Wednesday, August 24. 2011
Kommentare ...
... gibt es seit gestern hier im Verborgenen. Und ich weiß nicht, ob ich sie frei schalten soll. Ich habe das erste Mal auf facebook den Link eingestellt gehabt. Jetzt sind etliche Kommentare in englischer Sprache da. Was auch irgendwo Sinn bringt, da ich ja etliche Kontakte dort ins Ausland habe ... was mache ich jetzt?
Irgendwie ist es schon leicht schizophren, dass hinter jedem neuen Ereignis direkt etwas Unangenehmes, Schlimmes vermutet werden muss bzw. wird. Mißtrauen gegen alles und jeden ist gesät in dieser Welt. Je mehr wir es zulassen, umso größer, mächtiger, stärker wird es. Befürchte ich. Dem möchte ich mich eigentlich entgegenstellen - sonst nimmt dieses Mißtrauen die Zügel in die Hand und bestimmt das Leben. Das Leben, das ich als einziges habe und das ich doch eigentlich selber gestalten möchte. In dem ich mich gerade wieder zurecht finde und in dem ich gerade wieder auf meine eigene Mitte zusteuere in der großen Hoffnung, auch die grundsätzlich positive Lebenseinstellung wieder ausgraben zu können in meinem tiefsten Inneren. Meine kleine Lebensinsel wieder bestellen, wieder zum Blühen bringen - das sind die Ziele. Der erste Schritt ist getan. Auch der Wiederbeginn des Schreibens hier ist ein sehr wichtiger Teil dieses Schrittes. Wie auch die Anmeldung auf facebook - bereit sein, etwas Neues kennenzulernen, etwas Neues zu wagen.
Etwas lustig, dass das Neue mit längst Vergangenem einhergeht. Die Schulzeit hat mich eingeholt im hohen Alter ... eine Schulfreundin aus der der Grundschulzeit schrieb mich an. Wir werden uns hoffentlich bald sehen. Denn wie ich ist auch sie im Rheinland gelandet, knapp 60 km von mir entfernt lebt sie. Schon interessant! Ohne das inet hätten wir uns vermutlich nie wieder gesehen, uns nie wieder geschrieben oder sonst was nie wieder gemeinsam getan. Nun gibt es dazu die Möglichkeit ... finde ich toll. Und genauso toll fände ich die ganzen Kommentare - aber muss ich noch genau überlegen vor den entscheidenden Klicks!
Vorsicht und Mißtrauen sind gute Dinge. Nur sind auch ihnen gegenüber Vorsicht und Mißtrauen nötig. Christian Morgenstern
Tuesday, August 23. 2011
Wo leben wir denn ?
Gestern besuchte Anni mit Freundin und deren Freund das wunderschöne Phantasialand. Bestes Wetter - nicht zu warm, kein Regen und, da Anfang der Woche, auch nicht zuviele Besucher, so dass sich die Wartezeiten an den Attraktionen wohl gut in Grenzen hielten. Irgendwann bekamen sie Hunger. Kein Problem in diesem Vergnügungspark, wo es an jeder Ecke wirklich gute Sachen gibt, die einfach jeden Geschmack treffen müssen - von den unvermeidlichen gefritteten Kartoffeln über frisch gebackene Waffeln hin zu frischestem Obstsalat und gebratenen Nudeln und anderen Leckereien mehr. So holten sich die jungen Leute je nach Geschmack ihr Essen und schlenderten weiter - bis aus einem Personaleingang in wohl auffälliger Weise ein junger Mann den Park betrat und wieder verliess und wieder betrat und irgendwie die Aufmerksamkeit meiner Drei auf sich zog. Plötzlich stand er vor Anni: 'gib mir dein Essen' ...
Anni weigerte sich - und er packte sie so am Oberarm, dass sie anfing zu schreien. Er liess nicht von ihr ab und forderte ihr Essen ... andere Besucher wurden aufmerksam, doch das kümmerte ihn nicht. Erst körperliche Attaken des Begleiters von Anni zwangen ihn zur Aufgabe und er verschwand wieder durch die Personaltür ...
