Friday, February 17. 2012
Red carpet ...
Über den sind sie gestern marschiert: die Promis zum Wiener Opernball. Wo in und an anderen Orten rote Teppiche für diese ach so hochgestellten Leutchen ausgerollt werden, da musste es in Wien der red carpet sein. Aber immerhin wurde den Damen in die Handtäschchen geschaut und nicht in die hand bags. Da waren auch Lippenstifte drin und keine lip sticks. Wie beruhigend! Ebenso beruhigend, dass das halbe Ballett der Wiener unter- und miteinander verbandelt ist. Nur ganz ehrlich: interessiert mich absolut nicht, wer mit wem verheiratet ist. Und schon gar nicht, wenn da 2 Männer laufend quaken, während schönste Musik- und Tanzdarbietungen zu sehen sind. Aber halt beruhigend, dass man miteinander verheiratet ist und nicht married oder so ^^
Nee, was soll das? Selbst in Nachrichtensendungen landen inzwischen Menschen auf Airports. Kann es sein, dass irgendwo ein Wettbewerb ausgeschrieben wurde nach dem Motto 'wer bringt die meisten englischen Wörter in seiner Sendung unter?' Ich muss da etwas verpasst haben. Da kann ich mein brain noch so anstrengen - es fällt mir dazu nichts ein!
Auch nicht zu dem Geschehen auf dem Frankfurter Flughafen. Eine kleine Gruppe will mehr Geld (wer will das nicht???). Forderungen stehen da im Raum, die einzelnen bis zu 76 % mehr Gehalt auf die Konten spülen sollen. Selbst der eigene Betriebsrat spricht da von indiskutablen Forderungen! Doch was schert das die zuständigen Gewerkschaften, was die 200 streikenden bodenständigen Flugzeugparkplatzeinweiser? Eins ist sicher: sie haben zu spät gestreikt und konnten so durch ausgefallene Flüge nach Wien keinen Menschen daran hindern, dort über den red carpet zu walken.
Tuesday, February 14. 2012
Über den PC-Rand geschaut ...
Der Schreibtisch und damit zwangsläufig der Lap stehen so, dass ich die Straße voll im Blick habe. Und ganz zwangsläufig aufschaue, wenn sich da etwas bewegt. Eigentlich habe ich so keinen Grund, oft aufzuschauen - weil es eine ruhige Straße ist in einem ruhigen Wohngebiet, 5 Minuten vom Zentrum dieses rheinisch-stadtähnlichen Gebildes entfernt. Und weil es eh keinen Menschen in diesen Mittelpunkt des selbsternannten Einkaufsstädtchens zieht (bekanntlich liegen in Einkaufsstädten die Einkaufszentren möglichst außerhalb, damit auch alle nur mit dem Auto hinkommen zu den deutschlandweit standardisierten Supergeschäften ...), ist diese Straße schon sehr ruhig und nur am Sonntag gegen 10 Uhr recht stark begangen. Und dann nochmal, wenn der Gottesdienst beendet ist ...
Aber im Moment ist es interessant. Weil ein Haus saniert wird. Saniert? Ich bin überzeugt, dass die Abrissbirne diesem alten hochherrschaftlichen Haus besser getan hätte. Jahrelanger Leerstand hatte deutlichste Spuren hinterlassen. Der Zustand des nicht allzu großen Grundstückes hat erahnen lassen, welche vierpfotigen Geschöpfe dort nachts leere Räume zu ausgiebigen Partys nutzten. Nun denn. Vorbei! Die neue Drainage liegt und neue Eingänge entstanden und neue Fensterlöcher, die auch schon mal direkt wieder geschlossen wurden. Damit neue entstehen konnten - knapp einen halben Meter daneben. Frau wunderte sich oft! Jetzt ist das Dach dran. Und die alten ausgebauten Dachfenster wurden in der letzten Woche abgetragen. Seit gestern werden Gauben gesetzt. Gauben auf ein klassisches Jugenstil-Haus ... Es geht mir ja wirklich nichts an! Aber ich habe im Berufsleben oft mit Häusern, deren Bau und auch mit Sanierungen zu tun gehabt und kenne die Preise. Und wenn ein altes Haus stilgerecht saniert wird, dann freue ich mich. Aber wenn es dermaßen bis zur Unkenntlichkeit umgebaut wird, dann frage ich mich wirklich, warum nicht das marode Bauwerk abgerissen und nach eigenen Vorstellungen neu gebaut wurde? Denn zweifellos war das Grundstück das Wertvollste, was in dem Kaufpreis enthalten war. Und das wäre ja beim Neubau erhalten geblieben ...
