Und weil es Tage gibt, die etwas mehr Vorbereitung benötigen als andere Tage und mir außerdem kaum noch etwas einfällt, weil ich nur an meine vom vielen Laufen wohl doch etwas geschundenen Füße denken kann ... kurz, ich mache es mir einfach und setze das zweite Kapitelchen vom Hutzel Putz hier rein ...
Verwundert hielt der kleine Marienkäfer in seiner Kletterei inne und sah dem Hutzel Putz bei seinem Freudentänzchen zu! Ganz plötzlich zuckte er zusammen – genau in dem Moment, in dem Hutzel Putz einen hohen, spitzen Schrei ausstieß und von seinem Stein herunter rutschte. Nein, er fiel eher. Und zwar ganz, ganz kräftig! Und damit nicht genug: er schlug mit seinem Köpfchen gegen eine harte Haselnuss, die da unnütz in der Wiese herum lag. Das grüne Hütchen rutschte von seinem Kopf und Hutzel Putz blieb ganz einfach liegen und rührte sich nicht.
Das Marienkäferchen, das übrigens Rosa Pünktchen hieß, erschrak ganz fürchterlich. Und flog zu Hutzel Putz. Der rührte sich immer noch nicht. Auch nicht, als Rosa Pünktchen ihm ganz viel Luft ins Gesicht blies. Und selbst das heftigste Wedeln mit den Flügeln brachte nichts. Obwohl Rosa sie so stark hin und her bewegte, dass sie schon Angst bekam, dass einer der sechste Punkte von ihren Flügeln abgehen könnte.
Rosa gab auf. Ratlos setzte sie sich oben auf den Stein, auf dem Hutzel gerade noch so schwungvoll getanzt hatte. Sie grübelte, was sie noch tun könne. Gerade als sie meinte, ihr fiele nichts Vernünftiges mehr ein, da hatte sie die zündende Idee! Flugs breitete sie ihre Flügel wieder aus und startete. Im Fliegen rief sie: „Hilfe, helft alle. Der Hutzel Putz ist so dolle gefallen, dass er sich gar nicht mehr bewegt!“
„Waaaas???“ riefen ein paar Bienen, die gerade ihre voll beladenen Honigeimerchen nach Hause bringen wollten. „Waaas ist mit ihm?“ Das war ja eine Katastrophe! Dem netten Hutzel Putz durfte nichts passieren. Machte er doch die besten Honigeimerchen der ganzen weiten Welt!
Aufgeregt flogen sie zusammen mit Rosa Pünktchen zu dem Stein, ließen sich dort nieder und betrachteten sorgenvoll den immer noch reglos daliegenden Hutzel.
Und was machte derweil der Hutzel Putz wirklich? Er war in einen ganz tiefen Schlaf gefallen und träumte etwas ganz Wunderbares! Nämlich das er auf dem Weg zu Elvira Sonnenstrahl war, zu der Einladung, die er gerade bekommen hatte. Eigentlich war er recht traurig, denn ihm war so gar nichts eingefallen, was er der lieben Elvira hätte mitbringen können als Dankeschön, dass er ihr Freund sein durfte und dass sie ihn eingeladen hatte. Und wie er so dahin ging, sah er auf einmal eine wunderschöne, kleine Blume. Irgendwie sah sie ganz anders aus als all die Blumen hier. Viel kleiner, viel zierlicher. Und das Verwunderlichste und Schönste an ihr war, dass jedes ihrer Blütenblätter eine andere Farbe hatte. Es war nicht einfach so ein rotes oder gelbes oder blaues Blümchen, nein, da war ein Blatt rosa, das nächste hellblau. Dann kam ein wunderschön rotes, gefolgt von einem tiefgelbem und ein reinweißes folgte. Ach, war das eine wunder-, wunderschöne Blume! Gerade richtig für Elvira Sonnenstrahl.
Hutzel überlegte. So eine feine Blume durfte doch nicht einfach gepflückt werden! Schnell rannte er zurück in sein Haus direkt neben dem dicken Steinpilz. Zum Glück hatte er einige Honigeimerchen in Reserve gemacht! Und er schnappte sich eins und – so schnell ihn seine kurzen Beine trugen – ging es zurück zu dem Blümchen. Wie dumm, Hutzel hatte seinen Spaten vergessen. Aber Hutzel wäre nicht Hutzel gewesen, wenn er sich nicht zu helfen gewusst hätte! Er sah sich um und entdeckte ein Stück abgefallene Baumrinde. Mit seinem Messerchen, das er zum Glück immer in seiner Hosentasche mit sich trug, schnitzte er sich aus dem Rindenstück eine Art Schaufel. Und damit grub er ganz vorsichtig die wunderschöne Blume aus und setzte sie in das Honigeimerchen.
Bei Elvira Sonnenstrahl angekommen, hielt er ihr verlegen das Eimerchen hin und sagte: „Für dich!“ Elvira nahm ihm sein Geschenk ab und juchzte ganz begeistert: „Oh, eine Wunderblume, eine Wunderblume nur für mich ... sie braucht ganz schnell Wasser!“ Und sie goss Wasser auf die Blume. Hutzel Putz staunte, wie hell es auf einmal wurde!
Und er schüttelte sich und setzte sich verwundert hin. Warum war denn sein Gesicht so nass. Er rieb seine Äuglein und schaute. Weshalb tanzten Rosa Pünktchen und die Bienen so aufgeregt um ihn herum: „er ist aufgewacht, er ist aufgewacht!“ Und triumphierend hielt Rosa Pünktchen das Honigeimerchen hoch, aus dem sie eben dem Hutzel Putz ganz kräftig Wasser ins Gesichtchen geschüttet hatte, damit er aus dem tiefen Schlaf aufwachte.