Absolut geschockt brachen die Drei ihren Besuch ab und ebenso geschockt verfasste ich eine email an die Parkleitung. Denn wer das Phantasialand kennt, wird den Vorfall kaum glauben wollen. Neben der absoluten Sauberkeit ist doch auch das Gefühl, dass dort stets und ständig aufmerksames Personal zu finden ist, ein absoluter Pluspunkt für ihn.
Heute früh riefen sie an ... meine email wäre direkt der Geschäftsleitung vorgelegt worden und sie würden sich auch direkt um die Klärung kümmern. Wir würden auf jeden Fall weiteres hören! Gut und ein Dank für diese schnelle Reaktion an das Park-Team!
Mir geht es nicht darum, dass meine Tochter nun blaue Flecken am Oberarm hat - die Dinger holt sie sich beim Reiten und Tanzen zur Genüge. Mir geht es einfach darum: wer sich an junge Erwachsene in der Art und Weise heran macht, der macht wahrscheinlich auch anderes. Und in dem Park gibt es genügend Kinder - Eltern können ihre Augen nicht ständig auf ihrem Nachwuchs haben und ein winziger Moment genügt ... nicht weiter darüber nachdenken, nicht weiter ausmalen. Da wird jeder seine eigenen Gedanken bekommen. Nur erschreckt es mich, in welchen normalen Lebenssituationen heute keiner mehr sicher ist ... sicherlich sind Amokläufe heute schon fast an der Tagesordnung. Aber über sie liest man in der Zeitung, sieht Berichte im Fernsehen und von Überfällen hört man auch nur und erlebt sie nicht! Ich befürchte, dieses 'man erlebt das nicht' ist der größte Trugschluß, dem wir in unserer heutigen Zeit verfallen können! Dagegen hilft nicht: stehen bleiben und zugucken! Dagegen hilft: beherzt eingreifen - einer für den anderen muss da sein. Darum mein großer Dank an den jungen Mann für seinen Mut!
Mut, Mut, Mut, das fehlt dem sogenannten denkenden Wesen, dem Mensch - als denkendem Wesen - am meisten. Christian Morgenstern
Monday, August 22. 2011
Knöö ...

... schreibt frau eigentlich anders - aber das dänische O (Ø) mit dem Querstrich mittendurch ist hier nicht darstellbar und außerdem ist Knöö inzwischen ein Familienmitglied und lebt gut mit der deutschen Schreibweise seines wunderschönen Namens!
Mari fragte in den letzten Tagen nach dem Kindheits-Bären. Nun ist Knöö weiß Gott nicht mein Kindheitsbär. Aber er ist mein ureigenster Bär! Der aus vergangenen Tagen fiel der immerwährenden Aufraumwut meiner Mutter zum Opfer wie so vieles andere. Was kümmern sentimentale Erinnerungen an Teddy Pups oder Puppe Sonja, wenn ja nur der Keller aufgeräumt ist ... egal ! Jetzt habe ich Knöö ! Zu mir gekommen ist er 2006 auf der wunderschönen Insel Bornholm. Meine liebe Freundin Eva, Anni und ich verbrachten dort herrliche Tage und erforschten die Insel in jede Richtung. Was ja nicht unbedingt ein großartiges Unterfangen ist, weil jede Richtung ihr schnelles natürliches Ende in der Ostsee findet. So gelangten wir auch in einen kleinen Ort, wo noch Bonbons per Hand hergestellt werden. Es war faszinierend, den Zuckerbäckern dabei zuzusehen! So machten wir uns mit unseren natürlich erworbenen Schätzen - wir essen eigentlich alle 3 keine Bonbons - wieder auf den Weg Richtung Ferienhaus. Auf dem Weg fiel uns ein ziemlich einsam gelegenes Geschäft auf und weil wir ja alles kennenlernen mussten, wurde angehalten - und rein ... Die schönsten Wohnungs-Nettigkeiten empfingen uns - alles Sachen, die eigentlich in dieser Form keiner braucht, die es aber so richtig gemütlich machen. Oder halt Sachen, die jeder braucht, aber die in besonders ausgefallen und hübschen Formen. Kurz, ein Laden, in dem frau jeden Tag stöbern könnte ... und in einer Ecke kuschelten 2 Gesellen: ein Hund und ein Bär. Meine Begeisterung für den Bären kannte keine Grenzen - und Evas Begeisterung für den Hund war nicht zu übersehen. So fanden beide eine neues Zuhause. Knöö wurde auf Knöö getauft (was natürlich dänisch ausgesprochen sich toll anhört) und Hund erhielt den prosaischen Namen Hund.