Aber abgesehen von den Gedanken zu der gesamten Baumaßnahme: es ist faszinierend, Dachdecker bei ihrer Arbeit zu beobachten! Abstruse Gedanken kommen hoch: haben sie mehr Gene von den Affen ererbt als der Rest der Menschheit? Scheinbar schlafwandlerisch bewegen sie sich dort oben in Geschwindigkeiten, die so mancher auf ebener Erde nicht erreicht. Frankfurter Pfannen fliegen durch die Luft und werden scheinbar mühelos vom Kollegen auf dem Gerüst gefangen - zirkusreif! Begleitet wird alles von relativ lauter Musik und ich warte eigentlich nur auf ein Tänzchen der 3 Männer, die da jetzt täglich rum turnen ... Das war der Gedanke heute früh - als mein Blick abgelenkt wurde, von den 3 Dachkünstlern weg zu dem Mann mit der täglichen Post. Ich kann ihn ein kleines Stück seines Stückes beobachten und er tut mir oft leid, wie er bei Wind und Wetter seine tägliche Strecke ablaufen muss. Heute kam mir zum ersten Mal der Gedanke: was denkt ein Briefträger, wenn er die Post einwirft? Denkt er daran, was für Nachrichten er dem Empfänger da gerade in den Kasten steckt? Welche Freude er gerade bringt oder welche Katastrophe? Oder ärgert er sich, weil er zum Wohle der Post Massen an ungeliebter Reklame durch die Gegend schleppen und verteilen muss?
Mitten durch diese Gedanken spazieren 2 Frauen mit ihren kleinen Kindern. Sie palavern in irgendeiner Sprache in unangenehmer Lautstärke. Schon schwirren meine Gedanken ab zu deutscher Sprache und Integration und überhaupt ... Ich schaue zu dem Fenster mir genau gegenüber auf der anderen Straßenseite. Ach, schon 11 Uhr? Scotty ist auf der Fensterbank gelandet und schaut erwartungsvoll auf die Straße. Der Terrier weiß ganz genau, wann sein Frauchen heim kommt vom Stundenjob! Und schon fange ich an zu träumen von Zeiten, in denen ich hoffentlich wieder einen Hund haben kann ...
Was mich heute gewundert hat: nicht einen Menschen habe ich gesehen mit Blumen in der Hand. Ist hier heute der Valentinstag ausgefallen? Keine Ahnung!
Monday, February 13. 2012
Wenn du denkst, es geht nicht mehr ...
... dann geht es doch weiter - und es kommt ein Ereignischen, was frau wieder vom Hocker fallen lässt! Wie erahnt, war es wieder der werte Arzt am Bonner Klinikum. Ich fasse es nicht, dass mich nach den jahrelangen Kämpfen gegen die Ignoranz so mancher Ärzte mich der Kerl auch dieses Mal wieder geschafft hat!
Ja, ich sehe einen Zusammenhang zwischen Morbus Wilson und dem ständigen Kranksein meiner Tochter. Tut mir leid! Er aber schaute mich nur an mit diesem Blick, den ich zur Genüge kenne: ach-du-Übermuttertier! Weißt du denn nicht, was für ein Spezialist ich bin und daher nur für die Leber und für nichts anderes auf der Welt als für die Leber zuständig bin und den Hausarzt vielleicht mal wohlwollend unterstütze, wenn die arme Socke ratlos ist?
Selbst mir ist klar, dass die ständigen Atemwegsinfekte wohl eher auf das Asthma zurückzuführen sind. Aber die ebenso ständigen Magen/Darminfekte? Irgendwie habe ich mal in grauen Vorzeiten in der Schule gelernt, dass Magen und Darm und Leber und noch so einiges andere zusammen für die Verdauung des Menschen zuständig sind. Und ich habe den Waschzettel zum Medikament öfter gründlichst gelesen (wie auch das einzige deutschsprachige Buch zu Morbus Wilson). Und da steht exakt drin, dass es zu den Problemen kommen kann ... Tja, ach soooo, Magen/Darm-Beschwerden sind auch da? Ebenso tja: ich habe noch nie gehört, dass Durchfall und Bauchkrämpfe symptomatisch für Schnupfen und Husten sind ...
