen auf die Verdauungsorgane. Sollten noch neurologische Symptome zu behandeln sein, gibt es weitere Ärzte. Es scheint also genau das zu sein, was Anni braucht.
Zudem werde ich jetzt mal - wie auch immer - mit Macht versuchen, herauszufinden, ob es wirklich in gesamt NRW keinen weiteren MW-Patienten gibt. Ich mag es einfach nicht glauben!
Die theoretische Führerscheinprüfung ist um eine weitere Woche verschoben - auch gut, denn die Unterlagen sind immer noch nicht da. Wahrscheinlich sitzen mittlerweile die Herrschaften vom T.Ü.Verein drauf. Wenn die auch nochmal die 4 Wochen Zeit benötigen wie die Herrschaften vom Straßenverkehrsamt und sich diese Bearbeitungsweise fortsetzt, dann kann ich nur allen werdenden Eltern den guten Rat geben, ihre Planungen für die Zukunft ihres Kindes um einen Punkt zu erweitern:
1. Anmeldung des Kindes beim Standesamt
2. Anmeldung des Kindes im Kindergarten der eigenen Wahl
3. Anmeldung des Kindes in der Schule der eigenen Wahl
4. Anmeldung des Kindes in der Fahrschule der eigenen Wahl
Wenn es bei uns so weitergeht, dann dürfte Anni ihren Führerschein zumindest zum Abi haben. Das ist ja schließlich auch in 2 Jahren ... 'seufz'



Kommentare
Thu, 03.05.2012 17:07
Liebe Ulrike! Endlich seit [...]
Wed, 02.05.2012 20:55
Danke lieber Wolfgang - es hat [...]
Mon, 30.04.2012 14:27
Ich denke heute ganz doll an [...]