Ist es eigentlich albern, wenn frau sich im hohen Alter aus sentimentalen Anwandlungen heraus ein neues Kuscheltier zulegt? Ich sage ganz klar: Nein ! Klar, muss ich ja. Weil ich es getan habe. Aber ich finde es einfach auch gut und richtig. Denn wer sagt, dass nur Kinder das Recht haben, sich an weichen, flauschigen Sachen zu erfreuen; ihr Gesicht in das Kuschelfell zu stecken, wenn die ganze Welt so richtig blöde ist? Wenn alle doof sind und frau sie am liebsten hauen würde - wen kann sie da ersatzweise sonst so durchkneten und auch schon mal boxen??? Irgendwie würde es mich nicht wundern, wenn jeder so ein Kuscheltier hätte - halt nur ganz, ganz heimlich. Etwa so mit der Heimlichkeit, mit der nie jemand die bunten Regenbogenblättchen liest und trotzdem weiß, was da alles drin steht ... Mir tut Knöö auf jeden Fall sehr oft sehr gut! Auf ihn passe ich besser auf als seinerzeit auf den Kindheitsbären Pups ... weil ich mit ihm ein Stückchen Kindheit erleben darf.
Die Kindheit ist ein Augenblick Gottes. (Achim von Arnim)
Friday, August 12. 2011
Spekulanten, Gerüchte ...
... die Börse, empfindlich wie die hübsche Mimose, saugt alles begierig auf und reagiert sofort. Länder stürzen in den immer größer werdenden Strudel menschlicher Begierde nach mehr. Nach mehr was? Mehr Geld, mehr Macht, mehr ich-weiß-nicht-was? Fast könnte man meinen, Rating-Agenturen gibt es seit einem Jahr und nicht seit gut einem Jahrhundert. Plötzlich sind sie in aller Munde, trauen sich, allwissend allumfassend alles zu beurteilen und zu klassifizieren. Und wir schauen zu. Verwundert, ängstlich, fassungslos - begreifen zum großen Teil nicht, warum und weshalb sich einige Mitmenschen aufgeschwungen haben, unsere Welt in ein Chaos zu stürzen. Aus purer Gier ...
Andernorts wird schon reagiert. In Großbritannien brennen nicht nur die Häuser. Verabschieden musste man sich von dem Gedanken, dass hier ein Mob aus niederer Klasse zu Gange ist. Haben doch tatsächlich auch Gebildete und Angehörige der höheren britischen Standesschichten mitgemacht und randaliert, zerstört, geplündert und vielleicht sogar gemordet. Wann fängt es bei uns an? Die paar Autos, die nächtens in Hamburg oder Berlin brennen, werden nicht zur Kenntnis genommen. Wie damals auf der britischen Insel. Als man die ersten Anzeichen falsch beurteilte, abtat als das Werk einer Minderheit.