Es folgte noch ein Vortrag über die Auslastung seiner Kapazitäten und dass er jetzt gar keine Patienten neu mehr annimmt und wir ungeheures Glück hätten, schon im letzten Jahr gekommen zu sein - blablabla. Nun will er im Juli beim nächsten Termin die Leber ultraschallen - pfffffff. Bis dahin ist das Abi gelaufen! Nur wie? Ich kann da mein Kind absolut verstehen, die verzweifelt ist: langt es nicht, dass ich die Sch...krankheit habe? Warum werde ich noch bestraft und kann nicht so zur Schule und lernen wie ich möchte und bekomme einen Sch...schnitt ...
Und dann kommen plötzlich Fehltage, über die Mutter sich freut. Weil sie zeigen, dass Kind nicht die Freude am Leben verliert und einfach mal Blödsinn macht mit Freunden. Denn wer bitte lässt sich von einem Jüngling bei diesem Wetter nach Hause tragen - nur weil er eine Wette gewonnen hat? Klar, dass das Kerlchen gestürzt ist. Und mein Kind ein zerschundenes Knie hatte wie in ihrer gesamten Kindheit nicht ^^. Nun hofft sie inständig, dass zu Weiberfastnacht alles soweit in Ordnung kommt. Denn da beginnen die großen Auftritte der Showtanzgruppe. Und sie will doch wieder mithüpfen. Ich wünsche es ihr von Herzen!
Friday, February 3. 2012
Alzheimer mit Assauer
Kaum eine Nachrichtensendung, kaum ein Magazin ohne Assauers Alzheimer. Ich frage mich, ob wirklich so öffentlich gelebt werden muss?
Es soll viel Zustimmung von betroffenen Familien geben in der Art: endlich wird über diese Krankheit gesprochen! Wirklich endlich? Und: was hilft es diesen Familien? Es gibt so viele Kurse und Gesprächskreise, in denen man angeblich lernt, mit dieser Krankheit zu leben, mit betroffenen Angehörigen umzugehen. Und dann?
Dann ist man allein! Vor dem Fernseher: was siehst du da? - Monk! - Das ist nicht Monk, das ist irgendein Spielfilm. - Das ist Monk!!! - Nein, schau doch mal hier in der Fernsehzeitschrift: kein Monk, sondern der Film XY. - Tatsächlich. Aber guck mal, der Monk wird nicht mehr von einer Frau begleitet und hat auch seine Sauberkeitsmacke nicht mehr. - Du, das ist nicht Monk, sondern ein Spielfilm. - Ach ja, hast du ja recht. Steht ja auch in der Zeitung.
Ah ja, sie hat es verstanden. Bis zu dem Satz 3 Minuten später: guck mal, da ist Monk ...
Oder man wird morgens um 6 geweckt: Mami, irgendwas ist im Bad. Ja, sie liegt halb angezogen in der Badewanne, die Beine hängen über den Rand. Was machst du da? - Ich habe gebadet! - Das kann nicht sein, deine Bluse ist ja ganz trocken! - Irgendjemand hat mich in die Badewanne gesteckt!!! - Das kann erst recht nicht sein, weil wir ja geschlafen haben. Aber ist im Moment egal, komm raus.
Aber das geht nicht. Sie schafft es nicht. Allein bekomme ich sie auch nicht raus. Erst mit vereinten Kräften hieven wir sie aus der Wanne, ziehen sie ganz aus und bringen sie ins Bett. Gegen 11 Uhr kommt sie: warum habt ihr mich heute Nacht geschlagen? Mein Rücken tut so weh! - Wir haben dich nicht geschlagen. Du warst aus irgendeinem Grund halbangezogen in der Badewanne! - Nein, das stimmt nicht. Ihr habt mich geschlagen, sonst hätte ich nicht diese Schmerzen ...
Zwei kleine Beispiele aus meinem täglichen Leben mit einer Mutter, der vor 4 Wochen eine Neurologe bescheinigt hat, dass sie absolut normal sei und kein Alzheimer habe und auch nicht dement sei. Nach einem 5-Minuten-.Gespräch. Was sagen die Beratungsstellen dazu? Gehen sie unbedingt zu einem anderen Neurologen! Ach ja. Aber der erste hat hammerharte Medikamente verschrieben gehabt - auch nach einem 5-Minuten-Gespräch, drum waren wir ja jetzt bei einem anderen! Auch weil sie starke Magenbeschwerden von den Pillen bekommen hat und kaum noch geradeaus laufen konnte ... Tja, dann müssen sie noch zu einem anderen Arzt! - Klar, Neurologen gibt es ja wie Sand am Meer!
