... das Phantasialand in Brühl bei Köln !!!
Den Park kenne ich ja nun seit schon Jahrzehnten. Doch ist es immer wieder schön dort - besonders außerhalb der Ferienzeiten und an ganz normalen Wochentagen, wenn sich nicht die vergnügungssüchtigen Besucher gegenseitig die Luft zum Atmen nehmen, sondern ganz entspannt durchgeschlendert werden kann. Den Gestaltern gelingt es Jahr für Jahr, neue Attraktionen zu bauen oder auch nur umgzugestalten, so dass es wirklich jedes Mal ein kleines Erlebnis ist. Was mich wie immer sehr fasziniert hat, ist die unglaubliche Sauberkeit dort allerorten, auch an den Orten mit der Doppelnull. Man sah dienstbare Geister, die die Grünanlagen auf den Winter vorbereiteten zusätzlich zu denen, die akribisch nach Sachen suchten, die weder auf Gehwegen noch sonstwo etwas zu suchen hatten. Toll !
Eine wahre Meisterleistung ist jedoch wirklich das chinesische Hotel - direkt am Park gelegen mit Sondereingang zum Park. Also war in meiner Vorstellung von den 3 Tagen dort auch die Geräuschkulisse enthalten, die nun mal juchende Menschen bilden. Aber ... nichts !!! Wir saßen nachmittags in diesem herrlichen Garten inmitten von Bambusstauden, Kamelien- und Gingko-Bäumen, angenehm berieselt von ganz dezenter fernöstlicher Musik, berieten, ob nicht doch der eine oder andere Koi mehr etwas für die Bratpfanne wäre (pfui !!!) - und fühlten uns irgendwo ganz weit weg.
Am 2. Abend sahen wir die Premiere der Winter-Show, begleitet von einem 4-Gang-Menue ... insgesamt eine Meisterleistung. Show als auch Küche: perfekte Darbietung!
Perfekt machten jedoch diese wunderbaren Tage, zu denen uns meine Freundin eingeladen hatte, jedoch das Miteinander. Das Zusammensein im Gleichklang - so wie wir 3 es schon einmal auf Bornholm erlebt hatten. Trotz der großen räumlichen und langen zeitlichen Distanz - es war sofort wieder die Vertrautheit da, die diese Tage zu so ganz besonderen Sterntagen machten.
Aus diesem Wir-Gefühl heraus kam dann ein spontanes 'ich geh mit' - als meine beiden vergnügungssüchtigen Damen sich zur ersten Achterbahn aufmachten. Große Augen: DU ??? Ja, ich !!!
Vor einigen Jahren, eigentlich als meine Ängste so richtig stark wurden, hatte ich beschlossen: nie mehr freiwillig in diese Dinger ... Nun wollte ich dazu gehören, mich nicht mehr selber ausgrenzen ... Beim Einsteigen kam nochmals kurz der Gedanke: du bist bescheuert, warum tust du dir das an? Die Antwort kannte ich bei der zweiten Achterbahn an diesem Tag: ich will wieder teilhaben ... auch an der Achterbahnfahrt des Lebens! Irgendwie habe ich nämlich das Gefühl, mich an diesem Tag in einem wichtigen Punkt selber besiegt zu haben! Und dieses Gefühl hält an und tut verdammt gut!
Eine einzige Selbstüberwindung stärkt mehr als 20 Gefühle und 200000 Predigten. Jean Paul