Aber ist es die Minderheit? Sicherlich rebelliert es auch in uns, leise! Statt auch laut zu werden. Statt sich zu besinnen, dass wir, die normale Bevölkerung die Säulen von Politik und Wirtschaft sind. Unsere Demutshaltung muss weg und Zivilcourage muss her. Nicht Gewerkschaften, die ein paar Euro mehr und kleinste Vergünstigungen für wenige mit großem Tamtam erreichen wollen, sondern die sagen: Schluß mit dem modernen Sklaventum! Bürger, die nicht hinter vorgehaltener Hand sich ärgern, was kleine Bürgermeister aus einst blühenden Städtchen durch Bauwahn für den eigenen Glorienschein, sondern die vor das Rathaus ziehen und dafür sorgen, dass Kleinstpolitiker wieder begreifen, was ihre Aufgabe ist. Und Bürger, die nach Berlin ziehen und den etwas größeren Politikern klar machen, dass diese in vorderster Linie das eigene Land in Ordnung halten oder besser: bringen müssen ...
Wir haben nur diese eine Welt, die sich naturgemäß verändert. Auch wenn wir uns diesen Veränderungen anpassen müssen, so heißt das nicht, dass irgendjemand das Recht hat, sie in ein Chaos zu stürzen. Nicht Wirtschaftsleute, nicht Spekulanten, nicht Politiker, nicht Menschen ...
Tuesday, August 9. 2011
Das ist doch normal ...
... eine Phrase, die immer passt.
Es regnet schon wieder. Tja, das ist doch normal in diesem Sommer!
Heinz hat seine Frau betrogen. Tja, das ist doch bei dem normal!
Elvira hat schon wieder ein neues Kleid. Tja, das ist doch bei der normal!
Ist es auch normal, dass ich beim Seitensprung den armen Mann als Beispiel herangezogen habe und beim Einkauf die Frau? Muss an den normalen Klischeevorstellungen liegen - also bei dem, was uns in Kindheitstagen eingeimpft wurde, dass das eben normal sei und man es darum täte ... Mädchen spielen mit Puppen und Jungen mit Autos! Ehrlich? Nein! Ich kenne etliche Jungen, die gern mit Puppen spielen. Und meine Anni wünschte sich zum 7 Geburtstag ein Holzschwert (was sie auch bekam - unnormal?!).
Was ist eigentlich normal? Das, was die Masse tut und darum in den Augen der Masse eben anständig und normal ist? Dann wehe uns, wenn der Geschmack der Masse plötzlich umschlägt. Meine nächste Frage wäre: warum muss alles normal sein? Und: bin ich eigentlich normal? Meine Antworten sind ganz sicher: 1. nein, es muss nichts normal sein! und 2. ich bin gern nicht normal!
Ich blogge gerade. Ist das normal? Auf jeden Fall tut es nicht die Masse. Also ist schon etwas unnormales dabei, wenn frau hier teilweise ihr inneres Ich zeigt. Auch das ich mich im hohen Alter mit dem inet beschäftige, ist bei einem Blick ins reale Leben hin zu Bekannten alles andere als normal. Ganz unnormal werde ich, weil ich nicht auf das Wetter schimpfe, nicht über kaputte Sachen meckere - mich eben nicht an Sachen aufhalte, die ich eh nicht ändern kann. Oder ist jemandem durch arges Geschimpfe schon mal eine zerbrochene Vase wieder in den normalen, weil gebrauchsfertigen Zustand versetzt worden?
Die Normalität des Alltags - aufstehen, frühstücken, arbeiten, Mittagsimbiss, arbeiten, fernsehen, schlafen ... wie langweilig. Aber anscheindend für die Masse nicht. Der Wahnsinn des Nichtnormalseins, wo fängt er an, wie weit geht er? Wann begreifen wir, dass es absolut normal wäre, wenn jeder sich als Individuum begreifen würde, der eigenverantwortlich sein eigenes Leben so zu gestalten hat, dass es für ihn selbst lebenswert ist - gemeinsam mit anderen Individuen, die sich gegenseitig respektieren, tolerieren und damit wieder zu einer Gemeinschaft werden. Das wäre meine Wunschnormalität ...




Kommentare
Thu, 03.05.2012 17:07
Liebe Ulrike! Endlich seit [...]
Wed, 02.05.2012 20:55
Danke lieber Wolfgang - es hat [...]
Mon, 30.04.2012 14:27
Ich denke heute ganz doll an [...]