Nein! Ich will nicht mit dem sicher traurigen Schicksal des Herrn Assauer täglich konfrontiert werden! Für mich ist es pure Geschäftemacherei und es klingelt seine Kasse kräftig. Vielleicht stiftet er ja die Einnahmen der Alzheimer-Forschung? Dann hätte es wenigstens einen akzeptablen Hintergrund, dass hier wieder ein Prominenter sein Leben ausbreitet! Wobei es sicher viel schwerer ist, mit dieser Krankheit (wie mit jeder anderen auch!) ohne gut gepolstertes Bankkonto zu leben. Was die Masse der Erkrankten tun muss ...
Thursday, February 2. 2012
Geschmackssache ....
Frau Buntschuh stand mal wieder zweifelnd vor dem Obst- und Gemüseangebot ihres Discounters. Lebensmittelgeschäfte gab es schon lange nicht mehr in ihrer kleinen Stadt und schon gar keine extra Fachgeschäfte für Obst und Gemüse oder für Fisch oder sogar für Feinkost. Sie seufzte und gedachte eine lange Minute der längst vergangenen Zeiten, in denen sie zum Abendessen mal den leckeren Krabbensalat - vom Herrn Feinkost höchstpersönlich angerichtet und abgeschmeckt - oder das köstliche hausgeräucherte Forellenfilet der Familie de la Fisch auf den Tisch stellen konnte. Sie leckte sich die Lippen, meinte sie doch tatsächlich, sie würde das noch warme Krustenbrot aus der alten Backstube schmecken, auf dem gerade die leicht gesalzene Butter aus der Milchmann-Werkstatt leicht zerlief ... und darauf in dünnen Scheiben eine dunkelrote Tomate!
Nun aber stand sie genau vor diesen Tomaten und quälte sich. Cocktailtomaten, Rispentomaten, Flaschentomaten, Partytomaten, Cherrytomaten - die Artenvielfalt füllte die Hälfte der Theke. Theke? Frau Buntschuh überlegte. Dieser feine Sprühnebel, der sich da über das Obst und Gemüse verteilte, ob der wirklich so optimal war? Weiß der Geier, was da alles drin war. Irgendwie war sie sich sicher, dass das pure Augenwischerei war und ihr nur vorgaukeln sollte, dass die Ware absolut frisch sei. Feuchte Äpfel schrumpeln schließlich nicht und feuchte Tomaten faulen eher als trockene. So war sie also wieder bei ihrem Hauptproblem gelandet. Welche dieser roten Dinger sollten denn nun heute Abend den vom geliebten Gatten so heiß gewünschten Salat ergeben??? Ihr fiel ein, dass sie letztens im Fernsehen gesehen hatte, dass im hügellosen Nachbarland die Paradiesfrüchte ganz ohne Erde gezogen wurden. Nee, das kam ihr spanisch vor, dass ihr das schmecken würde und sie entschied, dass alle Tomaten aus eben diesem Land fein im Regal bleiben könnten. Blieben nur noch Rispentomaten aus Spanien übrig. Also - aaaber der Preis. Fast hätte Frau Buntschuh sich mitten im Laden hingesetzt. Aber dazu war ihr der Fußboden nicht sauber genug (Herr Feinkost wäre da schon drei Mal mit dem Schrubber durch!).
Frau Buntschuh ging bekümmert durch den Laden und entschied sich gegen Tomaten und für einen Obstsalat aus der Tiefkühltheke und - tja, sollte doch ihr Mann gucken, wie er damit zurecht kam.
Herr Buntschuh kam recht abgekämpft von der Arbeit heim und setzte sich erwartungsfroh an den Tisch, sah den Obstsalat und meinte schon recht mißmutig, ob er denn zwei Salate an einem Abend essen solle. Doch Frau Buntschuh strahlte ihn an und meinte, dass er den gewünschten Tomatensalat ganz sicher im Juni essen könne. Er müsse nur noch die Voraussetzungen schaffen und ein paar Kleinigkeiten besorgen für den Balkon - dazu legte sie ihm 2 Tütchen Tomatensamen, Sorte AusGroßmuttersGarten ...
Andere pflanzen, was ich essen soll. Ich pflanze, was andere essen mögen ... persisches Sprichwort



Kommentare
Thu, 03.05.2012 17:07
Liebe Ulrike! Endlich seit [...]
Wed, 02.05.2012 20:55
Danke lieber Wolfgang - es hat [...]
Mon, 30.04.2012 14:27
Ich denke heute ganz doll an [...]