Nachdem Frau Buntschuh wieder gut lebt, geht sie natürlich auch wieder einkaufen. Erst recht jetzt in der letzten vorweihnachtlichen Zeit, wo es überall so lecker nach Gebrannten Mandeln, Pommes und Glühwein duftet. Heute wollte sie sich endlich darum kümmern, dass ihre Kinder so richtig glänzende Augen bekommen würden. Worauf hatte gestern doch noch ihr kleiner Franz so gestarrt im Werbefernsehen? Sie wusste nicht, was das für ein Ding war, aber diese Frauenstimme hatte es ja deutlichst gesagt: Wieee plass ...
Auf dem Weg zum Spielwarengeschäft konnte Frau Buntschuh noch gut in diese große Parfümerie gehen. Ihre Tochter wollte schon immer mal so ein richtig tolles Parfum haben und was lag da näher als in dieses Geschäft zu gehen. Sie war gespannt, ob sie wieder heraus finden würde. Sooo groß war das eigentlich hier nicht, aber in richtigen Städten würden die Läden sicher supergroß sein, dachte sich Frau Buntschuh. Denn wie sonst käme man auf so einen Spruch wie Komm rein und finde raus. Oh ja, das Kam in end feind aut konnte sie richtig gut übersetzen, dazu reichten ihre Schulkenntnisse allemal!
Eine toll bemalte Verkäuferin fragte nach den Wünschen der Frau Buntschuh. Irgendwie hatte die sicher abends noch was vor und nach Feierabend wenig Zeit, sonst würde sie ja nicht jetzt schon so bunt durch die Gegend laufen, dachte sich Frau Buntschuh und sagte laut, dass sie ein Parfum für ihre Tochter wolle. Über die Gegenfrage, ob es ein O de parfum oder ein 0 de colonche sein solle, wunderte sie sich schon wieder. Ein O gab es für Telefone, das wusste sie aus der Werbung ganz genau. Aber in einer Parfümerie sollte es doch keine Telefone geben! Also bekräftigte sie nochmals ihren Wunsch nach einem Parfüm und setzte sicherheitshalber dazu: eins, an dem man riechen kann. Die Verkäuferin setzte ein mildes Lächeln oder was sie dafür hielt, auf und Frau Buntschuh bekam den Eindruck, sie wäre gerade eben in die Kundenkategorie 'irre dumm' einsortiert worden. Aber egal, die Wunscherfüllung für das Fräulein Tochter hatte Vorrang und so schnupperte sich Frau Buntschuh durch Tschannel, Ritschi, 4812 und wunderte sich, das eins dieser Duftwässerchen wie ein Geldschrank hieß und ein anderes sogar wie Benzin. Aber auch das sollte ihr egal sein, weil sie sich einfach nicht entscheiden konnte und überhaupt inzwischen nur noch heraus finden wollte aus diesem Laden mit dieser Verkäuferin, die immer genervter von ihrer unentschlossenen Kundin wurde. Also - wäre doch sicher das Beste: ein Geschenkgutschein. Tapfer trug Frau Buntschuh nun diesen Wunsch vor und verlangte so einen Gutschein für 20 Euro. Na ja, meinte die Verkaufsdame, ein 0 de toilätt wird das Fräulein Tochter dafür eventuell sogar bekommen. Schon wieder das Telefon ... nein, dachte Frau Buntschuh, da finde ich lieber ganz schnell die Tür von allein - und raus.
Blieb also noch das Wie plass. Der Mann im Spielzeugladen verdrehte leicht die Augen und murmelte etwas wie Achschonwiederdas. Aaaah, also ein Modegeschenk oder einfach ein Etwas, was jetzt jeder haben musste, wollte, sollte? Dagegen war Frau Buntschuh aus Prinzip! Ihr Blick fiel auf ein Schachspiel mit wunderschönen Figuren. Ach, sollte sich doch ihr Mann mit dem Geschenkekram rum schlagen. Sie zeigte auf das Spiel, sagte laut 'das nehme ich' - und freute sich schon auf die Abende, gemeinsam mit Mann und Spiel ... der Spielzeugmann strahlte ...